Samstag, 4. Juli 2020
Navigation öffnen

Infos für Patienten

08. März 2017 Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur Armutsfalle.
In Deutschland erkranken jährlich mehr als 75.000 Frauen neu an Brustkrebs. Die gute Nachricht: Heute können sehr viele von ihnen langfristig geheilt werden. Viele Langzeitüberlebende leiden jedoch häufig noch jahrelang an den Folgen ihrer Krebserkrankung und deren Behandlung.

„Neben körperlichen Spätkomplikationen wie Nervenschäden oder Osteoporose hat eine Krebserkrankung häufig auch erhebliche finanzielle Folgen für die Betroffenen“, erläutert Dr. Sylvia Brathuhn, Bundesvorsitzende der FSH. Von den Frauen mit Brustkrebs im erwerbsfähigen Alter könnten viele aufgrund der Krankheitsfolgen nicht an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren. Sie arbeiten nur noch stundenweise oder verlieren sogar ihre Stelle. Viele rutschen auch ungewollt in die Erwerbsminderungsrente, die eine Rückkehr in den Beruf nahezu unmöglich macht.

„Viele Betroffene können nach der Diagnose nur schwer oder gar nicht überblicken, was sie nun alles bedenken müssen“, weiß Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Für sie steht erst einmal der Umgang mit der Krankheit im Vordergrund. Wichtige Entscheidungen in Bezug auf Arbeitsplatz, Kranken- und Rentenversicherung geraten darüber schnell aus dem Blick – mit gravierenden Auswirkungen für die Zukunft der erkrankten Frauen.“

Die Deutsche Krebshilfe und die FSH fordern daher, dass in allen onkologischen Zentren und auch beim niedergelassenen Onkologen eine unabhängige sozialmedizinische Beratung von Menschen mit einer Krebserkrankung Pflicht wird. Und auch die Finanzierung von örtlichen Krebsberatungsstellen muss auf finanziell gesicherte Füße gestellt werden. Außerdem müssten die Dauer der Zahlung des Krankengeldes flexibilisiert und die beruflichen Rehabilitationsangebote weiter ausgebaut werden.

„Die Rückkehr ins Erwerbsleben sollte möglichst vielen Menschen nach einer Krebserkrankung offen stehen“, fordert die FSH-Bundesvorsitzende. „Das voreilige Abdrängen der Betroffenen in die Erwerbsminderungsrente, wie wir es heute häufig beobachten, ist der falsche Weg – und das nicht nur für den Einzelnen. Er kostet auch die Solidargemeinschaft langfristig gesehen mehr.“ Jeder Euro, der in die berufliche Rehabilitation investiert werde, zahle sich mit der Rückkehr in die Berufstätigkeit aus. Daher müsse dafür gesorgt werden, dass Frauen mit einer Krebserkrankung so viel Unterstützung wie möglich bekommen, um am Erwerbsleben auch weiterhin teilnehmen zu können, so Brathuhn.

Deutsche Krebshilfe


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus
© Expensive - stock.adobe.com

Jede 8. Frau in Deutschland erkrankt laut Statistischem Bundesamt in ihrem Leben an Brustkrebs. Im Brustkrebsmonat Oktober wird ein besonderer Fokus auf diese Krankheit gerichtet, um über Möglichkeiten der Früherkennung und der Behandlung zu informieren. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) nehmen in diesem Jahr eine spezielle Betroffenengruppe in den Blick: Frauen, die an einer nicht mehr heilbaren Brustkrebserkrankung leiden.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden