Sonntag, 29. November 2020
Navigation öffnen
Medizin

18. Januar 2019 Zulassung von Apalutamid beim Hochrisiko-M0CRPC

Die Europäische Kommission hat die Marktzulassung von Apalutamid (ERLEADA®) für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (M0CRPC, nm-CRPC) und hohem Metastasierungsrisiko (PSA-Verdopplungszeit ≤ 10 Monate) erteilt. Bei dem neuen Wirkstoff handelt es sich um einen oralen Androgensignal-Inhibitor (ASI) der neuen Generation* (1-3).
Anzeige:
Kyprolis
Die Zulassung basiert auf der Phase-III-Studie SPARTAN (1), die bei M0CRPC-Patienten mit schnellem Anstieg des Werts des Prostataspezifischen Antigens (PSA) die Sicherheit und Wirksamkeit von Apalutamid und einer kontinuierlichen Androgendeprivationstherapie (ADT) mit Placebo + ADT verglichen hat (1,4,5). Nach den Ergebnissen der Studie reduzierte Apalutamid + ADT im Vergleich zu Placebo + ADT das Risiko für Fernmetastasierung oder Tod (MFS: metastasenfreies Überleben) signifikant um 70% (HR=0,30; 95%-KI: 0,24-0,36; p<0,0001). Das mediane MFS wurde um mehr als 2 Jahre verlängert (41 Monate vs. 16 Monate) (5).

Zu den am häufigsten aufgetretenen Nebenwirkungen gehörten Ermüdung (30%), Hautausschlag (24% alle Schweregrade und 5% Grad 3 oder 4), Gewichtsverlust (16%), Arthralgie (16%) und Sturz (16%). Zu weiteren wichtigen Nebenwirkungen zählten Frakturen (12%) und Hypothyreose (8%) (5). Die Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen lag im Apalutamid-Arm bei 11%, verglichen mit 7% im Placebo-Arm. Die Häufigkeit von schwerwiegenden Nebenwirkungen war in beiden Studienarmen vergleichbar (25% vs. 23%) (1).

* vs. Antiandrogene der vorherigen Generation (wie Bicalutamid) (2), im Vergleich zu denen ASIs der neuen Generation eine höhere Androgenrezeptor-Affinität aufweisen (gemessen in präklinischen Daten am Maus-Xenotransplantat-Modell) (3); klinische Daten liegen bislang noch nicht vor, entsprechende Effekte lassen sich in vivo nur vermuten.

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) Smith MR et al. Apalutamide Treatment and Metastasis-free Survival in Prostate Cancer. N Engl J Med. 2018;378(15):1408-18.
(2) Joseph JD et al. A clinically relevant androgen receptor mutation confers resistance to second-generation antiandrogens enzalutamide and ARN-509. Cancer Discov 2013;3:1020-9.
(3) Clegg NJ et al. ARN-509: a novel antiandrogen for prostate cancer treatment. Cancer Res 2012;72(6):1494-1503.
(4) Small EJ et al. SPARTAN, a phase 3 double-blind, randomized study of apalutamide (APA) versus placebo (PBO) in patients (pts) with nonmetastatic castration-resistant prostate cancer (nmCRPC). J Clin Oncol 2018;36(suppl 6S): Abstract 161 & Oral Abstract Session, GU-ASCO 2018, Abstract 161: meetinglibrary.asco.org/record/157021/abstract. Letzter Zugriff 12.12.2018
(5) Aktuelle Fachinformation Erleada®


Anzeige:
Polivy

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Zulassung von Apalutamid beim Hochrisiko-M0CRPC"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab