Freitag, 18. September 2020
Navigation öffnen

Infos für Patienten

22. August 2018 Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?

© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/psychoonkologen.php eine bundesweite Online-Suche. Dahinter verbirgt sich ein Verzeichnis mit rund 600 Adressen von psychoonkologisch weitergebildeten Fachleuten, die ambulant psychotherapeutisch arbeiten.
Beherrschen Ängste und Sorgen den Alltag von Krebspatienten über eine längere Zeit, kann eine Psychotherapie angezeigt sein. Experten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Krebspatienten eine allgemein hohe psychische Belastung hat. Bei rund einem Drittel aller Betroffenen liegt sogar eine seelische Belastung mit Krankheitswert vor, beispielsweise eine Depression. Viele, die nach Ansprechpartnern suchen, wissen jedoch nicht, wie sie Fachleute mit speziellen Kenntnissen in der Begleitung von Krebspatienten finden können. „Unser Online-Verzeichnis erspart vielen Betroffenen und Angehörigen die mühselige Suche nach kompetenter psychoonkologischer Hilfe“, so Dr. Susanne Weg-Remers. Sie ist Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums. Der Dienst  beantwortet seit über 30 Jahren alle Fragen rund um das Thema Krebs kostenlos – telefonisch unter 0800-420 30 40 und per E-Mail unter krebsinformationsdienst@dkfz.de  
 
Suche leicht gemacht: Das psychoonkologische Online-Verzeichnis des Krebsinformationsdienstes © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Suche leicht gemacht: Das psychoonkologische Online-Verzeichnis des Krebsinformationsdienstes © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


Online-Suche leicht gemacht
Nach Eingabe der Postleitzahl und Auswahl des gewünschten Suchradius auf der Seite https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/psychoonkologen.php werden die Treffer aus einem Pool von 600 Adressen gefiltert. „Wir achten bei unseren Adressen darauf, dass bestimmte Qualitätsstandards erfüllt sind“, erläutert Doris Lintz, Psychoonkologin beim Krebsinformationsdienst und verantwortlich für das Verzeichnis. „Alle bei uns gelisteten Adressinhaber haben eine von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannte psychoonkologische Weiterbildung absolviert und verfügen über eine psychotherapeutische Qualifikation. Die meisten von ihnen sind als Psychologische oder Ärztliche Psychotherapeuten in einer Praxis tätig.“

Informationen zur Kostenübernahme  
Neben den Kontaktdaten erhalten die Nutzer weitere Informationen zum jeweiligen Anbieter, beispielsweise zur Ausbildung und zu therapeutischen Schwerpunkten. Wichtig für Patienten ist auch die Angabe zur Kostenregelung, da diese unterschiedlich sein kann. Bei gut zwei Dritteln der Anbieter können die Psychotherapie-Kosten regulär von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Bei anderen ist eine Kostenerstattung in begründeten Einzelfällen möglich, oder aber das Angebot ist auf Privatversicherte oder Selbstzahler beschränkt.

Das Verzeichnis wird regelmäßig aktualisiert und darüber hinaus kontinuierlich erweitert. Dazu arbeitet der Krebsinformationsdienst mit der Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO) und anderen von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannten Anbietern psychoonkologischer Weiterbildungen zusammen.

Häufig genutzt
Das Online-Verzeichnis wurde im Juni 2018 rund 8.600 mal aufgerufen. Weg-Remers dazu: „Die Zahl zeigt, wie groß der Bedarf an transparenten Informationen und verlässlichen Ansprechpartnern ist.“ Die Versorgung ist allerdings nicht flächendeckend gewährleistet. Nicht jeder Betroffene findet einen psychoonkologisch spezialisierten Psychotherapeuten mit freien Kapazitäten in Wohnortnähe. Ist das der Fall, können auch Psychotherapeuten ohne Spezialisierung auf Krebs Betroffene oder auch Angehörige behandeln.

Psychoonkologische Hilfe in Kliniken und Krebsberatungsstellen
Kurzfristig verfügbare Unterstützungsangebote machen inzwischen auch viele Kliniken, die Krebspatienten behandeln. Eine gute erste Anlaufstelle können darüber hinaus ambulante Krebsberatungsstellen sein. Diese beraten in der Regel kostenfrei und richten ihr Angebot explizit auch an Angehörige. Der Krebsinformationsdienst bietet ein bundesweites, trägerübergreifendes Adressverzeichnis mit über 300 Anlaufstellen unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php

Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft


Das könnte Sie auch interessieren

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung
© DKMS gemeinnützige Gesellschaft mbH

in diesem Jahr liegt der Fokus des jährlichen World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai auf nachhaltiger Bildung rund um das Thema Blutkrebs. Darüber hinaus wird gemeinsam mit Helfern, Gruppen und Organisationen weltweit im Rahmen des jährlichen Aufmerksamkeitstags Solidarität mit Patienten demonstriert. Die DKMS appelliert: Macht alle mit! Jeder kann sich am WBCD beteiligen und so den Kampf gegen Blutkrebs voranbringen.

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab