Freitag, 26. April 2019
Navigation öffnen

Infos für Patienten

Lungenkrebs gehört in die Hände von Experten:

18. September 2017 Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Patienten sollten soweit wie möglich in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum betreut werden.
Obwohl Lungenkrebs nach wie vor zu den tödlichsten Krebsarten zählt, haben Betroffene heutzutage deutlich höhere Überlebenschancen als noch vor fünf Jahren. „Moderne Diagnostik und individualisierte Therapien können sogar ein langfristiges Überleben ermöglichen“, sagt DGP-Präsident Professor Dr. med. Klaus Rabe. Dabei verbessere sich die Prognose für den Patienten, wenn er in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum von einem Pneumologen behandelt wird. „Während Onkologen Experten in der Krebsbehandlung sind, kennen Pneumologen das Organ schlicht besser – das hilft zum Beispiel bei der Diagnostik und wenn es darum geht Lage und Wachstumsfortschritt eines Tumors zu beurteilen.“ Auch wenn es im Krankheitsverlauf zu Komplikationen komme, wie etwa einer Blutung oder einer Lungenentzündung, könne der Pneumologe diese oft effizienter behandeln.

Tumor ist nicht gleich Tumor: Für die erfolgreiche Therapie ist es entscheidend zu wissen, welche genetische Mutation den Tumor befähigt zu wachsen und sich auszubreiten. In den letzten Jahren ist es Forschern gelungen, das genetische Profil des Lungenkrebses zu analysieren. Dabei haben sie die sogenannten Treibermutationen entdeckt – die Mutationen der Krebszelle, die das Tumorwachstum antreiben. Gegen diese Treiber gibt es Medikamente, die den Krebs zielgerichtet angreifen können. „Eine solche Therapie kommt nur für einen Teil der Patienten infrage, aber wenn sie Anwendung finden kann, haben Patienten bessere Überlebenschancen als mit einer alleinigen, klassischen Chemotherapie“, erklärt Rabe.

Ein weiterer Therapieansatz richtet sich gegen die Neubildung von Blutgefäßen, die den Tumor mit Sauerstoff versorgen. Ohne eine entsprechende Blutzufuhr kann der Tumor nicht über eine bestimmte Größe hinauswachsen. Erfolgversprechend ist auch die Immuntherapie: Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem gegen die Krebszellen aktivieren. „Die personalisierte Krebsmedizin ermöglicht den Betroffenen ein längeres Überleben bei deutlich höherer Lebensqualität. Es lohnt sich von daher, ein spezialisiertes Behandlungszentrum aufzusuchen“, sagt der DGP-Präsident.

Literatur:

Martin Reck, Klaus Rabe „Precision Diagnosis and Treatment for Advanced Non-Small-Cell Lung Cancer“, N Engl J Med 2017; 377:849–861; August 31 2017


Das könnte Sie auch interessieren

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung
© CLIPAREA.com / fotolia.com

Um harmlose Eierstockzysten von bösartigem Eierstockkrebs zu unterscheiden, verwenden Ärzte das Ultraschallverfahren. Zysten und Krebsgeschwülste bilden im sonografischen Bild bestimmte Muster, die ein erfahrener Fachmann unterscheiden kann. Für ein hohes Qualitätsniveau der Untersuchung setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) ein. Sie fordert, dass der Ultraschall der Eierstöcke eine Kassenleistung wird – auch...

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung
© CLIPAREA.com / fotolia.com

Um harmlose Eierstockzysten von bösartigem Eierstockkrebs zu unterscheiden, verwenden Ärzte das Ultraschallverfahren. Zysten und Krebsgeschwülste bilden im sonografischen Bild bestimmte Muster, die ein erfahrener Fachmann unterscheiden kann. Für ein hohes Qualitätsniveau der Untersuchung setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) ein. Sie fordert, dass der Ultraschall der Eierstöcke eine Kassenleistung wird – auch...

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Am 26. August 2016 begeht die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) im Rahmen ihrer Bundestagung ihr 40-jähriges Jubiläum. Als einer der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeverbände Deutschlands leistet sie unverzichtbare Hilfe für Betroffene und beeinflusst aktiv politische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen. Dort tritt sie für die Bedürfnisse von Betroffenen ein – dass Patienten heute wesentlich mehr Recht auf Mitsprache...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.