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Medizin
10. März 2021

Zervixkarzinom-Prävention: Real-Life-Daten bestätigen überlegene Sensitivität der Dünnschichtzytologie

Für den Fortbestand der aktuellen Vorgehensweise beim Zervixkarzinom-Screening in Deutschland ist die Qualität der zytologischen Diagnostik essenziell. Neben den Daten aus dem Routineeinsatz aus Frankfurt (1) belegen jetzt auch Zahlen aus Vorarlberg, dass der Einsatz der Dünnschichtzytologie mit Computerassistenz die Detektionsrate für Krebsvorstufen deutlich erhöht. Damit werden einmal mehr die Ergebnisse der Rhein-Saar-Studie (2) bestätigt.
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2016 wurde entschieden, die Dünnschichtzytologie ab 2018 in Vorarlberg flächendeckend einzusetzen, um die Diagnostik nicht nur effizienter zu gestalten, sondern auch die diagnostische Sicherheit zu verbessern. Das Ergebnis spricht für sich: Im Vergleich zur konventionellen Zytologie konnten 2,7-mal mehr CIN-II- und 3-mal mehr CIN-III- erkannt werden, wie OÄ Dr. Constanze Nemes (3) im Oktober 2020 berichtet (4). Diese Zahlen bestätigen nicht nur die Ergebnisse der prospektiv-randomisierten Rhein-Saar-Studie (5), sondern auch die einer Frankfurter Erhebung von Daten aus dem Routineeinsatz, die zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt: eine Erhöhung (6) der Erkennungsrate durch Dünnschichtzytologie plus Computerassistenz bei Pap IIID1 um das Dreifache, bei IIID2 um das mehr als das Zweifache.

Vorteile auch in der Praxis ersichtlich

Offensichtlich zeigen sich auch in der Praxisroutine die Vorteile von Dünnschichtzytologie und Computerassistenz. Wie in den Studien kommen auch hier die höhere Probenqualität, der höhere Grad der Standardisierung und die Unterstützung durch das Imaging zur Geltung. Nach der Evaluationsphase der Co-Testung wird es zur Neubewertung der Rollen von Zytologie und HPV-Testung kommen. „Auch deshalb sind unsere und die Vorarlberger Zahlen für Deutschland von Bedeutung“, so PD Dr. med. Hans Ikenberg: „Es besteht die Gefahr, dass die Zytologie aus dem Primärscreening verschwindet, wenn sie ihr Potenzial nicht optimal ausschöpft. Dann hätten wir nur noch den HPV-Test in 3- bis 5-Jahresintervallen. Damit würden die Patientinnen wohl seltener in die Praxen kommen mit dem Resultat, dass auch andere Vorsorgeuntersuchungen weniger wahrgenommen würden.“

Quelle: Hologic

Literatur:

(1) Ikenberg H, Pittel P, Faber M, Bernhardt A, Singh I, Börsch C, Xhaja A (2016): Nine years experience in 412,000 cases: liquid based cytology and computerassistance compared to conventional cytology, Abstract Eurogin, Salzburg.
(2) Klug SJ, Neis KJ, Harlfinger W, Malter A, König J, Spieth S et al. A randomized trial comparing conventional cytology to liquid-based cytology and computer assistance. Int J Cancer 2013; 132(12):2849–57.
(3) Heute: Institut für Pathologie des Kantonsspitals St. Gallen.
(4) Symposium der Firma Hologic „Zervixkarzinom-Screening in Österreich – Stand der Dinge“, 6. Kongress „Gyn-Aktiv Kompakt“, Wien, 10. 10. 2020.
(5) Klug SJ, Neis KJ, Harlfinger W, Malter A, König J, Spieth S et al. A randomized trial comparing conventional cytology to liquid-based cytology and computer assistance. Int J Cancer 2013; 132(12):2849–57.
(6) Ikenberg H, Pittel P, Faber M, Bernhardt A, Singh I, Börsch C, Xhaja A (2016): Nine years experience in 412,000 cases: liquid based cytology and computerassistance compared to conventional cytology, Abstract Eurogin, Salzburg.


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