Mittwoch, 21. August 2019
Navigation öffnen

Infos für Patienten

22. August 2018 Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?

© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/psychoonkologen.php eine bundesweite Online-Suche. Dahinter verbirgt sich ein Verzeichnis mit rund 600 Adressen von psychoonkologisch weitergebildeten Fachleuten, die ambulant psychotherapeutisch arbeiten.
Beherrschen Ängste und Sorgen den Alltag von Krebspatienten über eine längere Zeit, kann eine Psychotherapie angezeigt sein. Experten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Krebspatienten eine allgemein hohe psychische Belastung hat. Bei rund einem Drittel aller Betroffenen liegt sogar eine seelische Belastung mit Krankheitswert vor, beispielsweise eine Depression. Viele, die nach Ansprechpartnern suchen, wissen jedoch nicht, wie sie Fachleute mit speziellen Kenntnissen in der Begleitung von Krebspatienten finden können. „Unser Online-Verzeichnis erspart vielen Betroffenen und Angehörigen die mühselige Suche nach kompetenter psychoonkologischer Hilfe“, so Dr. Susanne Weg-Remers. Sie ist Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums. Der Dienst  beantwortet seit über 30 Jahren alle Fragen rund um das Thema Krebs kostenlos – telefonisch unter 0800-420 30 40 und per E-Mail unter krebsinformationsdienst@dkfz.de  
 
Suche leicht gemacht: Das psychoonkologische Online-Verzeichnis des Krebsinformationsdienstes © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Suche leicht gemacht: Das psychoonkologische Online-Verzeichnis des Krebsinformationsdienstes © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


Online-Suche leicht gemacht
Nach Eingabe der Postleitzahl und Auswahl des gewünschten Suchradius auf der Seite https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/psychoonkologen.php werden die Treffer aus einem Pool von 600 Adressen gefiltert. „Wir achten bei unseren Adressen darauf, dass bestimmte Qualitätsstandards erfüllt sind“, erläutert Doris Lintz, Psychoonkologin beim Krebsinformationsdienst und verantwortlich für das Verzeichnis. „Alle bei uns gelisteten Adressinhaber haben eine von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannte psychoonkologische Weiterbildung absolviert und verfügen über eine psychotherapeutische Qualifikation. Die meisten von ihnen sind als Psychologische oder Ärztliche Psychotherapeuten in einer Praxis tätig.“

Informationen zur Kostenübernahme  
Neben den Kontaktdaten erhalten die Nutzer weitere Informationen zum jeweiligen Anbieter, beispielsweise zur Ausbildung und zu therapeutischen Schwerpunkten. Wichtig für Patienten ist auch die Angabe zur Kostenregelung, da diese unterschiedlich sein kann. Bei gut zwei Dritteln der Anbieter können die Psychotherapie-Kosten regulär von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Bei anderen ist eine Kostenerstattung in begründeten Einzelfällen möglich, oder aber das Angebot ist auf Privatversicherte oder Selbstzahler beschränkt.

Das Verzeichnis wird regelmäßig aktualisiert und darüber hinaus kontinuierlich erweitert. Dazu arbeitet der Krebsinformationsdienst mit der Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO) und anderen von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannten Anbietern psychoonkologischer Weiterbildungen zusammen.

Häufig genutzt
Das Online-Verzeichnis wurde im Juni 2018 rund 8.600 mal aufgerufen. Weg-Remers dazu: „Die Zahl zeigt, wie groß der Bedarf an transparenten Informationen und verlässlichen Ansprechpartnern ist.“ Die Versorgung ist allerdings nicht flächendeckend gewährleistet. Nicht jeder Betroffene findet einen psychoonkologisch spezialisierten Psychotherapeuten mit freien Kapazitäten in Wohnortnähe. Ist das der Fall, können auch Psychotherapeuten ohne Spezialisierung auf Krebs Betroffene oder auch Angehörige behandeln.

Psychoonkologische Hilfe in Kliniken und Krebsberatungsstellen
Kurzfristig verfügbare Unterstützungsangebote machen inzwischen auch viele Kliniken, die Krebspatienten behandeln. Eine gute erste Anlaufstelle können darüber hinaus ambulante Krebsberatungsstellen sein. Diese beraten in der Regel kostenfrei und richten ihr Angebot explizit auch an Angehörige. Der Krebsinformationsdienst bietet ein bundesweites, trägerübergreifendes Adressverzeichnis mit über 300 Anlaufstellen unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php

Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft


Das könnte Sie auch interessieren

Bewegung hilft bei der Krebstherapie

Bewegung hilft bei der Krebstherapie
© Witthaya / Fotolia.com

Dass Sport und eine Krebserkrankung sich nicht gegenseitig ausschließen, ist inzwischen bekannt. Erwiesenermaßen beugt Sport nicht nur vor, sondern hat auch therapeutische Wirkungen und verbessert die Lebensqualität. Doch wie sieht dies in der Praxis aus und welcher Sport empfiehlt sich in welchem Ausmaß bei welcher Therapie? Aktuell werden immer mehr Studien zu diesem Thema durchgeführt. Das Wohlbefinden des Patienten während und nach der Therapie steht...

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Je sauberer der Darm, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis einer Darmspiegelung zur Krebsvorsorge. Darauf weisen Experten im Vorfeld des Kongresses Viszeralmedizin 2016 in Hamburg hin. Um den Darm optimal für die „Koloskopie“ vorzubereiten, sollten Patienten auf zwei Tage verteilt eine Poly-Ethylen-Glykol-Lösung (kurz: PEG) als Abführmittel zu sich nehmen, so die Mediziner. Die Darmspiegelung gilt als eines der effektivsten Verfahren der Krebsvorsorge...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich