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01. Juni 2017 Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Cancer Survivors Day: Junge Menschen, die an Krebs erkranken, haben mit einschneidenden Langzeitfolgen zu kämpfen

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.
Nicht nur anlässlich des Cancer Survivors Day am 4. Juni 2017 macht die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs auf deren besonderen Probleme und Bedürfnisse aufmerksam. „Eine Krebserkrankung kann junge Menschen zwingen, viele noch nicht verwirklichte Lebenspläne ganz und gar zu streichen. Ihre Ausbildung, Karrierevorhaben, Partnerschaft oder auch ihr Kinderwunsch sind davon existenziell beeinflusst“, erklärt der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. med. Mathias Freund. „In dieser Altersgruppe liegt die Überlebenschance bei über 80 Prozent. Das bedeutet aber auch, dass die jungen Frauen und Männer sehr oft mit Langzeitfolgen der Krebserkrankung und deren intensiven Therapien kämpfen“, so Freund weiter.

Der National Cancer Survivors Day fand das erste Mal am 5. Juni 1988 in den Vereinigten Staaten von Amerika statt und wird seitdem in immer mehr Ländern der Welt am ersten Sonntag im Juni begangen.

In einer in Deutschland bisher einmaligen Studie innerhalb des Forschungsprojekts „AYA Leipzig“ (AYA = Adolescents and Young Adults) analysierten Wissenschaftler der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig, die auch mit der bundesweit tätigen Stiftung zusammenarbeiten, die Lebenszufriedenheit, Versorgungssituation und den Unterstützungsbedarf junger Krebspatienten. Mehr als 500 junge Betroffene wurden darüber hinaus zu ihrer derzeitigen psychoonkologischen Versorgung in den Klinken, Rehabilitationseinrichtungen und in der ambulanten Betreuung halbjährlich interviewt. Die Studie zeigt: Durch die Krebserkrankung verändern sich Freundschaften und andere wichtige soziale Beziehungen einschneidend. Der Wiedereinstieg in Ausbildung oder Beruf ist eine sehr große Herausforderung für die jungen Patienten. Und schließlich belastet sie die große Angst vor dem Wiederauftreten der Erkrankung. Die jungen Frauen und Männer vermissen therapeutische Angebote zur Angstbewältigung oder bewegungsund entspannungstherapeutische Angebote mit gleichaltrigen Krebspatienten, heißt es weiter in der Studie.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs stellt den jungen Betroffenen mit ihren Projekten direkte Hilfsangebote zur Verfügung, unterstützt Forschungsprojekte, die sich der Altersgruppe annehmen und stößt gesundheitspolitische Debatten an. Gleichzeitig ist sie Ansprechpartnerin für Patienten, Angehörige, Wissenschaftler, Unterstützer und die Öffentlichkeit. Die Stiftung ist 2014 von der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. gegründet worden. Ihre Arbeit ist als gemeinnützig anerkannt und wird ausschließlich durch Spenden ermöglicht.

Angaben zur Original-Studie:
Titel: „Ich bin doch noch so jung!“ – Lebenszufriedenheit, Versorgungssituation und Unterstützungsbedarf von Krebspatienten im jungen Erwachsenenalter Forschungsprojekt der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Medizinischen Fakultät, Universität Leipzig und des Departments für Psychische Gesundheit, Universitätsklinikum Leipzig
Projektleitung: Dr. Kristina Geue, Prof. Dr. Yve Stöbel-Richter
(http://medpsy.uniklinikum-leipzig.de/medpsych.site,postext,projekte-psychoonkologieabgeschlossen% 202013-17,a_id,4509.html)


Spendenkonto der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs:
Postbank, IBAN: DE57 1001 0010 0834 2261 04, BIC: PBNKDEFF

Weitere Informationen unter:
www.junge-erwachsene-mit-krebs.de

(Die angegebene Genderform vertritt beide Geschlechter. Der Name der zitierten Patientin (*) wurde geändert.)

Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs


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