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Medizin

06. April 2017 Zweitlinientherapie des NSCLC: Ramucirumab plus Docetaxel verlängert Überleben

Der VEGF-Hemmer Ramucirumab verlängerte in Kombination mit Docetaxel bei Patienten mit fortgeschrittenem platinrefraktären nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom in einer explorativen Auswertung der REVEL-Studie unabhängig von der Histologie das progressionsfreie Überleben signifikant.
Ramucirumab ist ein humaner IgG1-Antiköper, der die Bindung von VEGF an den VEGF2-Rezeptor und somit nachgeschaltete Signalwege hemmt. In der Folge wird die Neubildung von Blutgefäßen zur Versorgung des Tumors mit Nährstoffen unterdrückt. Der VEGF-Inhibitor ist seit Januar 2016 zur Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem NSCLC bei Progress nach oder unter platinhaltiger Chemotherapie zugelassen. Die Zulassung basierte vor allem auf den positiven Ergebnissen der Phase-III-Studie REVEL.

In die internationale doppelblinde Phase-III-Studie waren NSCLC-Patienten mit Platten- oder nicht Plattenepithelhistologie nach einer platinhaltigen Chemotherapie aufgenommen worden. Sie wurden randomisiert mit Docetaxel (75 mg/m² alle 3 Wochen) plus Placebo (n = 625) oder Docetaxel plus Ramucirumab (10 mg/kg alle 3 Wochen) (n = 628) behandelt. In der Ramucirumab-Gruppe wurde ein signifikant längeres Gesamtüberleben von 10,5 Monaten erreicht im Vergleich zu 9,1 Monaten im Kontrollarm (HR 0,86, p = 0,023) (Abb. 1). Der Effekt war von der Histologie unabhängig. Auch Patienten, die zuvor mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab behandelt worden waren, sprachen auf Ramucirumab an.

Eine explorative Subgruppenanalyse der REVEL-Studie zeigte, dass 360 von 1.252 eingeschlossenen Patienten (29%) nicht auf die vorangegangene platinhaltige Therapie angesprochen hatten. Bei diesen Patienten verlängerte die Ramucirumab-Kombination das PFS von 2,5 auf 4,0 Monate (HR 0,71, p = 0,002), das OS wurde von 6,3 auf 8,3 Monate verlängert (HR 0,86, p = 0,197).

Der VEGF-Hemmer ist aufgrund der vorliegenden Daten mit einer IB-Empfehlung in Kombination mit Docetaxel zur Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC unabhängig von der Histologie in die aktuellen ESMO-Leitlinien aufgenommen worden (1).

Dr. Susanne Heinzl

Quelle: Dr. Nicolas Dickgreber, Rheine, Pressegespräch „1 Jahr Cyramza: Status quo in der NSLCL-Therapie“, beim DGP-Kongress 2017, Stuttgart, 24. März 2017, Veranstalter: Lilly Oncology

Literatur:

(1) Novello S, Barlesi F, Califano R et al.
Metastatic non-small-cell lung cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up.
Ann Oncol. 2016 Sep;27(suppl 5):v1-v27.
https://academic.oup.com/annonc/article/27/suppl_5/v1/2237045/Metastatic-non-small-cell-lung-cancer-ESMO


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