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Stand:  06. April 2016

Beim Zervixkarzinom spielt das Thema Kinderwunsch eine entscheidende Rolle bei der Therapie

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkrankten 2011 in Deutschland 4.660 Frauen neu am Gebärmutterhalskrebs, 2010 waren es 4.780. Im Vergleich zu den 1980er Jahren ist die Inzidenz beim Zervixkarzinom hierzulande rückläufig, wenn auch in den letzten Jahren nicht mehr ganz so stark wie in den 90er Jahren (1).

Eine Betrachtung der Altersstruktur von Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs zeigt eine Verteilung zwischen 40 und 60 Jahren. Das mittlere Alter zum Zeitpunkt der Erstdiagnose eines invasiven Tumors beträgt 53 Jahre, beim in situ Karzinom sind es 34 Jahre (1).

Histologisch handelt es sich beim Zervixkarzinom vor allem um Plattenepithelkarzinome (80%), gefolgt von Adenokarzinomen (5-15%), den Rest machen andere, sehr seltene Erscheinungsformen aus. Die häufigste Ursache für die Entstehung eines Zervixkarzinoms ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV). Ebenfalls stellt Rauchen einen unabhängigen Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs dar (1).

Die Symptome beim Zervixkarzinom sind unspezifisch und können ebenso bei benignen Veränderungen vorkommen.

Entsprechend der S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom ist für die Tumortypisierung die WHO-Klassifikation von 2014 verbindlich, für die Stadieneinteilung gilt die Einstufung anhand des TNM-Systems von 2010 und auf freiwilliger Basis die FIGO-Klassifikation (2). Durch klinische Untersuchung, bildgebende Verfahren und ggf. chirurgische Exploration können die FIGO-Stadien festgelegt werden.

Bei der Wahl der Therapie ist beim Gebärmutterhalskrebs neben der Berücksichtigung des Allgemeinzustands, des klinisch/histologischen Befundes, dem Menopausenstatus gegebenenfalls auch ein entsprechender Kinderwunsch zu berücksichtigen (2). Im Stadium FIGO IA1 findet im Rahmen der Primärtherapie eine Konisation statt. Im Stadium FIGO IA2 wird bei Patientinnen mit bestehendem Kinderwunsch eine Trachelektomie angewandt. Dabei handelt es sich um eine operative Therapie des Zervixkarzinoms unter Erhalt der Fertilität, durch Belassen des Gebärmutterkörpers.

Eine adjuvante Radiochemotherapie nach radikaler Operation sollte immer ab FIGO IB2 erfolgen. In den früheren Stadien sollte sie beim Vorliegen folgender Risikofaktoren durchgeführt werden: R1 oder N1. Keine unabhängigen Risikofaktoren stellen dagegen Alter, Histologie oder Grading dar.

Bei einem positiven paraaortalen Lymphknotenbefall muss das Bestrahlungsfeld bis paraaortal erweitert werden. In der Primärsituation sollte eine adjuvante Kombinationstherapie mit Cisplatin wöchentlich und perkutane Radiatio durchgeführt werden. Ein sequentielles Therapieregime mit Paclitaxel und Carboplatin wird in Studien untersucht.

Bei Patientinnen mit IB1 > 2 cm, ausgeprägtem Kinderwunsch und L0 kann eine radikale Trachelektomie nur nach Aufklärung über das signifikant erhöhte Rezidivrisiko im Vergleich zur Tumorgröße < 2 cm erwogen werden.

Eine Exenteration kann entweder in palliativer oder kurativer Intention durchgeführt werden. Kurativ ist sie nur, wenn der Tumor zentral ist und somit komplett entfernt werden kann. Bei paraaortalen Lymphknotenmetastasen ist die Prognose schlecht. In diesen Fällen ist eine Exenteration obsolet. Bei komplett in-sano-reseziertem Karzinom nach Exenteration ist eine adjuvante Radiochemotherapie nicht indiziert. Bei palliativer Exenteration oder Kloake mit Fern- oder LK-Metastasen kann eine systemische, palliative Chemotherapie erfolgen.

Weitere aufschlussreiche Details zur S3-Leitlinie Zervixkarzinom finden Sie unter anderem unter http://www.journalonko.de/aktuellview.php?id=3196

 
Literaturhinweise:
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