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Medizin

09. Oktober 2019 Zielgerichtete Therapie auch beim Cholangiokarzinom einsetzen

Die Behandlung von Cholangiokarzinomen ist durch die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien stark im Wandel. Die Forschung konzentriert sich besonders auf Patienten mit Fusionen des Fibroblastenwachstumsfaktorrezeptors-2 (FGFR2) und Isocitratdehydrogenase-1 (IDH1)-Mutationen, die bei ca. 40% aller Patienten mit intrahepatischen Cholangiokarzinomen vorliegen. Während des ESMO-Kongresses 2019 in Barcelona wurden die finalen Ergebnisse der FIGHT-202 Studie vorgestellt, in der sich eine klinisch bedeutende Wirksamkeit von Pemigatinib für vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem Cholangiokarzinom zeigte.
Weniger als 5% der Patienten mit Cholangiokarzinom leben ein Jahr nach der Diagnose noch. Die Inzidenz ist steigend, und immer mehr junge Patienten sind betroffen. Zurzeit gibt es für die inoperable Erkrankungen keine etablierte Zweitlinientherapie nach Versagen der Erstlinientherapie, die aus Gemcitabin und Cisplatin besteht. Es gibt Hinweise darauf, dass eine Fehlregulation von FGFR2 durch eine FGFR-Umlagerung oder Fusion in die Pathogenese des Gallengangkarzinoms involviert ist.

FGFR2 ins Visier nehmen

Bei den 107 Patienten der FIGHT-202 Studie mit FGFR-Gen Umlagerung oder Fusion betrug die objektive Ansprechrate auf den FGFR2-Inhibitor Pemigatinib 35,5%, darunter drei komplette Remissionen, und die mediane Ansprechdauer 7,5 Monate. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 6,9 Monate und das mediane Gesamtüberleben 21,1 Monate. In der Zweitlinientherapie des Gallenwegkarzinoms gibt es zurzeit keine Substanz, mit der vergleichbare Ansprechraten erreicht werden. Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse dieser Studie plant die Firma Incyte kurzfristig die Beantragung zur Zulassung von Pemigatinib bei der FDA und EMA.

In der randomisierten Phase 3 Studie FIGHT-302, die schon seit Dezember 2018 rekrutiert, werden Effektivität und Sicherheit von Pemigatinib mit einer Chemotherapie aus Gemcitabin und Cisplatin in der Erstlinientherapie bei Patienten mit unresektablen oder metastasierten Cholangiokarzinomen mit FGFR2 Umlagerung oder Fusionen verglichen. 

Dr. Annette Junker

Quelle: Incyte at ESMO 2019, 27.09.2019, Barcelona


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