Mittwoch, 21. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Vectibix
Medizin
18. Dezember 2017

Wirksamkeit von nab-Paclitaxel beim metastasierten Brustkrebs

Auf dem ESMO 2016 wurden erstmals Wirksamkeitsdaten der prospektiven, multizentrischen, nicht-interventionellen Studie Nabucco vorgestellt. Eingeschlossen werden sollten Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs, bei denen eine Erstlinienbehandlung fehlgeschlagen und für die eine standardmäßige Anthracyclin-enthaltende Therapie nicht angezeigt ist, die mit nab-Paclitaxel (Abraxane®) behandelt wurden. Ausgewertet wurden 697 Patientinnen aus über 100 onkologischen Ambulanzen in Deutschland. Die mediane Beobachtungszeit betrug 17,7 Monate. Der größte Teil der Patientinnen war HR+ HER2- (58,4%), bei 14,1% der Patientinnen war der Rezeptorstatus unbekannt und 13,8% waren triple-negativ. HR+ HER2+ waren 9.9% und HR- HER2+ 3,9% der Patientinnen. Zur Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms hatte der Großteil der Patientinnen nab-Paclitaxel 3-wöchentlich oder wöchentlich in verschiedenen Dosierungen erhalten. 20,7% der Patientinnen hatten andere, abweichende Therapieregime erhalten (1).
 
Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 
Gute Wirksamkeit in verschiedenen Subgruppen

Im Hinblick auf die Gesamtansprechrate (ORR, overall response rate) profitierten die ≥ 65-jährigen Patientinnen mit 31,6% vergleichbar gut wie die jüngeren Patientinnen (41,1%). Unabhängig vom Rezeptorstatus lagen die Gesamtansprechraten in allen Gruppen bei über 30% (vgl. Tab.). Die schwer zu behandelnden triple-negativen Patientinnen profitierten vergleichbar gut, wie die HR+-Subtypen. Auch im Hinblick auf die unterschiedlichen palliativen Behandlungslinien gab es, außer bei der Erstlinienbehandlung (ORR 46,1%), bei den späteren Linien kaum Unterschiede hinsichtlich der ORR (vgl. Tab.) (1).
 
Tab.: Gesamtansprechraten verschiedener Subgruppen (modifiziert nach (1)).
  N ORR
Alter
< 65 Jahre, N (%) 406 (58,2) 167 (41,1)
≥ 65 Jahre, N (%) 291 (41,8) 92 (31,6)
Rezeptorstatus
HR+ HER2+ 69 (9,9) 26 (37,7)
HR+ HER2- 407 (58,4) 152 (37,3)
HR- HER2+ 27 (3,9) 15 (55,6)
triple-negativ 96 (13,8) 34 (35,4)
unbekannt 98 (14,1) 32 (32,7)
Behandlungslinie
1. 280 (40,2) 129 (46,1)
2. 169 (24,2) 54 (32,0)
3. 141 (20,2) 45 (31,9)
≥ 4. 107 (15,4) 31 (29,0)

Gesamtüberleben vom Alter unabhängig

Auf dem ESMO 2017 wurden die im Rahmen des Langzeit-Follow-Ups (9 Monate nachdem die letzte Patientin ihre Behandlung beendet hatte) ermittelten Daten zum Gesamtüberleben (OS, overall survival) vorgestellt. Das Überleben der Patientinnen die ≥ oder < als 65 Jahre war vergleichbar (15,1 Monate vs. 15,7 Monate). Auch für Patientinnen, die nab-Paclitaxel in einem 3-wöchentlichen bzw. wöchentlichen Therapieregime erhalten hatten, wurden kaum Unterschiede festgestellt (16,3 Monate vs. 15,1 Monate) (2).
Das Gesamtüberleben war kürzer bei Patientinnen, die im Vorfeld bereits mehrere Chemotherapien erhalten hatten (2):
- ≥ 3 Chemotherapien: 11,3 Monate
- 2 Chemotherapien: 14,1 Monate
- 1 Chemotherapie: 15,1 Monate
- 0 Chemotherapien: 19,2 Monate

Quelle: Celgene

Literatur:

(1) Potthoff K et al. ESMO 2016, Poster 236P
(2) Potthoff K et al. ESMO 2017, Poster 293P


Das könnte Sie auch interessieren
Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
Pr%C3%A4vention%3A+%E2%80%9EK%C3%B6rperliche+Aktivit%C3%A4t+so+wichtig+wie+ein+Krebsmedikament%E2%80%9C
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht...

Das Klinikum Herford unterstützt Krebs-Patienten und Patientinnen mit digitalem Therapie-Assistenten
Das+Klinikum+Herford+unterst%C3%BCtzt+Krebs-Patienten+und+Patientinnen+mit+digitalem+Therapie-Assistenten+
© adam121 / Fotolia.de

Das Klinikum Herford bietet seinen gynäkologischen Krebs-Patientinnen ab sofort einen digitalen Therapiebegleiter an, der sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützt. Die Smartphone-App MIKA begleitet Betroffene durch die Behandlung und hilft ihnen unter anderem mit Gesundheitsmonitoring und psychosozialem Coaching. Mit dem neuen digitalen Assistenten geht das Klinikum Herford einen weiteren Schritt, um Erkrankte zu mehr...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
Brustkrebs%3A+Informationen+helfen+gegen+%C3%84ngste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Wirksamkeit von nab-Paclitaxel beim metastasierten Brustkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.