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Stand:  26. Juni 2015

Adenokarzinome des Ösophagus nehmen rasant zu

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Das Ösophaguskarzinom gehört zu den selteneren Tumorarten. In Deutschland erkrankten 2010 etwa 4.900 Männer und 1.400 Frauen an Speiseröhrenkrebs. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 66 Jahren, bei Frauen bei 70 Jahren (1). Die 5-Jahresüberlebensrate liegt bei etwa 15%.

Es überwiegen Plattenepithelkarzinome mit einem Anteil von 80-85% gefolgt von den Adenokarzinomen mit 10-15%. Plattenepithelkarzinome bilden sich aus Epithelzellen, die die Speiseröhre auskleiden, und treten hauptsächlich im mittleren und unteren Drittel, seltener im oberen Drittel der Speiseröhre auf. Adenokarzinome nehmen ihren Ursprung in Drüsenzellen im unteren Teil der Speiseröhre nahe dem Mageneingang.

Die Adenokarzinome im unteren Teil der Speiseröhre, die früher sehr selten waren, sind in den USA und Westeuropas in den letzten 30 Jahren sehr viel häufiger geworden. Eine Ursache dafür ist wahrscheinlich die Zunahme des Barrett-Ösophagus. In den USA konnte eine Studie einen Zusammenhang zwischen viszeralen Fettanteil und Barrett-Ösophagus nachweisen (2).

Als die wichtigsten Rsikofaktoren für das Plattenepithelkarzinom des Ösophagus gelten Rauchen und Alkohol.

Frühkarzinome der Speiseröhre verursachen kaum Symptome. Unspezifische Beschwerden können sein: Druckgefühl hinter dem Brustbein und Sodbrennen. Spätzeichen sind Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken und Heiserkeit.

Sehr frühe Tumorstadien (uT1m) können endoskopisch reseziert werden. Dies erfordert eine hohe Expertise des Endoskopikers. Der Tumor muss in einem Stück reseziert werden und die Histologie muss bestätigen, dass der Tumor auf die Mukosa begrenzt ist. Spätere Stadien müssen chirurgisch reseziert werden. Etabliertes Operationsverfahren für Plattenepithelkarzinome des Ösophagus ist die transthorakale e-bloc-Ösophagektomie mit Rekonstruktion durch Magenhochzug und hoch intrathorakale Anastomose (Ivor-Lewis-Operation).

In lokal fortgeschrittenen Stadien des Ösophagus (cT3/4 N+) ist die neoadjuvante Radiochemotherapie fest etabliert. In früheren Stadien lässt sich durch die neoadjuvante Therapie noch kein Überlebensvorteil feststellen.

Patienten, die nicht operiert werden können, erhalten eine Radiochemotherapie. Voraussetzungen dafür sind ein ausreichender Allgemeinzustand, eine ausreichende Organfunktion und eine hohe Compliance. Patienten mit metastasierter Erkrankung werden mit palliativer Chemotherapie behandelt, wenn der Allgemeinzustand ausreichend ist. Eine Supportivtherapie zur Symptomkontrolle und eine Sicherstellung der Ernährung ist in jeder Situation notwendig.

 
Literaturhinweise:

1.     www.krebsdaten.de; www.gekid.de

2.     El Serag HB, Hashimi A, Garcia J et al. Visceral abdominal obesity measured bei CT scan is associated with increased risk of Barrettòesophagus: a case-controll Study. Gut 2014;63:220-229 

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