Mittwoch, 25. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Myelofibrose
Myelofibrose
 
Medizin

13. April 2017 Welche Sequenz in der Erstlinientherapie des mCRPC?

Für die Erstlinientherapie des asymptomatischen oder mild symptomatischen metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) steht, nach Versagen einer Androgenentzugstherapie, Abirateronacetat (Zytiga®)* oder Enzalutamid zur Verfügung. Was aber sollte zuerst eingesetzt werden?
Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 
Klar ist: Die Wirksamkeit ist keine Entscheidungshilfe. In den plazebokontrollierten Zulassungsstudien erwiesen sich beide Substanzen als vergleichbar effektiv hinsichtlich des Gesamtüberlebens. Ein wichtiges Kriterium ist die Vermeidung von Knochenkomplikationen, so Prof. Dr. Margitta Retz, München. Skelettale Ereignisse (SREs) erhöhen die Morbidität, aber auch das Mortalitätsrisiko. „Die Zeit bis zum ersten SRE ist ein wichtiger prognostischer Faktor beim mCRPC.“ In der Zulassungsstudie für die Erstlinientherapie wurde unter Abirateron eine im Vergleich zu Plazebo signifikant längere mediane Zeit bis zur Progression der Schmerzinterferenz (10,3 vs. 7,4 Monate) und bis zum Beginn der Opiodtherapie (33,4 vs. 23,4 Monate) erreicht. Dazu gibt es Hinweise aus einer retrospektiven Analyse unter Alltagsbedingungen, dass weniger SRE im Verlauf auftreten, wenn in der Erstlinientherapie mit Abirateron vs. Enzalutamid begonnen wird (1).

Enzalutamid erhöht Fatigue-Risiko

Auch das Nebenwirkungsprofil ist für die Entscheidung relevant. Während bei Abirateron eher kardiale Probleme auftreten können, sind es bei Enzalutamid Fatigue und vermehrte ZNS-Ereignisse wie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Störungen der Kognition. (2). „Wenn der Patient schon kognitiv verlangsamt ist oder unter Fatigue leidet, würde ich kein Enzalutamid einsetzen“, folgerte Retz.

Abirateron in der realen Welt

Inzwischen liegen für Abirateron auch Real World Daten zur Verfügung. Die retrospektive Analyse von Patienten aus Belgien, Frankreich, Deutschland und UK zeigt eine den Zulassungsdaten vergleichbare Wirksamkeit hinsichtlich des radiologischen progressionsfreien Überlebens, obwohl der Gesundheitszustand der Patienten schlechter war.

Dr. Beate Fessler

*mit Prednison oder Prednisolon

Quelle: Fachpressekonferenz Zytiga: Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms: Aktuelle Daten und Analyse im Kontext des klinischen Alltags, München, 5. April 2017 (Veranstalter: Janssen)

Literatur:

(1) Engel-Nitz N et al. J Clin Oncol 2016; suppl: abstr e 16537
(2) Pilon D et al. J Clin Oncol 34, 2016; suppl abstr 5078


Anzeige:
Kyprolis

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Welche Sequenz in der Erstlinientherapie des mCRPC?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab