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Medizin
01. Februar 2013

Weltkrebstag 2013: Seriöse Information gegen gängige Mythen

Noch immer ist die öffentliche Wahrnehmung der Krankheit Krebs von falschen Vorstellungen geprägt. Um gängige Mythen über die Erkrankung auszuräumen, wirbt der diesjährige Weltkrebstag am 4. Februar für eine informierte Haltung gegenüber Krebs.

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Weltweit erkranken jährlich rund 12,4 Millionen Menschen an Krebs; in Deutschland waren es nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 2012 zirka 486.000 Menschen. Angesichts der verlängerten Lebenserwartung der Menschen rechnen Experten mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen auf weltweit 20 Millionen Fälle im Jahr 2030, wenn es bis dahin nicht gelingt, die Krebsprävention zu verbessern.

Der Kampf für eine bessere Prävention ist auch ein Kampf gegen die Stigmatisierung von Krebs. „Viele Menschen denken noch immer, dass die Diagnose Krebs einem Todesurteil gleichkommt; dabei können mehr als 50% aller krebskranken Menschen mittlerweile auf Heilung hoffen; wird der Tumor früh erkannt, können die Heilungschancen sogar noch höher liegen“, sagt Dr. Ulrike Helbig von der Deutschen Krebsgesellschaft. Die Furcht vor belastenden Therapien führt viele aber leider erst dann zum Arzt, wenn ihre Beschwerden schon längere Zeit bestehen - dabei wirken moderne Therapieansätze inzwischen viel gezielter gegen den Tumor als noch vor wenigen Jahren. Die Bemühungen um eine Krebsfrüherkennung scheitern oft auch an gesellschaftlichen Tabus. Das trifft zum Beispiel auf den Darmkrebs, die zweithäufigste Krebsart in Deutschland, und auf die Darmkrebsvorsorge zu. Obwohl sich mit Hilfe einer Vorsorgekoloskopie zirka 90% aller Darmkrebsfälle vermeiden ließen, überwinden derzeit nur etwa 20% der insgesamt 20 Millionen Berechtigten in Deutschland ihre innere Hemmschwelle und nehmen diese Vorsorgeleistung in Anspruch.

Die Deutsche Krebsgesellschaft und ihre Landeskrebsgesellschaften setzen deshalb vermehrt auf Aufklärung. Wer sich über Prävention oder Früherkennungsmaßnahmen informieren möchte, solle auf fachlich seriöse Informationsangebote achten und gezielt das Gespräch mit seinem Arzt suchen, rät Professor Andreas Hochhaus, Direktor des UniversitätsTumorCentrums Jena und Vertreter der Landeskrebsgesellschaften im Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft. Gemeinsam mit seinem Kollegen und DKG-Vorstandsmitglied Professor Christian Jackisch vom Klinikum Offenbach weist er in diesem Zusammenhang auf die wichtige Informationsfunktion der Landeskrebsgesellschaften hin: „Gerade sie bieten in zahlreichen Veranstaltungen Informationen zum Thema Vorsorge und Prävention an. Außerdem unterstützen sie in zahlreichen Krebsberatungsstellen bundesweit Krebskranke und ihre Angehörigen.“

Die häufigsten Krebs-Irrtümer
1.  „Krebs ist ein Todesurteil“: Falsch, je früher der Krebs erkannt wird, desto besser die Heilungschancen. Hochrechnungen des Robert-Koch-Instituts zufolge leben in Deutschland knapp 1,5 Millionen Menschen bereits fünf Jahre oder länger mit ihrer Krebserkrankung.

2. „Gegen Krebs kann ich nicht viel tun“: Falsch, Studien zeigen, dass Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Fettleibigkeit das Krebsrisiko erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass 27-38% der Hauptkrebsarten durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden könnten.

3. „Warum das Rauchen aufgeben - Nichtrauchen schützt auch nicht.“ Raucher sind bis zu 20-mal stärker als Nichtraucher gefährdet, Lungenkrebs zu bekommen. Auch das gesundheitliche Risiko des Passivrauchens wird oft unterschätzt. Die Union for International Cancer Control (UICC) prognostiziert, dass in diesem Jahrhundert weltweit eine Milliarde Menschen an den Folgen des Rauchens sterben werden.

4. „Alkohol hat keinen Einfluss auf das Krebsrisiko.“ Falsch, übermäßiger Alkoholgenuss steigert das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, etwa Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs sowie Brust- und Leberkrebs. Für Frauen liegt die Grenze bei einem Viertelliter Bier oder einem Achtelliter Wein täglich, Männer sollten höchstens einen halben Liter Bier oder einen Viertelliter Wein pro Tag trinken.

5. „Tumore werden durch eine Operation erst recht zum Wachstum angeregt.“ Falsch, die Gefahr, dass durch Schnitte und Manipulationen im Operationsgebiet Krebszellen im Körper verstreut werden, ist heute durch verfeinerte OP-Techniken und Behandlungsstrategien minimiert.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft


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