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Medizin
14. Juni 2016

WHO nimmt Leukämie mit DDX41-Mutation als eigene Untergruppe in Klassifikation auf

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt eine Entdeckung hallescher Onkologen und Hämatologen in ihre neue Klassifikation von Leukämie-Erkrankungen als eine eigene Untergruppe aufgenommen. Das Team um Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow (Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV) hatte nachgewiesen, dass eine bestimmte Form der Leukämie erblich bedingt sein kann: „Dieses vererbbare Leukämiesyndrom mit der Mutation des Gens DDX41 haben wir vor zwei Jahren entdeckt und erstmals beschrieben.“
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Damals kam den Forschern ein Zufall zu Hilfe. Ein Patient, der an einer akuten Leukämie erkrankt war, berichtete, dass bereits auch seine Schwester, sein Vater und seine Großmutter an dieser Erkrankung des Blutsystems gelitten hätten. „Wir führten daraufhin eine Gensequenzierung durch und fanden dabei das mutierte Gen“, sagt Prof. Müller-Tidow. Das Team setzte seine Arbeit dann in Kooperation mit Wissenschaftlern aus Cleveland (USA), Münster und anderen Partnern fort, um die Forschung gemeinsam voranzutreiben und die Ergebnisse zu veröffentlichen. „Bisher haben wir weltweit fünf Familien gefunden, bei denen Leukämie-Erkrankungen auf dieses Gen zurückgeführt werden können.“
 
Für den klinischen Alltag bedeutet die Entdeckung, dass besonders bei älteren Leukämie-Patienten auf diese Genmutation untersucht werden sollte. „Wir erhoffen uns, dass unsere Entdeckung dazu beiträgt, neue Forschungsansätze und Therapiemöglichkeiten bei einer akuten Leukämie zu finden“, beschreibt der Spezialist eine Folge der Entdeckung. Es sei für ihn und seine Mitarbeiter eine besondere Ehre, dass die WHO bei ihrer Neuklassifikation der Leukämie die Genmutation als Untergruppe der Erkrankung aufgenommen habe. Dadurch könne gezeigt werden, dass medizinische Forschung aus Halle weltweite Anerkennung finden könne.
 
Die Weltgesundheitsorganisation hatte zuletzt 2008 eine Klassifikation der Leukämie vorgenommen. Diese ist die weltweite Basis für Ärzte bei der Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung. Weltweite Fortschritte im Bereich Forschung, Diagnostik und Therapie, insbesondere durch die Molekulare Medizin, machten es nun erforderlich, diese Einteilung an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Die WHO hat diese neue Klassifikation gerade veröffentlicht. Weltweit haben Hämatologen, Onkologen, Pathologen und Humangenetiker sowie zahlreiche Fachgesellschaften daran mitgearbeitet.

Quelle: Universitätsklinik Halle


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