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30. April 2015 Krebsgesellschaften: Unterstützer der Patienten

Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Tag für Tag sterben etwa 20.000 Menschen an einer Krebserkrankung. Allein 2012 gab es laut Schätzungen der WHO etwa 8,2 Millionen krebsbedingte Todesfälle.* Dieser Herausforderung zu begegnen, war schon immer das Bestreben von klinischen und niedergelassenen Ärzten, universitären Wissenschaftlern und der forschenden Pharmaindustrie. Wichtiges Bindeglied untereinander, aber auch zum Patienten, sind die Fachgesellschaften, in denen die Forschungsergebnisse zusammen getragen und Leitlinien für Ärzte und Patienten erstellt werden.

Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. ist die größte wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft in Deutschland. Sie hat zum Ziel, die Menschen zu informieren, um Krebserkrankungen vorzubeugen, die Behandlung der Patienten zu verbessern und ihnen zu einem längeren und besseren Leben zu verhelfen. Anlaufstellen für Patienten sind die 16 Landeskrebsgesellschaften. Sie leisten wichtige Arbeit vor Ort – nah am Patienten, den Angehörigen und den regionalen Strukturen. Eine Hauptaufgabe der Landeskrebsgesellschaften ist die psychosoziale Hilfe und Beratung in den rund 110 Beratungsstellen. Hier wurden allein im Jahr 2013 mehr als 62.000 Beratungen durchgeführt. Darüber hinaus  initiieren die Landeskrebsgesellschaften Projekte zum Thema Krebs, zur Prävention und Früherkennung, organisieren über 300 Kurse und 1.000 Veranstaltungen jährlich und geben Informationsmaterial heraus.

Sie fördern regionale Forschungsprojekte, bieten Fort- und Weiterbildung an und kooperieren mit Einrichtungen der onkologischen Versorgung und anderen relevanten Partnern der Region und des Landes. Drei Beispiele sollen dies verdeutlichen.

Bundesweit: "Projekt SunPass"

Dass mit der Beratung nicht früh genug begonnen werden kann, zeigt die Präventionskampagne "SunPass - gesunder Sonnenspaß für Kinder", an der sich fast alle Landeskrebsgesellschaften beteiligen: Weil die Hautentwicklung im Kindesalter noch nicht abgeschlossen ist, reagieren kindliche Hautzellen wesentlich empfindlicher auf das schädigende UV-Licht der Sonne als Erwachsenenhaut. Zu viel Sonne auf Kinderhaut und insbesondere Sonnenbrände im Kindesalter gelten darum als Hauptrisikofaktoren für den schwarzen Hautkrebs. Eltern unterschätzen aber häufig die Gefahr von UV-Strahlen im Kindesalter. Wie wichtig das rechtzeitige Erlernen des richtigen Umgangs mit der Sonne ist, zeigt der Blick auf die Statistik: Laut einer Umfrage der Europäischen Hautkrebsstiftung ESCF hatte jedes fünfte Kind im Kindergartenalter bereits ein bis fünf Sonnenbrände. In den Sonnenschutz-Kindergärten des Präventionsprojekts lernen die Kinder spielerisch, sich wirksam vor der Sonne zu schützen. So bieten die Spielplätze der Sonnenschutz-Kindergärten Schutz vor zu viel Sonne; außerdem treffen die Kinder dort auf geschulte Erzieher und Erzieherinnen, die ihnen zeigen, wie sie sich mit Sonnencremes und der entsprechenden Kleidung schützen können. Auch die Aufklärung der Erzieher und Eltern spielt dabei eine wichtige Rolle. In Deutschland wurden bislang insgesamt mehr als 100 Kitas mit dem SunPass-Zertifikat der Landeskrebsgesellschaften ausgezeichnet. Die Umsetzung der Anforderungen wird regelmäßig überprüft und stellt die Qualität eines Sonnenschutz-Kindergartens auch zukünftig sicher.

"1.000 Mutige Männer"

Das Projekt „1.000 Mutige Männer“ zur Prävention und Krebsfrüherkennung, initiiert durch die Krebsgesellschaft NRW und die BARMER GEK, nimmt eine Zielgruppe ganz genau ins Visier: Dieses Projekt motiviert die über 55-jährigen Männer zur Darmspiegelung und wurde bisher in 8 Städten durchgeführt. Es wurde 2010 mit dem Darmkrebskommunikationspreis sowie 2011 im Innovationswettbewerb "Land der Ideen" ausgezeichnet. Mit qualitätsgesicherter Information, gezielter Ansprache durch das persönliche Umfeld und dem unbefangenen Umgang mit dem Thema „Darmgesundheit“ wurde das Ziel, jeweils mehr als 1.000 Männer zur Darmspiegelung zu motivieren, in den meisten Städten mehr als erfüllt.

"Onkolotse" bildet weiter

Auch in den kommenden Jahren werden die Krebsneuerkrankungen weiter steigen. Das stellt neue Anforderungen an Patienten sowie Ärzte und betreuendes medizinisches Personal. Der „Onkolotse“ ist eine von der Sächsischen Krebsgesellschaft initiierte Weiterbildung für medizinisches Pflegepersonal, um onkologischen Patientinnen und Patienten sowie deren Familienangehörigen zu helfen, während der Erkrankung den optimalen Weg durch die oft unübersichtlichen Versorgungs- und Therapieangebote zu finden. Unter www.onkolotse.de finden Interessierte weitere Informationen.

Prävention fängt bei Dir an!

Möglichkeiten der Vorbeugung und Früherkennung gibt es viele. Sie zielen darauf ab, Krebs gar nicht erst entstehen zu lassen oder ihn so frühzeitig zu entdecken, dass durch eine frühe Therapie die Heilungschancen deutlich größer sind. Darunter fällt ein gesundheitsbewusster Lebensstil ebenso wie die Inanspruchnahme kassenfinanzierter Vorsorgeuntersuchungen. Weltweit könnten laut aktuellen Schätzungen der Weltkrebsorganisation Union of International Cancer Control (UICC) etwa 30-40% aller Krebserkrankungen vermieden werden. In Deutschland wären so bei rund 450.000 Neuerkrankungen etwa 180.000 Krebsdiagnosen jedes Jahr vermeidbar.*

Hauptursachen für eine Krebserkrankung sind laut UICC Tabakkonsum, übermäßiger Alkoholgenuss, hohe Sonnenbelastung und Fettleibigkeit. Jeder kann deshalb durch eine gesunde Lebensweise sein Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich senken.

* Deutsche Krebsgesellschaft

Diese und weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebsgesellschaft.de
http://www.lz-gesundheitsreport.de/gesundheit/krebs-rueckhalt-in-der-gemeinschaft-1850

LZ Gesundheitsreport


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