Dienstag, 16. Juli 2019
Navigation öffnen

Infos für Patienten

20. Februar 2012 Darmkrebs: Mehr Freiraum durch orale Chemotherapie

Bei der Behandlung von Darmkrebs ist eine Chemotherapie oft unverzichtbar. Es gibt dabei zwei verschiedene Formen: Die klassische Chemotherapie wird den Patienten von ihrem Arzt als Infusion verabreicht, die moderne Chemotherapie in Tablettenform kann zuhause eingenommen werden. Die Patienten müssen seltener ins Krankenhaus. Dadurch haben sie mehr Zeit für ihre Familie, den Beruf und ihre Freizeit.

Seit mehreren Jahren ist die Chemotherapie mit Tabletten – die sogenannte orale Chemotherapie – zur Behandlung von Darmkrebs zugelassen. Studien haben gezeigt, dass diese Therapie wirksam – und verträglich – ist, erklärt Dr. Al-Batran, Facharzt für Onkologie. Dr. Al-Batran: „Studien belegen, dass die orale Chemotherapie nicht weniger wirksam, sogar eher besser wirksam ist. Nur weil eine Tablette oral ist, heißt das jedoch nicht, dass sie keine Nebenwirkungen hat. Aber ich würde sagen, dass die orale Therapie flexibler ist: Wenn Nebenwirkungen auftreten, wie zum Beispiel Durchfall oder Übelkeit, kann der Patient die Therapie selbst abbrechen; auch nachts, wenn der Arzt nicht erreichbar ist und ihn dann am nächsten Tag anrufen. Man nennt das "Real-Time-Kontrolle". Bei der Infusionstherapie ist es anders: Wenn die Infusion einmal injiziert ist, ist sie drin.“

 

Viele Patienten schätzen genau das. So auch Ullrich Berg. Er hat Erfahrungen mit Infusions- und oraler Therapie gemacht und kennt die Unterschiede. Im Vergleich zur Behandlung in Tablettenform waren die Nebenwirkungen während der infusionalen Behandlung immens.

Hr. Berg: „Sehr heftige Müdigkeitsanfälle, Niedergeschlagenheit, extreme Reaktionen im Magen-Darm-Bereich und dann hatte man eigentlich nur wenige Tage Zeit, um wieder ein bisschen fit zu werden, für die nächste Infusionstherapie. Es war eine harte Belastung und ich war glücklich, dass sich durch die Tabletten-Chemotherapie diese Nebenwirkungen extrem reduzierten.“

 

Durch die orale Chemotherapie war es Ullrich Berg wieder möglich, am alltäglichen Leben teilzunehmen: „Zum Beispiel konnte ich, um auch den Körper weiter zu stärken, wieder körperliche Arbeit im Garten aufnehmen. Auch konnte ich wieder größere Spaziergänge und Wanderungen durchführen. Mein Körper war, im Vergleich zu den Infusions-Chemotherapien, nicht so angeschlagen und ich konnte damit sehr gut umgehen.“

 

Zwar bleiben auch bei der oralen Chemotherapie Nebenwirkungen nicht aus. Dennoch – die Vorteile überwiegen hier. Dr. Al-Batran: „Der wichtigste Vorteil der oralen Therapie ist, dass der Patient seine Tablette unabhängig vom Arzt und vom Krankenhaus zuhause einnehmen kann. Dadurch hat er mehr Freiräume, was sich natürlich in einer besseren Lebensqualität reflektiert.“ Die heutigen Möglichkeiten der Chemotherapie sind sehr wichtig für Darmkrebspatienten. Die Behandlung mit Tabletten schafft für Patienten mehr Freiräume für Familie, Freizeit und Beruf.


Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt keinen Arzttermin, er bietet aber Antworten auf...

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen
© Carolin Lauer (carolinlauer.de)

Ganz unverhofft trifft die damals 30jährige Cristina aus Hannover die Diagnose Krebs. Erst dachte sie an einen schlechten Scherz, als sie den Anruf von ihrem Arzt erhielt und dann zog ihr die Nachricht den Boden unter den Füßen weg. Mit der Chemotherapie kamen der Verlust der Haare, Augenbrauen und Wimpern und damit auch teilweise unangenehme Situationen: „Selbst als ich noch Stoppeln auf dem Kopf hatte, haben mich sofort alle angestarrt. Teilweise getuschelt oder den...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Darmkrebs: Mehr Freiraum durch orale Chemotherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren