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Stand:  06. April 2016

Endometriumkarzinom: Keine diagnostische Methode kann derzeit ein operatives Staging ersetzen

© maya2008 / Fotolia.com

Am Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs, Korpuskarzinom) erkranken in Deutschland jährlich 11.280 Frauen. Mit einem Anteil von 5,1% liegt der Tumor hierzulande an 4. Stelle unter den Krebsneuerkrankungen (1).  Mit fortschreitendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit an und erreicht zwischen 75 und 80 Jahren ihren Gipfel. Etwa 2-4% aller Endometriumkarzinomfälle werden bei Frauen unter 45 Jahren registriert (2,3).

Das 5-Jahres-Überleben bei Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs, beträgt etwa 90% in den Stadien Ia und Ib, 81% im Stadium Ic, 80% im Stadium IIa, 50% im Stadium IIIc und sinkt auf knapp 20% im Stadium IV (4).

Bei Endometriumkarzinomen wird zwischen zwei verschiedenen Entitäten unterschieden, die hinsichtlich Ätiologie, Pathogenese und klinischem Verlauf stark voneinander differenzieren (2, 5, 6). Das östrogenassoziierte Endometriumkarzinom (Typ-I) ensteht in der Regel über eine charakteristische Sequenz von hyperplastischen Veränderungen des Endometriums, deren präkanzeröse Potenz kontinuierlich zunimmt. Hyperöstrogene Zustände (anovulatorische Zyklen, metabolisches Syndrom mit Adipositas, östrogenproduzierende Tumoren, PCO-Syndrom, Langzeiteinnahme von Östrogenen ohne Gestagenschutz), eine Tamoxifen-Therapie sowie das HNPCC-Syndrom als autosomal-dominant vererbte Erkrankung gelten als gesicherte Risikofaktoren beim Typ-I-Endometriumkarzinom (2, 5). Das nichtöstrogenassoziierte Endometriumkarzinom (Typ II) entsteht wahrscheinlich durch eine maligne Transformation des atrophischen Endometriums der älteren Frau. Die einzigen bis heute bekannten Risikofaktoren dafür sind Alter (höhere statistische Wahrscheinlichkeit von Mutationen) und der Zustand nach pelviner Bestrahlung (2, 7, 8).

Endometriumkarzinome sind bis auf wenige Ausnahmen Adenokarzinome. Das endometrioide Adenokarzinom stellt mit ca. 80% den Großteil der Endometriumkarzinome dar [5]. Diese sind überwiegend östrogenabhängig (Typ I). Die Präkanzerose der Typ-I-Karzinome ist die atypische Hyperplasie. Prototypen des nichthormonabhängigen Typ-II-Karzinoms sind das seröse und das klarzellige Karzinom. Als Vorstufe der serösen Tumoren gilt das endometriale intraepitheliale Karzinom (EIC).

Als klassisches Symptom beim Endometriumkarzinom gilt die uterine Blutung postmenopausaler Frauen. Befunde wie eine Hämato- oder Pyometra müssen selbstverständlich auch auf ein Karzinom hin abgeklärt werden.

Bislang existiert keine diagnostische Methode, die ein operatives Staging beim Gebärmutterkörperkrebs ersetzten kann.

Auch in lokal fortgeschrittenen Stadien ist eine operative Intervention mit dem Ziel der maximalen Tumorresektion, wenn möglich makroskopisch tumorfrei, meist mit einem Nutzen für die Patienten verbunden. Bei isoliertem Befall von Harnblase und/oder Rektum gegebenenfalls vordere und/oder hintere Exentration. Möglicherweise steht mit der operativen Entfernung von Lymphknotenmetastasen auch Prognoseverbesserung im Zusammenhang. Es sollte deshalb, sofern der Allgemeinzustand der Patientin dies zulässt, bei Vorliegen eines High-risk-Karzinoms und wenn eine vollständige Entfernung der Tumormanifestation möglich scheint, eine pelvine und paraaortale Lymphonodektomie durchgeführt werden.

Neue Studie favorisieren die Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie (sequentiell, simultan) für die High-risk-Karzinome. Mögliche Chemotherapie-Regime für die kombinierte Radiochemotherapie sind Cisplatin oder Cisplatin/Paclitaxel.

 
Literaturhinweise:

1. www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/

GBEDownloadsB/KID2012.pdf?__blob=publicationFile

2. Emons G, Günthert AR, Viereck V et al. (2003) Endokrine Therapie des Endometriumkarzinoms und seiner Präkanzerosen. Gynäkologe 36:86-96

3. 15. Hanf V, Günthert AR, Hawighorst T et al. (2004) Endometriumkarzinom. Gynäkologe 37: 907-915

4. Creasman WT, Odicino F, Maisonneuve P et al. (2001) Carcinoma of the corpus uteri. J Epidemiol Biostatist 6:45-86

5. Amant F, Moerman P, Neven P et al. (2005) Endometrial cancer. Lancet 366:491-505

6. Farthing A (2006) Conserving fertility in the management of gynaecological cancers. BJOG 113:129–134

7. Boyd J (2002) Molecular genetics of endometrial carcinoma. American Society of Clinical Oncology. Educational Book pp 89-97

8. Sherman ME (2000) Theories of endometrial carcinogenesis: a multidisciplinary approach. Mod Pathol 13: 295-308

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