Mittwoch, 20. November 2019
Navigation öffnen

Infos für Patienten

05. April 2016 Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr

Weltgesundheitstag: Deutsche Krebshilfe ruft zu gesundem Lebensstil auf

Der Weltgesundheitstag am 7. April 2016 stellt das Thema Diabetes in den Mittelpunkt. In Deutschland sind fast 7,3 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen. Insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetiker haben zudem ein erhöhtes Krebsrisiko. Ein ungesunder Lebensstil kann jedoch nicht nur zu Diabetes führen, er ist auch grundsätzlich ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen. Die Deutsche Krebshilfe nimmt dies zum Anlass, um auf die krebsvorbeugenden Effekte eines gesunden Lebensstils aufmerksam zu machen.

„Krebserkrankungen vorzubeugen ist leichter als sie zu behandeln“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Sich regelmäßig bewegen und ein ausgewogener Speiseplan mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie wenig Fett und Fleisch sind gesund, verhindern Übergewicht und senken das Krebs- und Typ-2-Diabetes-Risiko.“

Die Deutschen essen jedoch zu fett, zu süß, zu viel und verbringen zu viel Zeit sitzend vor dem Fernseher oder Computer: Zwei Drittel der Männer und über die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Fast ein Viertel der Erwachsenen gilt als fettleibig. Besonders alarmierend ist, dass bereits jedes sechste Schulkind zu viele Pfunde mit sich herumschleppt. Übergewicht erhöht die Gefahr, dass der Blutzuckerspiegel nicht mehr richtig reguliert wird, ansteigt und ein Typ-2-Diabetes entsteht.

Im Blut ist das körpereigene Hormon Insulin dafür zuständig, dass Zucker in Form von Glukose in die Muskelzellen transportiert wird und dort als Energielieferant bereit steht. Muskeln, die nicht oder nur wenig beansprucht werden, reagieren zunehmend unempfindlich auf das Hormon Insulin. So gelangt weniger Zucker in die Muskelzellen und wird dort auch nicht verbraucht. Gleichzeitig nehmen wir mit unseren derzeitigen Ernährungsgewohnheiten reichlich Nährstoffe auf, die zu Glukose abgebaut werden. Erhöhte Blutzuckerspiegel sind die Folge. Die Bauchspeicheldrüse reagiert darauf zwar mit einer vermehrten Insulinproduktion, aber die Muskelzellen ignorieren dies mit der Zeit. Es kommt zur Insulinresistenz.

Professor Dr. Dr. Michael Leitzmann vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin des Universitätsklinikums Regensburg erläutert: „Viele Krebszellen nutzen Insulin als Wachstumsfaktor. Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel kann so für ein vermehrtes Wachstum von Krebszellen sorgen. Typ-2-Diabetes ist ein Risikofaktor insbesondere für Leber-, Brust-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Gebärmutterschleimhautkrebs.“

Experten schätzen, dass insgesamt rund die Hälfte aller Krebserkrankungen auf Lebensstilfaktoren zurückzuführen ist. Dazu zählen eine unausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung, Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum und zu viel UV-Strahlung. Menschen, die sich dagegen gern und viel bewegen, pflegen häufig einen gesünderen Lebensstil als „Bewegungsmuffel“. So senken sie zusätzlich aktiv und selbstbestimmt ihr individuelles Krebsrisiko.

Interessierten bietet die Deutsche Krebshilfe kostenlose Informationsmaterialien zum Thema Krebsprävention. Die Präventionsratgeber „Gesunden Appetit! Vielseitig essen – Gesund leben“ und „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – Weniger Krebsrisiko“ können bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, bestellt oder hier heruntergeladen werden.

http://www.krebshilfe.de


Das könnte Sie auch interessieren

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung
© deagreez / Fotolia.com

In Deutschland geht nur gut jeder neunte Mann zur Prostatakrebsvorsorge. 4,65 Millionen und zwar 11,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Bürger nahmen im Jahr 2014 die kostenlose Früherkennungsuntersuchung wahr, wie die BARMER GEK zum Weltmännertag am 3. November mitteilt. Damit bleiben Männer Präventionsmuffel. Denn im Jahr 2010 absolvierten 11,41 Prozent den Check. „Eine Krebsvorsorgeuntersuchung kann Leben retten. Je früher Krebs erkannt wird, desto...

Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht

Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht
© NCT/UCC/Philip Benjamin

Die moderne Krebsmedizin hat bei der Behandlung von Tumorerkrankungen in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Das gilt insbesondere auch für Hautkrebs, der durch ein Übermaß an UV-Strahlung ausgelöst wird. Die Hautkrebszahlen steigen. Auch das Dresdner Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) verzeichnet kontinuierlich mehr Hautkrebspatienten – darunter viele Patienten mit fortgeschrittenen Hauttumoren. Bereits...

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein. Der...

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?
© azurita - stock.adobe.com

Eine ausgewogene Ernährung, Normalgewicht sowie ein möglichst geringer Konsum alkoholischer Getränke senken das Risiko, an Krebs zu erkranken. Im Rahmen der 1. Nationalen Krebspräventionswoche informieren die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum, DKFZ, die Bevölkerung über Risikofaktoren, die jeder selbst beeinflussen kann. Denn: Etwa 40 Prozent aller Krebsfälle, die jährlich neu diagnostiziert werden, wären nach Ansicht von...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression