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Medizin

29. November 2018 Vorbehandelte CLL-Patienten: Venetoclax + Rituximab ermöglichen chemotherapiefreie Behandlung

Ab der Zweitlinie kann bei Patienten mit rezidivierender/refraktärer chronisch lymphatischer Leukämie (r/r CLL) nun erstmals auch ein chemotherapiefreies Schema eingesetzt werden. Die europäische Kommission hatte die Zulassung für Venetoclax (Venclyxto®) in Kombination mit dem Anti-CD20-Antikörper Rituximab (VenR) zum 31.10.2018 erweitert, nachdem das Schema in der MURANO-Studie im Vergleich zur Standard-Chemotherapie das Progressionsrisiko stark reduziert und das Gesamtüberleben (OS) verlängert hatte. Besonders tiefe Remissionen machen es nun möglich, die Patienten risikoadaptiert und zeitlich begrenzt zu behandeln.
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Die noch gültige Onkopedia-Leitlinie sieht bei r/r CLL eine erneute Chemo-Immuntherapie und den Einsatz zielgerichteter Substanzen vor. Wie Prof. Dr. Christian Reinhardt, Universitätsklinkum Köln, erläuterte, führt Venetoclax durch BCL2-Hemmung zur Apoptose leukämischer Zellen und zeige (prä-)klinisch auch Aktivität gegen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome (B-NHLs) einschließlich der CLL. Sein Einsatz als Monotherapie ist aber bei Hochrisikopatienten  mit CLL angesichts erworbener Resistenzen limitiert, so Reinhardt. Wird Venetoclax aber mit Rituximab kombiniert, zeigen sie synergistische Wirkungen und erweitern so die Möglichkeiten.

In der randomisierten, klinische Phase-III-Studie MURANO (1) waren Wirksamkeit und Sicherheit von VenR gegenüber dem Standard Bendamustin/Rituximab (BR) bei Patienten mit r/r CLL geprüft worden. Die primäre Auswertung deckte eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) unter VenR vs. dem Vergleichsschema BR auf, - entsprechend einem um 83% reduzierten Progressionsrisiko sowie einem verlängerten OS (HR=0,48), berichtete Prof. Dr. Clemens Wendtner, Klinikum Schwabing, München. Besonders wertvoll sei, dass die Mehrheit der Studienteilnehmer bei der Bestimmung nach 9 Monaten unter VenR im Unterschied zu BR MRD-Negativität (sekundärer Endpunkt) erreicht hätten (62,4% im VenR-Arm vs. 13,3% im BR-Arm), sodass die Therapiedauer beim Einsatz von VenR anders als beim bisherigen Standard zeitlich begrenzt werden kann. Da zudem das Sicherheitsprofil in der Studie keine Überraschungen gebracht hat, könnte die Kombination durchaus ab der Zweitlinie als zukünftiger Standard für Patienten mit r/r CLL in aktualisierte Leitlinien eingehen.

Ute Ayazpoor

Quelle: Fachpressekonferenz „Zulassungserweiterung für Venetoclax in der Indikation chronische lymphatische Leukämie (CLL)", 15.11.2018, Frankfurt am Main; Veranstalter: AbbVie

Literatur:

(1) Seymour JF et al. N Engl J Med 2018;378(12):1107-1120.


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