Donnerstag, 23. Mai 2019
Navigation öffnen

Infos für Patienten

02. Februar 2017 Treffpunkte für junge Krebspatienten: Engagement vor Ort

Junge Menschen, die an Krebs erkrankt sind, suchen oft vergeblich nach persönlichem Austausch und Vernetzungsmöglichkeiten mit gleichaltrigen Betroffenen. Um das zu ändern, startet am Weltkrebstag eine neue Initiative: Der TREFFPUNKT der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.
Rebecca (36) aus Weimar war 2013 an Leukämie erkrankt und engagiert sich seit einem guten Jahr für die Stiftung. Gemeinsam mit Benjamin (32), der 2011 an Hodenkrebs erkrankt war, organisiert Rebecca im thüringischen Jena den ersten TREFFPUNKT der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs im Rahmen des neuen bundesweit angelegten Netzwerks.

"Wir wollen uns zum Beispiel zum Brunch in einem Café treffen und über unsere Erfahrungen und Tipps im Umgang mit der Familie, Freunden, dem Arbeitgeber oder zu behandlungsergänzenden Maßnahmen reden, aber auch über den Kinofilm, den man vor kurzem gesehen hat", so die ausgebildete Krankenschwester Rebecca.

Dabei soll ein TREFFPUNKT mehr als nur eine Anlaufstelle für den Austausch mit anderen Betroffenen sein. "Die TREFFPUNKTe sind vor allem eine wichtige Brücke zu schon vorhandenen regionalen Angeboten für Krebspatienten. Das vereinfacht die zeitraubende Recherche in dieser existenzbedrohenden Situation", erklärt Prof. Dr. med. Mathias Freund, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung. Die Einbindung von ärztlichen oder pflegerischen Experten als Ansprechpartner für fachliche Fragen ist bei den TREFFPUNKTen fest vorgesehen.

"Du kannst einem Freund, der nicht erkrankt ist, meist nie genau genug erklären, was in dir vorgeht. Du wirst oft nur als 'der ehemals Krebskranke' gesehen. Viele wissen nicht, womit eine solche überwundene Krankheit alles verbunden ist. Ein anderer Betroffener dagegen versteht mich nach wenigen Worten – und auch, wenn es um all die medizinischen Fachbegriffe geht", so Benjamin. Rebecca und er haben bereits konkrete Pläne für Aktivitäten des TREFFPUNKTs Jena: Sie werden auf Patientenveranstaltungen in Thüringen auf die besondere Situation junger Erwachsener mit Krebs aufmerksam machen sowie die Stiftung und deren Angebote vorstellen. Darüber hinaus wollen sie in Gesprächen das onkologische Pflegepersonal und Medizinstudierende für die Bedürfnisse dieser Altersgruppe sensibilisieren.

In den regionalen TREFFPUNKTEN der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs können sich nicht nur junge Menschen, die selbst an Krebs erkrankt sind oder waren, engagieren. Angehörige, Freunde von Betroffenen oder andere Interessierte sind sehr willkommen. "Darin steckt der Gedanke, etwas gegen drohende Isolation und Ausgrenzung zu tun", sagt Freund. "Von daher ist es auch klar, dass die TREFFPUNKTE offen sind und dass man nicht so etwas wie einen Aufnahmeantrag schreiben muss."

"Es ist kein Problem, wenn der Partner bei unseren Treffen dabei ist – ganz im Gegenteil", betont Jessica (31). Als die junge Bauzeichnerin 2015 an Schilddrüsenkrebs erkrankte, suchte sie über eine Facebook-Gruppe nach Betroffenen in ihrem Alter. So ist es zu monatlichen Treffen gekommen.

"Die sozialen Medien sind für die jungen Betroffenen ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel, aber beim Austausch über sehr persönliche Erfahrungen stoßen 'Facebook und Co.' an ihre Grenzen. Unsere TREFFPUNKTE werden von jungen Betroffenen selbst organisiert und von uns betreut. Sie ermöglichen nicht nur gemeinsame Aktivitäten und Unterstützung, sondern auch schnelle Informationswege zu Hilfsangeboten unserer Stiftung und darüber hinaus. Die jungen Menschen wollen aktiv werden, anderen helfen und schnell wieder ins Leben und in den Beruf zurück", sagt Freund.

Der Aufbau von weiteren TREFFPUNKTEN in anderen deutschen Städten ist geplant. Interessenten melden sich bitte bei der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, E-Mail: treffpunkt@junge-erwachsene-mit-krebs.de.

Das neue und alle anderen Stiftungsprojekte werden ausschließlich durch Spenden finanziert. "Sie können uns helfen, jungen Erwachsenen mit Krebs eine umfassende Unterstützung zu geben", appelliert Freund und verweist auf das Spendenkonto der gemeinnützig anerkannten Stiftung.

Kontoverbindung der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs:
Postbank, IBAN: DE57 1001 0010 0834 2261 04, BIC: PBNKDEFF

http://www.junge-erwachsene-mit-krebs.de


Das könnte Sie auch interessieren

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


Etwa zwei Drittel aller Berufstätigen, die an Krebs erkrankt sind, kehren zurück in das Arbeitsleben. Für viele ist die Motivation hoch, denn wer arbeitet, erobert sich ein Stück Normalität zurück. Doch der Wiedereinstieg sollte behutsam erfolgen und an die individuelle Belastbarkeit der Patientinnen und Patienten angepasst werden. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit bieten die Leistungen der beruflichen Rehabilitation ein breites Spektrum, um die...

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig
© Stefan Straube / UKL

Zum 1. Patiententag für Kehlkopfoperierte lädt am 22. März die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig ein. "Ein großer Patientenstamm kommt regelmäßig zu uns, denn beispielsweise findet jeden Mittwochnachmittag bei uns die Tumornachsorge statt. Wir haben auch schon Patientenveranstaltungen organisiert, wollen diese jetzt aber institutionalisieren", so Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas...

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung
© DKMS gemeinnützige Gesellschaft mbH

in diesem Jahr liegt der Fokus des jährlichen World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai auf nachhaltiger Bildung rund um das Thema Blutkrebs. Darüber hinaus wird gemeinsam mit Helfern, Gruppen und Organisationen weltweit im Rahmen des jährlichen Aufmerksamkeitstags Solidarität mit Patienten demonstriert. Die DKMS appelliert: Macht alle mit! Jeder kann sich am WBCD beteiligen und so den Kampf gegen Blutkrebs voranbringen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Treffpunkte für junge Krebspatienten: Engagement vor Ort"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.