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Medizin
25. Februar 2015

Weltweit größte Studie zur Thrombosetherapie bei Tumorpatienten (CATCH-Studie)

Deutscher Studienleiter Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin - Angiologie am Klinikum Darmstadt, stellt fest: Tumorpatienten mit Thrombose sind vorzugsweise mit Heparin zu behandeln. Im Klinikum Darmstadt werden diese Patienten bereits seit mehreren Jahren nach diesem Prinzip therapiert.

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Im Rahmen des Kongresses der American Society of Hematology (ASH) wurden im Dezember 2014 in San Francisco erste Ergebnisse der CATCH-Studie* vorgestellt. Untersucht wurde die Wirksamkeit des niedermolekularen Heparins Tinzaparin zur Vorbeugung rezidivierender venöser Thromboembolien bei Patienten mit aktiver Tumorerkrankung. Wie die Ergebnisse zeigen, reduzierte die Behandlung das Risiko für ein Thrombose-Rezidiv, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen.
 
Tumorpatienten haben ein insgesamt etwa 7-fach erhöhtes Risiko, im Laufe ihrer Erkrankung eine akute venöse Thromboembolie (VTE) zu erleiden. Die Thrombosebehandlung ist bei diesen Patienten schwierig, da es unter der Standardbehandlung einerseits doppelt so häufig zu Thromboserezidiven kommt, andererseits Blutungen unter dieser gerinnungshemmenden Behandlung mindestens doppelt so häufig sind wie bei Nicht-Tumorpatienten.

Bislang gab es nur eine größere Studie, die versucht hat, durch die langfristige Anwendung von Heparin die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Vor diesem Hintergrund hat vor fünf Jahren Professor Dr. med. Rupert Bauersachs aus dem Klinikum Darmstadt zusammen mit vier anderen internationalen Thrombose- und Tumorspezialisten die CATCH- Studie zu dieser wichtigen Fragestellung konzipiert.
 
Mit 900 Patienten aus 165 Studienzentren in 32 Ländern handelt es sich bei der CATCH-Studie um die weltweit größte Untersuchung zur Behandlung tumorassoziierter Thrombosen. Über einen sechsmonatigen Zeitraum erhielten Patientinnen und Patienten entweder täglich Tinzaparin oder eine Behandlung mit einem Vitamin-K Antagonisten, ähnlich dem Marcumar.

Dr. Agnes Y. Y. Lee, Studienleiterin von der University of British Columbia, Kanada, präsentierte im Dezember während der "Late Breaking Abstracts"-Session die ersten Ergebnisse im Rahmen des Kongresses der amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie.
Wie Lee berichtete, gehörten gynäkologische Karzinome, Kolorektal-, Lungen- sowie Mammakarzinome zu den häufigsten Primärtumoren.
In der Tinzaparingruppe traten nach 6-monatiger Dauer 2,7% Thrombosen auf, in der Vergleichsgruppe mit Warfarin 5,3%; entsprechend einer prozentualen Senkung von 52%. Das Auftreten von klinisch relevanten, nicht-schwerwiegenden Blutungen war dabei unter dem Heparin signifikant seltener als unter Warfarin (11% im Vergleich zu 16%; statistisch signifikant p = 0,03), während die schweren Blutungen in beiden Gruppen gleich waren.
 
Fazit für die Praxis
 
Die CATCH-Studie repräsentiert die bislang größte, randomisierte und kontrollierte Studie, die sich mit der Behandlung von tumorassoziierten Thrombosen befasst. Die Ergebnisse der CATCH-Studie bestätigten die Vorteile einer Heparingabe gegenüber Warfarin bei Patientinnen und Patienten mit aktiver Tumorerkrankung und akuter Thromboembolie. Professor Rupert Bauersachs erläutert, dass diese Ergebnisse voraussichtlich zu klaren Leitlinienempfehlungen führen werden, Tumorpatienten mit Thrombose vorzugsweise mit Heparin zu behandeln.
 
Im Klinikum Darmstadt werden Tumorpatientinnen und -patienten mit Thrombose bereits seit mehreren Jahren nach diesem Prinzip therapiert.
 
* Comparison of Acute Treatments in Cancer Haemostasis

Quelle: Klinikum Darmstadt


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