Donnerstag, 26. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Revlimid
Revlimid
 
Medizin

22. Mai 2019 VTE bei Tumorpatienten: DOAK bei stabilen Patienten empfehlenswert

Bei Tumorpatienten treten venöse Thromboembolien (VTE) 4-7 Mal häufiger auf und gehen mit einer schlechteren Prognose und erhöhtem Risiko für VTE-Rezidive und schwere Blutungen unter einer Antikoagulation einher. Diese überaus ungünstige Risikokonstellation verkompliziert die Therapiewahl. Empfohlen werden primär niedermolekulare Heparine (NMH), doch in bestimmten Fällen sind auch direkte orale Antikoagulantien (DOAK) wie Apixaban eine sinnvolle Alternative.
Tumor-Screening bei VTE-Patienten empfehlenswert

Gut 20% aller neu diagnostizierten VTE treten als Erstmanifestation oder Folgekomplikation einer Krebserkrankung auf, ungefähr 10% der Tumorpatienten versterben an einer VTE, so Prof. Dr. Sebastian Schellong, Dresden. Folglich ist bei VTE-Patienten ein Tumor-Screening empfehlenswert. Das Management von Patienten mit tumorassoziierten VTE gestaltet sich entsprechend schwierig, stets sind potenzielle Wechselwirkungen von Antikoagulation und antitumoraler Medikation zu beachten.

Einfacheres Handling mit DOAK

In den aktuellen Leitlinien wird empfohlen, bei Patienten mit tumorassoziierten VTE in der Akut- und frühen Erhaltungstherapie für 3-6 Monate ein niedermolekulares Heparin (NMH) einzusetzen, erläuterte Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Darmstadt. Denn sowohl in der CLOT- als auch CATCH-Studie traten VTE-Rezidive unter NMH gegenüber Vitamin-K-Antagonisten (VKA) deutlich seltener auf. Ein einfacheres Handling würden DOAK ermöglichen, die in Subgruppenanalysen zu Phase-III-Studien in dieser Situation gleichfalls Vorteile im Vergleich zu VKA aufwiesen. Inzwischen wurden folglich mehrere DOAK bei onkologischen Patienten einem Head-to-head-Vergleich mit NMH unterzogen.

Signifikant weniger VTE-Rezidive unter Apixaban

Bereits in der Hokusai-VTE Studie konnte für Edoxaban eine versus Dalteparin numerisch geringere Rate an VTE-Rezidiven nachgewiesen werden, jedoch wurden auch signifikant mehr schwere Blutungen gesehen, speziell im Gastrointestinal (GI)-Trakt. Vielversprechend sind daher erste Ergebnisse der ADAM-VTE-Studie, betonte Bauersachs. So kam es unter Apixaban (Eliquis®) 2x10 (bis Tag 8) bzw. 2x5 mg/Tag gegenüber Dalteparin in Monat 3 sowohl zu signifikant weniger VTE-Rezidiven (p=0,03) als auch im Trend zu weniger schweren Blutungen (p=0,14). Jedoch waren bei nur 300 Patienten die Ereignisraten zu niedrig, um ausreichend aussagekräftig zu sein. Aus diesem Grund wurde die CARAVAGGIO-Studie aufgelegt, in der Apixaban nun bei 1.186 Patienten über 6 Monate erneut gegen Dalteparin geprüft wird.

DOAK nur bei stabilen Patienten empfohlen

Aufgrund der bisherigen Evidenz für DOAK sieht Bauersachs im Einklang mit aktuellen Expertenempfehlungen deren Platz bei stabilen Patienten mit geringem Risiko für Blutungen und Wechselwirkungen. Bei schlechter Prognose, Metastasierung, Chemotherapie, Tumoren im GI- oder Urogenitalbereich sowie einem hohen Blutungsrisiko sollte zunächst weiter NMH der Vorzug gegeben werden.

Dr. Michael Lohmann

Quelle: Satellitensymposium „Venöse Thromboembolie in besonderen Lebenslagen“, DGIM, 05.05.2019, Wiesbaden; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


Anzeige:
Avastin MammaCA BC
Avastin MammaCA BC
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"VTE bei Tumorpatienten: DOAK bei stabilen Patienten empfehlenswert "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab