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Medizin

05. Juni 2017 Vorbehandeltes fortgeschrittenes Urothelkarzinom: Überlebensvorteil und überlegenes Sicherheitsprofil einer Immuntherapie mit Pembrolizumab gegenüber einer Chemotherapie

Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom profitieren nur in beschränktem Maße von einer Zweitlinien-Chemotherapie mit mittleren Gesamtüberlebenszeiten von 7 bis 9 Monaten. Im Rahmen der 53. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/IL, USA, wurde eine geplante Überlebensanalyse der offenen Phase-III-Studie KEYNOTE-045 vorgestellt, die belegt, dass bei diesen Patienten eine Monotherapie mit Pembrolizumab in der Zweitlinie einer erneuten Chemotherapie in puncto Wirksamkeit und Verträglichkeit überlegen ist.
Eine frühere Auswertung der KEYNOTE-045-Studie hatte bereits ergeben, dass eine Zweitlinientherapie mit Pembrolizumab (KEYTRUDA®) bei Patienten mit rezidiviertem fortgeschrittenen Urothelkarzinom im Vergleich zu einer Zweitlinien-Chemotherapie mit einem signifikant besseren Überleben assoziiert war (medianes OS 10,3 vs. 7,4 Monate; HR 0,73, p=0,002) (1). Beim ASCO-Meeting präsentierte Dr. Dean F. Bajorin, New York, NY, USA im Rahmen einer Oral Abstract Session eine geplante Überlebensanalyse nach einer mittleren Follow-up-Zeit von 18,5 Monaten (2,3).

542 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen, die randomisiert entweder Pembrolizumab 200 mg alle drei Wochen (n=270) oder eine Chemotherapie erhielten (alle 3 Wochen wahlweise Paclitaxel 175 mg/m2, Docetaxel 75 mg/m2 oder Vinflunin 320 mg/m2) (n=272). Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das progressionsfreie Überleben (PFS), sekundärer Endpunkt die Gesamtansprechrate (ORR). Alle Patienten hatten nach einer platinbasierten Therapie einen Progress erlitten und im Vorfeld höchstens zwei systemische Therapien erhalten.

Nach einer medianen Follow-up-Zeit von 18,5 Monaten (Datenschnitt 18. Januar 2017) bestätigte sich der Überlebensvorteil unter der Immuntherapie gegenüber der Chemotherapie (10,3 vs. 7,4 Monate, HR 0,70; p<0,001). Der signifikante Überlebensbenefit zugunsten von Pembrolizumab war laut einer Subgruppenanalyse unabhängig von der PD-L1-Expression, außerdem unabhängig von Alter und Allgemeinzustand der Patienten, vorhergehenden Therapien, dem Vorhandensein von Lebermetastasen, der Tumorhistologie und nicht zuletzt von der Art der Chemotherapie. Die 18-Monats-OS-Rate betrug unter der Immuntherapie 36,1% und unter der Chemotherapie 20,5%; Das PFS unterschied sich in beiden Behandlungsarmen nicht. Bei der Analyse der ORR zeigte sich erneut ein deutlicher Vorteil zugunsten der Immuntherapie (21,1% vs. 11,0%) und das Ansprechen unter Pembrolizumab hielt auch länger an. Die mediane Ansprechrate war unter der Immuntherapie noch nicht erreicht gegenüber 4,4 Monaten unter der Chemotherapie. In 69% der Fälle unter Pembrolizumab und in 36% der Fälle unter der Chemotherapie hielt das Ansprechen mindestens 12 Monate an.

Die gute Wirksamkeit der Immuntherapie wurde begleitet durch ein überlegenes Sicherheitsprofil im Vergleich zur Chemotherapie. Behandlungsassoziierte Nebenwirkungen traten unter der Immuntherapie deutlich seltener auf (Nebenwirkungen aller Grade 61,3% vs. 90,2%; Nebenwirkungen ab Grad 3 16,5% vs. 49,8%).

Bajorin folgerte aus den aktuellen, auf einer längeren Follow-up-Zeit beruhenden Ergebnissen, dass eine Immuntherapie mit Pembrolizumab in der Zweitlinie im Vergleich zu einer Zweitlinien-Chemotherapie einen Überlebensvorteil für die Patienten bietet und auch hinsichtlich der Sicherheit der Anwendung überlegen ist. Bajorin sieht Pembrolizumab als zukünftigen Zweitlinien-Standard für Patienten mit Urothelkarzinom nach Platin-Vorbehandlung an.

Quelle: ASCO 2017

Literatur:

(1) Bellmunt J et al. Pembrolizumab as Second-Line Therapy for Advanced Urothelial Carcinoma. N Engl J Med. 2017 Mar 16;376(11):1015-1026
(2) Bajorin DF et al. Planned survival analysis from KEYNOTE-045: Pahse 3 open-label study of pembrolizumab (pe,mbro) versus paclitaxel, docetaxel, or vinfunine in recurent, advanced urothelial cancer (OC). J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 4501)
(3) Bajorin DF. Vortrag im Rahmen der Oral Abstract Session „Genitourinary (Nonprostate) Cancer“, ASCO 2017, 05. Juni 2017


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