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16. Januar 2012 Was verstehen Ärzte unter „Therapielinien“?

Daten und Fakten

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Art und Stadium der Erkrankung sowie dem individuellen Befinden des Patienten. Neben der Operation und der Strahlentherapie ist die medikamentöse Therapie eine wichtige Option. Wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten, wird in ärztlichen Leitlinien festgehalten. Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt am wirksamsten und verträglichsten sind, wird zuvor in klinischen Studien untersucht. Basierend auf den Ergebnissen entscheidet die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA, European Medicines Agency) über deren Zulassung.

Eine neue Behandlungsmethode oder ein neues Medikament ist meist nicht für alle Phasen einer Krebstherapie zugelassen. Die Zulassung beschränkt sich auf den Teil der Therapie, für den positive Ergebnisse aus Studien vorliegen. Die verschiedenen, aufeinanderfolgenden Behandlungsphasen bezeichnen Mediziner als „Therapielinien“. Diese werden entsprechend ihrer zeitlichen Abfolge Erst- oder Zweitlinientherapie genannt. In einigen Fällen wird zwischen diesen beiden Phasen eine Erhaltungstherapie eingesetzt.

Erstlinientherapie


Der Begriff „Erstlinientherapie“ (englisch: First-Line-Therapy) bezeichnet die erste Behandlung nach der Diagnose. Häufig handelt es sich um eine Strahlentherapie oder um eine Behandlung mit Medikamenten. Eingesetzt werden hier Chemotherapeutika, aber auch moderne zielgerichtete Medikamente, wie Angiogenese- und Wachstumshemmer. Beide Wirkstoffgruppen lassen sich in der Behandlung bestimmter Krebsarten kombinieren.

Erhaltungstherapie


Üblicherweise wird nach einer wirksamen Erstlinientherapie eine Therapiepause eingelegt, in der sich der Körper des Patienten von der Behandlung erholen kann. Wirkt die Erstlinientherapie jedoch nicht wie erwartet, der Tumor ist gar nicht oder nur wenig geschrumpft und die Krankheitssymptome bessern sich nicht, kann der Arzt eine Erhaltungstherapie einsetzen. Er wechselt hierbei das Präparat, um die erwünschte Wirkung zu erzielen, nämlich den Tumor zu verkleinern. Die Erhaltungstherapie schließt ohne Therapiepause direkt an die erste Behandlung an.


Zweitlinientherapie


Die Zweitlinientherapie (englisch: Second-Line-Therapy) setzen Mediziner ein, wenn nach Abschluss der ersten Behandlungen der Tumor wieder wächst oder sich Metastasen bilden.
Bei einem solchen Rückfall wird meist ein anderer Wirkstoff oder eine andere Methode als zuvor gewählt. Beispielsweise erhalten Patienten, die zunächst mit einer Chemotherapie behandelt wurden, in der zweiten Linie ein modernes zielgerichtet wirkendes Medikament. Weitere Behandlungsphasen können sich an die Zweitlinientherapie anschließen. Diese werden entsprechend als Dritt- oder Viertlinientherapie bezeichnet.
 


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