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Medizin
04. Mai 2021

Weiterentwicklung immunmodulierender Krebstherapien

Die Interaktionen zwischen Tumorgewebe und dem individuellen Immunsystem eines Patienten erfolgen nach einem komplexen, bisher nur unzureichend verstandenen Zusammenspiel. Das fundierte Verständnis dieses komplexen Orchesters aus aktivierenden und supprimierenden Signalen ist jedoch eine wesentliche Basis für den Einsatz und vor allem die klinische Weiterentwicklung von immunmodulierenden Therapiestrategien bei Patienten mit metastasierender Tumorerkrankung. Im Christian Doppler-Labor für Personalisierte Immuntherapie der MedUni Wien sollen genau diese multimodalen, immunologischen Faktoren untersucht werden, um so die Grundlagen für die Weiterentwicklung von immunmodulierenden Therapien zu schaffen.
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„Unsere Erkenntnisse werden wesentlich zum Verständnis von immunologischen Faktoren der Krebsprogression beitragen und bilden somit die Basis, um in Zukunft klinische Studien individuell auf den jeweiligen immunologischen Status eines Patienten abgestimmt zu planen. Ganz im Sinne der Präzisionsmedizin“, erklärt Matthias Preusser, Klinische Abteilung für Onkologie, Universitätsklinik für Innere Medizin I. „Die Zeit der ungerichteten Krebsbehandlung ist vorbei. Die immunmodulierenden Therapiestrategien setzen genau an diesem Punkt an. In der Zukunft der Medizin geht es darum, für jede Person die passende Therapie zu finden. Diese „personalisierte“ Medizin ist Teil unserer Strategie“, ergänzt Johannes Pleiner-Duxneuner, Roche.

Verständnis für die Variabilität von immunologischen Faktoren in Raum und Zeit

In einer retrospektiven Kohorte wollen die Forscher Charakteristika des Tumorgewebes mittels immunhistochemischer Methoden sowie mittels Sequenzierung und epigenetischer Analysen untersuchen und gleichzeitig bei einer Untergruppe von Patienten 2 oder mehrere Tumorproben von verschiedenen Lokalisationen bzw. zu verschiedenen Zeiten im Krankheitsverlauf analysieren. Das Ziel: „Die Variabilität von immunologischen Faktoren in Raum und Zeit besser zu verstehen.“ Mit Unterstützung von Machine-Learning-Methoden werden die radiologischen Bilder der PatientInnen analysiert und mit den Ergebnissen der Gewebsanalysen korreliert, um ein Vorhersagemodell für das künftige Ansprechen auf Therapien zu entwickeln.

Einschluss von Patienten mit Mono- oder Kombinationstherapie

„Die in der retrospektiven Kohorte gewonnen Erkenntnisse sollen dann in einer prospektiven Kohorte, welche während der Laufzeit des CD-Labors akquiriert wird, überprüft werden“, so der Laborleiter. In diese Kohorte sollen Patienten mit „Anti-Programmed Cell Death Ligand 1 (PD-L1)-basierter Mono- oder Kombinationstherapie sowie Patienten mit anderen systemischen Therapieformen wie Chemotherapie, zielgerichtete Therapie und andere immunmodulierende Therapien mit eingeschlossen werden. Alle Patienten werden gemäß der Empfehlung eines interdisziplinären Tumorboards nach dem derzeitigen Therapiestandard behandelt.

Multimodales Analyseschema: Für einzigartige Bio-Bank

Multimodales Analyseschema In einer international einzigartigen Bio-Bank werden von der prospektiven Kohorte während des Behandlungszeitraums mehrmals Tumormaterial, Blut, Stuhl, Urin sowie Speichel entnommen und in weiterer Folge mittels eines komplexen Untersuchungspanels untersucht.
Durch das Erfassen aller Parameter soll es möglich werden, in Bezug auf die individuelle Immunantwort und deren Einfluss auf metastasierende Krebserkrankungen ein multimodales Analyseschema zu entwickeln. Das umfasst die wechselseitige Beziehung von immunologischen Blutparametern („Liquid Biopsies“) sowie klinische Charakteristika einschließlich des Überlebens, gewebebasierten (immunologischen, genetischen, epigenetischen) Faktoren sowie bildgebende Verfahren. Dieses Analyseschema soll dazu beitragen, die Grundlagen für neue, individuell zugeschnittene, immunmodulierende Therapien zu erlangen.

360-Grad-Biomarker

Durch die multidisziplinäre Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern vom Klinischen Institut für Pathologie, von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, vom Klinisches Institut für Labormedizin und vom CeMM zielt das CD-Labor für „Personalisierte Immuntherapie“ darauf ab, 360-Grad-Biomarker für Krebsimmuntherapie zu entwickeln und so die zielgerichtete Therapie von Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen zu verbessern.

Quelle: MedUni Wien


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