Sonntag, 1. August 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Zytiga
Zytiga
Medizin
06. November 2019
Versorgung+von+Krebspatienten%3A+Was+muss+sich+bis+2025+%C3%A4ndern%3F
©xyz+/Fotolia.com

Versorgung von Krebspatienten: Was muss sich bis 2025 ändern?

Heutige Versorgungsstrukturen werden nicht ausreichen, um auch in 5 Jahren alle Krebspatienten adäquat zu behandeln, das wird aus einer Hochrechnung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) ersichtlich (1). Der demografische Wandel und komplexere Therapien erfordern neue Ansätze.
Anzeige:
Bevacizumab
 
Bis 2025 wird die Krebsinzidenz hochgerechnet von 2014 um absolut 52.000 Fälle pro Jahr steigen (1). Gleichzeitig erhöht sich die 10-Jahres-Prävalenz um 243.000 Fälle pro Jahr auf 2,9 Millionen Menschen. „Das hat Versorgungsimplikationen“, erklärte der Vorsitzende der DGHO Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer, Hamburg-Eppendorf, auf der Pressekonferenz der DGHO-Jahrestagung in Berlin. Außerdem werde der Anteil an über 60-Jährigen zunehmen. Ältere Menschen würden nicht nur mehr Krebs bekommen, parallel dazu werde auch der Anteil der Krebserkrankten, die zusätzlich an Komorbiditäten leiden überproportional zunehmen.

„Komorbiditäten sind von besonderer Relevanz, weil sie die Behandelbarkeit der Krebserkrankung erschweren können, was noch einmal eine besondere Herausforderung für die Versorgungsstrukturen ist“, erläuterte Bokemeyer. „Auf der einen Seite brauchen wir für eine hochwertige Krebsbehandlung spezialisierte Zentren, auf der anderen Seite benötigen wir eine gesicherte, wohnortnahe Langzeitbetreuung“, so Bokemeyer.

Haben wir dafür genug Onkologen? Zwar sei die Anzahl von Ärzten innerhalb der letzten 5 Jahre gestiegen, jedoch werde damit nicht der Mehrbedarf abgedeckt, sondern es könne nur der Status quo gehalten werden, sagte er. Um die Versorgung in der Breite sicherzustellen sollten deshalb mobile spezialisierte onkologische Pflegekräfte eingebunden, sogenannte Onkolotsen ausgebildet und Hausärzte für die onkologische Mitbetreuung trainiert werden sowie eine palliativmedizinische Versorgung vor Ort angestrebt oder auch Telemedizin eingesetzt werde. Zusätzlich sei ein funktionierendes Netzwerk aus spezialisierten Zentren und kleinen Krankenhäusern sowie niedergelassenen Kollegen essenziell.  

Für eine optimale Versorgung muss laut dem geschäftsführenden Vorsitzenden der DGHO Prof. Dr. med. Michael Hallek, Köln, auch die Krebsforschung in Deutschland zukunftsfähig bleiben. „Wir als Fachgesellschaft müssen uns aktiv bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen einbringen“, sagte er. In einem programmatischen Leitfaden fordert die DGHO deshalb die Politik auf, klinische und translationale Forschung aufzuwerten und ausreichende Mittel dafür zu schaffen (2).

Sabrina Kempe

Quelle: Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie, 11.–14.10.2019 in Berlin

Literatur:

(1) Hoffmann W et al. (Hrsg. DGHO). Deutschlandweite Prognose der bevölkerungsbezogenen Morbiditätserwartung für häufige Krebserkrankungen. Gesundheitspolitische Schriftenreihe der DGHO, Band 14. 2019
(2) Hallek M et al. (Hrsg. DGHO). Roadmap 2019 für die Erforschung von Krebs- und Bluterkrankungen in Deutschland der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie. Gesundheitspolitische Schriftenreihe der DGHO, Band 15. 2019


Anzeige:
Sarclisa
Sarclisa
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Versorgung von Krebspatienten: Was muss sich bis 2025 ändern?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose