Mittwoch, 21. April 2021
Navigation öffnen
Infos für Patienten
20. Februar 2012

Darmkrebs: Mehr Freiraum durch orale Chemotherapie

Bei der Behandlung von Darmkrebs ist eine Chemotherapie oft unverzichtbar. Es gibt dabei zwei verschiedene Formen: Die klassische Chemotherapie wird den Patienten von ihrem Arzt als Infusion verabreicht, die moderne Chemotherapie in Tablettenform kann zuhause eingenommen werden. Die Patienten müssen seltener ins Krankenhaus. Dadurch haben sie mehr Zeit für ihre Familie, den Beruf und ihre Freizeit.

Seit mehreren Jahren ist die Chemotherapie mit Tabletten – die sogenannte orale Chemotherapie – zur Behandlung von Darmkrebs zugelassen. Studien haben gezeigt, dass diese Therapie wirksam – und verträglich – ist, erklärt Dr. Al-Batran, Facharzt für Onkologie. Dr. Al-Batran: „Studien belegen, dass die orale Chemotherapie nicht weniger wirksam, sogar eher besser wirksam ist. Nur weil eine Tablette oral ist, heißt das jedoch nicht, dass sie keine Nebenwirkungen hat. Aber ich würde sagen, dass die orale Therapie flexibler ist: Wenn Nebenwirkungen auftreten, wie zum Beispiel Durchfall oder Übelkeit, kann der Patient die Therapie selbst abbrechen; auch nachts, wenn der Arzt nicht erreichbar ist und ihn dann am nächsten Tag anrufen. Man nennt das "Real-Time-Kontrolle". Bei der Infusionstherapie ist es anders: Wenn die Infusion einmal injiziert ist, ist sie drin.“

 

Viele Patienten schätzen genau das. So auch Ullrich Berg. Er hat Erfahrungen mit Infusions- und oraler Therapie gemacht und kennt die Unterschiede. Im Vergleich zur Behandlung in Tablettenform waren die Nebenwirkungen während der infusionalen Behandlung immens.

Hr. Berg: „Sehr heftige Müdigkeitsanfälle, Niedergeschlagenheit, extreme Reaktionen im Magen-Darm-Bereich und dann hatte man eigentlich nur wenige Tage Zeit, um wieder ein bisschen fit zu werden, für die nächste Infusionstherapie. Es war eine harte Belastung und ich war glücklich, dass sich durch die Tabletten-Chemotherapie diese Nebenwirkungen extrem reduzierten.“

 

Durch die orale Chemotherapie war es Ullrich Berg wieder möglich, am alltäglichen Leben teilzunehmen: „Zum Beispiel konnte ich, um auch den Körper weiter zu stärken, wieder körperliche Arbeit im Garten aufnehmen. Auch konnte ich wieder größere Spaziergänge und Wanderungen durchführen. Mein Körper war, im Vergleich zu den Infusions-Chemotherapien, nicht so angeschlagen und ich konnte damit sehr gut umgehen.“

 

Zwar bleiben auch bei der oralen Chemotherapie Nebenwirkungen nicht aus. Dennoch – die Vorteile überwiegen hier. Dr. Al-Batran: „Der wichtigste Vorteil der oralen Therapie ist, dass der Patient seine Tablette unabhängig vom Arzt und vom Krankenhaus zuhause einnehmen kann. Dadurch hat er mehr Freiräume, was sich natürlich in einer besseren Lebensqualität reflektiert.“ Die heutigen Möglichkeiten der Chemotherapie sind sehr wichtig für Darmkrebspatienten. Die Behandlung mit Tabletten schafft für Patienten mehr Freiräume für Familie, Freizeit und Beruf.


Das könnte Sie auch interessieren
Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht
Sonnens%C3%BCnden+kommen+erst+nach+Jahrzehnten+ans+Tageslicht
© Peter Atkins / Fotolia.com

Die moderne Krebsmedizin hat bei der Behandlung von Tumorerkrankungen in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Das gilt insbesondere auch für Hautkrebs, der durch ein Übermaß an UV-Strahlung ausgelöst wird. Die Hautkrebszahlen steigen. Auch das Dresdner Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) verzeichnet kontinuierlich mehr Hautkrebspatienten – darunter viele...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Darmkrebs: Mehr Freiraum durch orale Chemotherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.