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11. September 2013 Drei Fragen zum hellen Hautkrebs

Interview mit Dr. Peter Mohr, Chefarzt am Dermatologischen Zentrum des Elbeklinikums Buxtehude.

Wer ist besonders gefährdet?

Dr. Mohr: Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines hellen Hautkrebses ist die Sonneneinstrahlung. Daher sind Personen, die sich häufig und über Jahre ungeschützt in der Sonne aufhalten, sehr risikobelastet. Insbesondere hellhäutige Menschen sind gefährdet. Da die Erkrankung nur langsam zu sichtbaren Hautläsionen führt, wird sie überwiegend bei Menschen ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren festgestellt. Doch immer häufiger sind auch junge Menschen von hellem Hautkrebs betroffen. Grund dafür sind die hohen Dosen UV-Licht, egal ob durch Sonne oder Solarien, denen die Haut schon in jungen Jahren ausgesetzt ist. Doch auch Patienten, die krankheitsbedingt Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinträchtigen bzw. schwächen, tragen ein hohes Erkrankungsrisiko.

Das Basalzellkarzinom ist der häufigste helle Hautkrebs. Wie kann diese Tumor-Erkrankung behandelt werden?

Dr. Mohr: Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Behandlung eines Basalzellkarzinoms einfach durchzuführen. Das gilt insbesondere wenn der Tumor noch nicht großflächig und tief in das Hautgewebe gewachsen ist. Bei diesen Patienten können wir den Tumor dann meist mit einer Operation oder einem anderen nicht-operativen Verfahren entfernen. Anders sieht es bei Patienten aus, bei denen die Erkrankung erst sehr spät erkannt wird. In diesen Fällen konnte sich der Tumor - häufig über Jahre - weiträumig ausbreiten. Wir sprechen dann von einem lokal fortgeschrittenen Stadium. In einigen Fällen entwickelt sich sogar ein metastasiertes Stadium.

Bislang hatten wir für diese Formen der fortgeschrittenen Erkrankung kaum Behandlungsmöglichkeiten. Seit Juli dieses Jahres können wir in vielen Fällen eine neue Behandlung anbieten und entstellende Operationen vermeiden. Der neue Wirkstoff schaltet den so genannten "Hedgehog-Signalweg" in den Krebszellen aus. Bei Erwachsenen spielt der Signalweg normalerweise keine Rolle. Es sei denn, er wird im Rahmen einer Tumorentstehung angeschaltet - das passiert praktisch bei allen Basalzellkarzinomen. Ist der Signalweg aktiv, regt er die Zellen zum Wachstum an und es bildet sich ein Tumor.

Wie wirkt sich das neue Medikament auf den Alltag der Patienten aus?

Dr. Mohr: Ein fortgeschrittenes Basalzellkarzinom ist für die Betroffenen eine sehr große Belastung. Die offenen Wunden im Hals-, Nacken- oder Gesichtsbereich sind deutlich sichtbar und lassen sich kaum verbergen. Daher meiden die Patienten häufig den Umgang mit anderen Menschen. Mit dem neuen Wirkstoff können wir in den meisten Fällen nach wenigen Wochen eine Schrumpfung des Tumors erzielen. Große offene Wunden gehen zurück, und Blutungen werden gestillt. In aktuellen Studien profitierten 9 von 10 Patienten von der neuen Behandlung.


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