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15. März 2019 Was weißt Du über Krebs in Deiner Familie?

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com
Unter dem Motto „Es gibt kein zu jung für Darmkrebs. Rede mit Deiner Familie!“ thematisiert die Felix Burda Stiftung im diesjährigen Darmkrebsmonat März das familiäre Risiko für diesen Krebs. Denn immer mehr Menschen unter 50 erkranken. Die meisten, weil bereits jemand in ihrer Familie erkrankt war.
Aktuell erkranken jährlich etwa 33.120 Männer und 27.890 Frauen an Darmkrebs. Rund 25.512 Menschen versterben jährlich an dieser Krebs-Erkrankung. Damit ist Darmkrebs bei Männern die dritthäufigste Krebsneuerkrankung und bei Frauen die zweithäufigste in Deutschland.1


Immer mehr junge erkranken.

Zwischen 2002 bis 2014 ging in der Altersgruppe der 50 bis 74 jährigen die Zahl der Neuerkrankungen um 17 Prozent zurück. Ein Grund hierfür ist wohl auch die 2002 eingeführte gesetzliche Vorsorgekoloskopie.
Im selben Zeitraum dagegen stieg die Zahl der Neuerkrankungen in der Altersgruppe 25 bis 49 Jahre um 11 Prozent an.

„Alle denken immer Darmkrebs ist der Krebs der Menschen 50+, doch das stimmt einfach nicht!", weiß die Betroffene Kerstin Mannes aus eigener Erfahrung. "Denn immer mehr junge Menschen erkranken an Darmkrebs. Ich selbst war eine davon, als ich mit 31 Jahren die Diagnose erhielt."

Diese Betroffenen, die überwiegend aufgrund eines familiären Risikos erkranken, haben trotz ihres erhöhten Risikos keinen Anspruch auf bezahlte Vorsorge und Früherkennung. Bei vielen wird Darmkrebs daher erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt.

„Dies ist eine eklatante Versorgungslücke im deutschen Gesundheitssystem!“, so Stiftungs-Vorstand Christa Maar. Rund 30 Prozent aller Neuerkrankung an Darmkrebs pro Jahr, gehen auf ein familiäres Risiko zurück.

Ein familiäres Risiko liegt immer dann vor, wenn direkte Verwandte an Darmkrebs, Darmpolypen oder auch an einem bösartigen Tumor des Magens sowie der Gebärmutter erkrankt sind.
 
Wie viele Darmkrebspatienten haben eine familiäre Vorbelastung? ©Felix Burda Stiftung


Dr. Berndt Birkner, Magen-Darm-Arzt und Kuratoriumsmitglied der Felix Burda Stiftung: „Das familiäre Risiko definiert sich nach der Anzahl der betroffenen Verwandten, erst- und zweitgradig, das heißt: Eltern, Großeltern, Geschwister, Onkel, Tanten – auch Halbgeschwister sind zum Beispiel zweitgradig verwandt. Beim familiären Risiko erhöht sich das eigene Risiko an Darmkrebs zu erkranken gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor zwei bis vier."

„Deshalb ist es immer wichtig“, so der Gastroenterologe Birkner, „in der Familie nachzufragen: Gab es schon mal Darmkrebs?“

Die Felix Burda Stiftung stellt daher den diesjährigen Darmkrebsmonat März unter das Motto „Es gibt kein zu jung für Darmkrebs. Rede mit Deiner Familie!“.

Mit Anzeigen, Radio-Spots, Social Media und dem TV-Spot „Das Gespräch“ will sie im März 2019 die Bevölkerung dazu motivieren, mit ihrer Familie über Krebs zu reden.
Niemand spricht gerne über Krebs. Aber man muss es. Deshalb appelliert die Münchner Stiftung auch an bereits Erkrankte, ihre Verwandten darüber zu informieren, dass diese nun ein familiäres Risiko „geerbt“ haben. In einer Anzeige heißt es zum Beispiel: „Weiß Deine Familie, dass Du Krebs hattest? Das Risiko Deiner Familie an Darmkrebs zu erkranken ist hoch, wenn Du erkrankt warst.“

Bei Schauspieler Oliver Wnuk ("Nord Nord Mord", "Stromberg") wurde damals zum Glück über Krebs gesprochen: „Ich weiß, dass ich ein familiäres Risiko für Darmkrebs habe, da mein Vater an diesem Krebs erkrankt war. Zum Glück wurde bei uns damals offen über das Thema gesprochen und ich bin bestens informiert. Damit mich nicht selbst irgendwann diese Diagnose trifft, gehe ich daher seit meinem 30. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorge!“

Familiäres Risiko – und nun?

Verwandte sollten eine erste Darmspiegelung spätestens 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen Familienmitglieds durchführen lassen. Das bedeutet: Wurden Darmpolypen oder sogar Darmkrebs bei einem Verwandten im Alter von 45 Jahren festgestellt, sollte man selbst spätestens im Alter von 35 Jahren die erste Darmspiegelung durchführen lassen. Bei Zweifeln über das eigene Risiko empfiehlt sich ein Besuch beim Magen-Darm-Arzt. Die niedergelassenen Gastroenterologen in Deutschland sind die richtigen Ansprechpartner – auch für das familiäre Risiko.

Dass die Darmkrebsvorsorge wirkt, zeigen diese Zahlen:

Seit Einführung der Vorsorgekoloskopie im Jahr 2002 haben bereits rund 7 Millionen Versicherte die Untersuchung in Anspruch genommen. Dadurch konnten bis heute circa 130.000 Todesfälle und 270.000 Neuerkrankungen verhindert werden.2

Felix Burda Stiftung

Literatur:

1 Krebs in Deutschland, Robert Koch-Institut. (https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2017/krebs_in_deutschland_2017.pdf?__blob=publicationFile)

2 Hochrechnung der Felix Burda Stiftung auf Basis der Zi-Daten von 2003 bis 2012.


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