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Stand:  06. April 2016

Überblick über das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC)

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Nichtkleinzellige Lungenkarzinome (NSCLC, non small cell lung cancer) machen drei Viertel aller Bronchialkarzinome aus (Für das SCLC, small cell lung cancer, bitte hier klicken).

Symptome sind meist ein nicht zu stillender Husten, auch mit blutigem Auswurf, Heiserkeit, Schmerzen in der Brust, Gewichtsabnahme.

Man differenziert NSCLC nach sowohl histologischen wie auch molekularbiologischen Parametern. Die Klassifikation erfolgt in Abhängigkeit von der Tumorgröße, Lokalisation, Lymphknoten- und Fernmetastasierung nach der TNM-Klassifikation sowie den UICC-7-Kriterien. Das Rauchen, auch Passivrauchen, ist der wichtigste Risikofaktor. Metastasen bilden sich hauptsächlich in Leber, ZNS, Nebennieren sowie ossär.

Histologisch werden NSCLC nach der WHO/IARC-Klassifikation in Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome, großzellige Karzinome, Karzinoide (die heute zu den neuroendokrinen Tumoren, NET gezählt werden) und seltenere Sonderformen (z. B. Pancoast-Tumor, hier klicken) unterteilt.

Die Diagnostik beinhaltet neben der Anamnese (Vorerkrankungen) und körperlichen Untersuchung (Lungenfunktionstest, Blutbild, Leberwerte, Blutgasanalyse, Elektrolyte) zunächst die Lokalisation und das Ausmaß des Primärtumor-Geschehens sowie das Auffinden oder Ausschließen von Metastasen (Röntgen-Thorax, CT Abdomen, Bronchoskopie, Mediastinoskopie).

Genetisches Tumorprofil: 15-25% der Adenokarzinom-Patienten mit NSCLC haben eine KRAS-Mutation, bei 15% aller NSCLC-Formen ist der EGFR-Rezeptor mutiert: Vor allem bei Frauen, Asiaten sowie Nichtrauchern sind die beiden häufigsten Mutationen des EGFR-Rezeptors zu finden, Del19 und L858R. Ein kleiner Prozentsatz der NSCLC-Patienten weist eine ALK-Mutation auf, auch 2% BRAF-Mutationen (80% davon BRAF-V600E) sowie 1-2% HER2-Mutationen kommen vor. Hier existieren größtenteils bereits Target-Therapien (Gefitinib und Erlotinib gegen den EGFR-Rezeptor, Crizotinib und Ceritinib bei ALK-Mutation) sowie immunonkologische Therapien (anti-PD-1-Antikörper Pembrolizumab, Nivolumab), deren Wirksamkeit als Kombinationspartner in Studien geprüft wird, um noch bessere Überlebensvorteile für die Patienten zu erzielen.

Die Therapie hängt vom Tumorstadium, Subgruppe und dem Therapieziel (kurativ, palliativ) ab:

Mit dem Protein MTSS1 wurde ein Biomarker gefunden, der schon in den frühen Stadien 1 und 2 Aussagen zur Aggressivität des Tumors machen kann.

Nach dem Staging wird die Operabilität geprüft: wenn die Lungenfunktion (FEV1-Wert) und Diffusionskapazität über 80% des Solls liegt, kann eine Pneumonektomie erfolgen. 

Im frühen Stadium I/II und bei einem T3 N1 M0-Tumor wird ein kurativer Ansatz verfolgt, hier ist eine Lobektomie einschließlich systematischer Dissektion von ipsilateralen Lymphknoten und evtl. eine Pneumektomie oder in ausgewählten Fällen auch eine Manschettenresektion das Standardverfahren.

Bei NSCLC-Patienten mit multiplen Metastasen im Stadium IV erfolgt hingegen im palliativen Setting eine systemische Therapie in Abhängigkeit von zugrundliegenden Mutationen (EGFR-Mutation oder EGFR-Wildtyp) und der Histologie (Plattenepithel- oder Nicht-Plattenepithelkarzinom) sowie dem Allgemeinzustand des Patienten zur Wahl der Chemotherapie. Die palliative Therapie orientiert sich an der Linderung symptomatischer Beschwerden (Pleuraerguss, Metastasen, Knochenschmerzen).

Da das NSCLC eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen darstellt (häufigste Krebstodesursache bei Männern, dritthäufigste bei Frauen), werden optimale Therapiestrategien bei Lungenkrebs umso wichtiger.

Die European Lung Cancer Conference (ELCC) tagt jährlich, weitere internationale Kongresse sind das World NSCLC Summit und der European Rhinologic Society Congress (http://www.europeanrhinologicsociety.org/wp-content/uploads/2014/05/Flyer-ERS-2016.pdf ) sowie für den deutschen Raum der Jahreskongress der DGP (http://www1.pneumologie.de)

Aktuelle Fachartikel und neueste Studienergebnisse zum NSCLC sowie anderen Lungenkarzinom-Entitäten finden Sie bei www.journalonko.de.

 
Literaturhinweise:
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