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Medizin

14. Dezember 2020 Zweite Pandemiewelle trifft Krebspatienten hart – Krebsinstitutionen richten dringenden Appell an Bevölkerung

Die Covid-19-Pandemie bringt die Kliniken in Deutschland an die Belastungsgrenze. Die Versorgung von Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs ist dadurch deutlich beeinträchtigt. Immer mehr onkologische Eingriffe werden verschoben, diagnostische Untersuchungen und Nachsorge teilweise stark zurückgefahren. Die Corona-Taskforce von Deutscher Krebshilfe, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) warnt davor, dass ein weiteres Ansteigen der Corona-Neuinfektionen zu bedrohlichen Situationen für Krebspatient*innen führen kann und richtet einen Appell an die Bevölkerung: Wer sich vor Infektionen schützt, schützt auch Krebspatient*innen und Menschen mit anderen schweren Erkrankungen.
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Bereits mit dem Beginn der Corona-Pandemie hatten die Deutsche Krebshilfe, das DKFZ und die DKG eine Taskforce eingerichtet, um die Versorgungssituation von Krebspatient*innen zu beobachten und zu analysieren.

Aktuelle Erhebungen der Taskforce sowie zahlreiche Meldungen deutscher Kliniken zeichnen ein äußerst besorgniserregendes Bild. Professor Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, fasst zusammen: „Die Situation an den Kliniken wird täglich enger: Wir haben anhaltend hohe Infektionszahlen, aber nur eine begrenzte Zahl an Intensivbetten. Quarantänemaßnahmen dünnen die ohnehin knappe Personaldecke weiter aus. Bei einer weiteren Verschärfung kann eine Versorgung aller schwerkranken Menschen nicht mehr gewährleistet werden – dazu zählen insbesondere die 1.400 Patienten, die Tag für Tag neu an Krebs erkranken.“

Auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, hält die aktuelle Lage für dramatisch. Die Situation an den Kliniken sei wesentlich angespannter als während der ersten akuten Phase der Pandemie. "Es geht jetzt darum, dass alle kranken Menschen gut versorgt werden. Hierfür derzeit zusätzliche Versorgungsressourcen zu schaffen, ist jedoch unrealistisch.“ Für Nettekoven bleibt nur der Appell an die Bevölkerung, die von der Politik festgelegten Corona-Schutzmaßnahmen unbedingt ernst zu nehmen und einzuhalten, damit sich möglichst wenige Menschen mit dem Virus infizieren und sich die Zahl der Neuinfektionen schnell verringert. "Das Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren, ist jetzt nicht nur Aufgabe der Politik, sondern auch unserer Gesellschaft – nicht zuletzt im Sinne der vielen Krebspatienten in unserem Land, die alle gut versorgt werden müssen“, so Nettekoven.

Der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Prof. Dr. Thomas Seufferlein, ist ebenfalls besorgt. "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass durch die hohe Auslastung vieler Kliniken nicht nur die Versorgung von Menschen mit einer Corona-Infektion gefährdet ist, sondern auch die Versorgung vieler anderer schwerwiegender Erkrankungen. Angesichts der 510.000 Menschen, die in Deutschland jährlich neu an Krebs erkranken, befürworten wir die strengeren Kontaktbeschränkungen, die gestern von der Politik beschlossen wurden.“

Die Analyse der Taskforce erfolgte auf der Grundlage regelmäßiger systematischer Befragungen von 18 großen deutschen universitären Krebszentren, aber auch von einigen nicht-universitären Krebskliniken. Darüber hinaus gingen Patientenrückmeldungen über die Krebsinformationsdienste des DKFZ (KID) und der Deutschen Krebshilfe (INFONETZ KREBS) in die Auswertung ein. Ziel der Taskforce: Versorgungsengpässe und -einschränkungen frühzeitig zu erkennen und den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern zu suchen. Die Taskforce stellte bereits im Frühjahr ein angespanntes Versorgungssystem fest. Die Ergebnisse der Befragungen über die ersten fünf Monate der Pandemie wurden kürzlich im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft


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