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Medizin
11. September 2015

Zulassungsantrag für Daratumumab für europäische Patienten mit stark vorbehandeltem Multiplen Myelom eingereicht

Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) wurde jetzt ein neuer Zulassungsantrag für Daratumumab eingereicht, ein Prüfpräparat mit humanen monoklonalen Anti-CD38-Antikörpern zur Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom.

Multiples Myelom ist ein unheilbarer Blutkrebs, der im Knochenmark beginnt und durch übermässiges Wachstum und Überleben von malignen Plasmazellen gekennzeichnet ist (1). Patienten, die nach Behandlungen mit Proteasom-Inhibitoren (PIs) und immunmodulatorischen Wirkstoffen (IMiDs) Rückfälle erleiden, haben eine schlechte Prognose mit einem geschätzten mittleren Gesamtüberleben von neun Monaten (2).

Die Wirkungsweise von Daratumumab besteht darin, dass es sich an CD38 bindet, ein signalisierendes Molekül auf der Oberfläche von multiplen Myelom-Zellen (3),(4), (5),(6). Auf diese Weise löst Daratumumab einen Angriff des körpereigenen Immunsystems auf die Krebszellen aus, was durch mehrere immunvermittelte und andere Wirkungsmechanismen zu einem schnellen Absterben der Tumorzellen führt (7).

Der bei den Behörden eingereichte Antrag für Daratumumab wartet jetzt auf Validierung durch die EMA und basiert auf Daten aus der Phase-2-MMY2002-Monotherapie-Studie (SIRIUS), die auf der 51. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt wurden (8), Daten aus der Phase 1/2-GEN501-Monotherapie-Studie, die kürzlich im The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden (9) und Daten aus 3 weiteren unterstützenden Studien.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt für MMY2002 war die Gesamtansprechrate (ORR). 95% der Patienten in der Studie waren doppelt refraktär nach PI und IMiD. Die Patienten hatten 3 oder mehr vorangegangene Therapielinien erhalten (im Mittel 5), einschliesslich einer PI und einer IMiD. Daratumumab erreichte eine ORR von 29% in der Gruppe der Patienten, die mit 16mg/kg (n=106) als alleinigem Wirkstoff behandelt wurden, und zeigte ein gut verträgliches Sicherheitsprofil (8).

Die ORR-Ergebnisse von MMY2002 sind den ORR-Daten der Phase-1/2-GEN501-Studie ähnlich, bei der die Sicherheit der primäre Endpunkt war. Patienten, die in GEN501 aufgenommen worden waren, hatten vorher 2 oder mehr Therapielinien durchlaufen (im Mittel 4), darunter eine PI und eine IMiD, und 64% waren sowohl nach PIs als auch nach IMiDs rückfällig geworden. In dieser Studie demonstrierte Daratumumab ein gut verträgliches Sicherheitsprofil und erreichte eine ORR von 36% (teilweises Ansprechen bei 11, gutes teilweises Ansprechen bei 2 und vollständiges Ansprechen bei 2 Patienten) in der Gruppe der Patienten, die 16 mg/kg erhielten, wobei sich das Ansprechen im Laufe der Zeit verbesserte. Das mittlere progressionsfreie Überleben betrug 5,6 Monate (95% CI: 4,2; 8,1) und 65% (95% CI: 28; 68) der Ansprechenden zeigten nach 12 Monaten weiterhin ein Abklingen. Die OS-Rate nach 12 Monaten lag bei 77% (95% CI: 58; 88) (9).

"Seit mehr als einem Jahrzehnt konzentriert sich Janssen darauf, die unerfüllten Bedürfnisse beim multiplem Myelom abzudecken, das trotz wichtiger Fortschritte immer noch eine unheilbare Krebsart darstellt", sagte Jane Griffiths, Company Group Chairman von Janssen Europa, Nahost und Afrika. "Wir fühlen uns in unserem fortwährenden Engagement für die Erforschung neuer Therapien und innovativer Mechanismen ermutigt, wenn wir die Stärke des therapeutischen Ansprechens auf Daratumumab sehen. Dies ist besonders vielversprechend für rezidivierte und refraktäre Patienten mit einer schlechten Prognose, die möglicherweise schon alle anderen vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben."

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) American Society of Clinical Oncology. Multiple myeloma: overview. Verfügbar unter: http://www.cancer.net/cancer-types/multiple-myeloma/overview. Letzter Zugriff: 18. Mai 2015.
(2) Kumar, SK, Lee JH, Lahuerta JJ, et al. Leukemia 2012;26(1):149-57.
(3) Danylesko I, Beider K, Shimoni A, Nagler A. Leukemia 2014;28:525-542.
(5) Lin P, Owens R, Tricot G, Wilson CS. Am J Clin Pathol. 2004;121:482-8.
(6) Fedele G, di Girolamo M, Recine U, et al. Mediat Inflamm. 2013;2013:564687.
(7) de Weers M, Tai YT, van der Veer MS, et al. J Immunol. 2011;186:1840-8.
(8) Lonial S, Weiss BM, Usmani SZ, et al. J Clin Oncol. 2015;33 (Suppl.): Abstract LBA 8512.
(9) Lokhorst HM, Plesner T, Laubach JP, et al.  N Engl J Med. 2015; 1.-3. Aug. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1506348


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