Sonntag, 11. April 2021
Navigation öffnen
Infos für Patienten
20. Dezember 2017

Ein Zebra erobert die sozialen Medien

Mehr Aufmerksamkeit für Neuroendokrine Tumoren (NET) und die Förderung der Früherkennung – das war Ziel der Awareness-Aktion #zebrasNETfinden, die im Rahmen des internationalen NET Cancer Days am 10. November stattfand. Mit Infoständen in sieben deutschen Städten und einer Foto-Aktion in den sozialen Medien konnte die Kampagne eine Vielzahl von Menschen auf Symptome und Therapiemöglichkeiten dieser seltenen Krebserkrankung aufmerksam machen.
Die Experten des NET-Zentrums Marburg unterstützten die Aktion. (Bildquelle: #zebrasNETfinden)
Die Experten des NET-Zentrums Marburg unterstützten die Aktion.



Den Rahmen für die Awareness-Kampagne #zebrasNETfinden bildete der internationale NET Cancer Day am 10. November. In Berlin, München, Mainz, Würzburg, Essen, Marburg und Bad Berka sorgten an diesem Tag Informationsstände für Aufklärung über Neuroendokrine Tumoren. Passanten konnten sich hier nicht nur über NET informieren, sondern es wurden auch Broschüren und insbesondere kleine Plüsch-Zebras ausgegeben. Das Zebra forderte die Passanten auf, Fotos von ihm in den sozialen Netzwerken zu teilen und sich somit als Multiplikatoren an der Aufklärung über NET zu beteiligen. Das Engagement belohnte Kampagnen-Sponsor IPSEN Pharma:  Für jeden öffentlichen Post mit dem Hashtag #zebrasNETfinden auf Facebook, Twitter oder Instagram versprach das Unternehmen eine Spende von fünf Euro an die Patientenorganisation Netzwerk NET. Und es hat sich gelohnt: Im Aktionszeitraum konnten rund 150 öffentliche User-Foto-Posts registriert werden, die insgesamt mehrere tausend „Likes“ erhielten und weiter geteilt wurden. Den Social-Media-Kampagnenseiten folgten innerhalb kurzer Zeit circa 600 Follower, die Kampagne erreichte über die Netzwerke mehr als 17.500 User und an den Infoständen wurden am NET Cancer Day rund 6.000 Menschen direkt angesprochen.
 
Mit im Boot: Spezialisierte Kliniken
Auf NET spezialisierte Zentren in Tübingen, Göttingen, München, Berlin, Essen und Marburg unterstützen die Awareness-Kampagne mit einem Zebra-Foto. „Wir haben ein Interesse daran, dass die Bekanntheit einer solchen Krankheit steigt. Im Augenblick dauert es noch sehr lange bis die Krankheit zugeordnet und erkannt wird. Da wollen wir ein Bewusstsein schaffen, damit es künftig schneller geht und Patienten auch rechtzeitig einer adäquaten Therapie zugeführt werden können“, verdeutlicht Dr. Anja Rinke, Koordinatorin des Europäischen Exzellenzzentrums für NET und Leiterin der NET-Ambulanz am Universitätsklinikum Marburg.
 
Warum man an Zebras denken sollte
Das Zebra ist das Symboltier des internationalen NET Cancer Days und somit auch Maskottchen der Awareness-Kampagne. Das Zebra steht sinnbildlich für die Seltenheit von Neuroendokrinen Tumoren unter den Krebserkrankungen. „Wenn man Hufgetrappel hört, dann denkt man als erstes an Pferde und nicht an Zebras“, erklärt dies Dr. Ulrich-Frank Pape, Oberarzt am NET-Zentrum der Charité in Berlin. Das bedeute aber auch, „dass eine ganz besondere Tumorerkrankung im Hintergrundlärm anderer Tumorerkrankungen untergeht. Und wenn man nicht daran denkt, verpasst man die speziellen Therapiemöglichkeiten“, gibt Dr. Pape zu bedenken.

Was sind Neuroendokrine Tumoren?
Neuroendokrine Tumoren (NET) sind gut- oder bösartige Tumoren und kommen vor allem im Magen-Darm-Trakt und in der Bauchspeicheldrüse vor. Sie machen nur etwa zwei Prozent aller Krebserkrankungen weltweit aus. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. In Deutschland werden etwa 400 bis 500 Neuerkrankungen pro Jahr registriert. Circa ein Drittel der Neuroendokrinen Tumoren hat die Fähigkeit, Hormone zu bilden und wird daher als „funktionell aktiv“ bezeichnet. Es entstehen charakteristische Krankheitsbilder wie z. B. das Karzinoid-Syndrom, welches  unter anderem Durchfallerkrankungen, anfallartige Hautrötungen (Flushes) oder Bauchschmerzen verursacht. Etwa zwei Drittel der NET sind „funktionell inaktiv“, bilden also keine Hormone. Die Symptome des Tumorwachstums treten in diesen Fällen erst spät auf. Früh erkannt kann die Erkrankung mit operativen Eingriffen, Arzneimitteln und Chemotherapie gut behandelt werden.
 
Der NET Cancer Day
Der 10. November wird seit ein paar Jahren genutzt, um weltweit auf das Thema Neuroendokrine Tumoren aufmerksam zu machen. Die Internationale Allianz für neuroendokrine Krebsarten (INCA) hat diesen Tag ins Leben gerufen, um die Bekanntheit der seltenen Erkrankung in der Öffentlichkeit und im Gesundheitswesen zu erhöhen und die Situation der Patienten zu verbessern. Die Kampagne #zebrasNETfinden wurde in diesem Jahr von dem international agierenden Unternehmen IPSEN Pharma initiiert und unterstützt die Ziele der INCA und des NET Cancer Days.

 
Die Experten des NET-Zentrums der Charité, Berlin, unterstützten die Aktion. (Bildquelle: #zebrasNETfinden)
Die Experten des NET-Zentrums der Charité, Berlin, unterstützten die Aktion.
 

ISGRO – Gesundheitskommunikation GmbH & Co. KG


Das könnte Sie auch interessieren
Kombination von Wirkstoffen könnte Heilungschancen bei Eierstockkrebs verbessern
Kombination+von+Wirkstoffen+k%C3%B6nnte+Heilungschancen+bei+Eierstockkrebs+verbessern
© Uniklinikum Dresden/Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Innovative zielgerichtete Wirkstoffe, so genannte PARP-Inhibitoren, können die Prognose bei Eierstockkrebs deutlich verbessern. Dies gilt vor allem für Patientinnen, deren Tumoren bestimmte genetische Voraussetzungen aufweisen. Ein Forscherteam unter Leitung von WissenschaftlerInnen der Hochschulmedizin Dresden und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) konnte nun in Laborexperimenten zeigen, dass die Gabe eines neuartigen Chemotherapeutikums in...

Frauenselbsthilfe Krebs unterstützt Menschen mit Krebs auch während der Corona-Krise
Frauenselbsthilfe+Krebs+unterst%C3%BCtzt+Menschen+mit+Krebs+auch+w%C3%A4hrend+der+Corona-Krise
©Photographee.eu - stock.adobe.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein schwerer Schock. In Corona-Zeiten kommt nun auch noch die Angst hinzu, dass die medizinische Versorgung nicht so gut sein könnte, wie sie es in normalen Zeiten in Deutschland ist. Gerade in dieser Situation brauchen die Betroffenen starke Partner an ihrer Seite. Zu diesen zählt Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfe-Organisation, die Frauenselbsthilfe Krebs (FSH), die auch während der...

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen
Kostenlose+Kosmetikseminare+%E2%80%9Clook+good+feel+better%E2%80%9C+f%C3%BCr+Krebspatientinnen
© Carolin Lauer (carolinlauer.de)

Ganz unverhofft trifft die damals 30jährige Cristina aus Hannover die Diagnose Krebs. Erst dachte sie an einen schlechten Scherz, als sie den Anruf von ihrem Arzt erhielt und dann zog ihr die Nachricht den Boden unter den Füßen weg. Mit der Chemotherapie kamen der Verlust der Haare, Augenbrauen und Wimpern und damit auch teilweise unangenehme Situationen: „Selbst als ich noch Stoppeln auf dem Kopf hatte, haben mich sofort alle angestarrt. Teilweise getuschelt oder den...

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
Brustkrebs%3A+Forscher+wollen+krankheitsausl%C3%B6sende+Gene+identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Ein Zebra erobert die sozialen Medien"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.