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Medizin
08. März 2017

Verfügbarkeit von Nabilon – Fertigarzneimittel auf Cannabinoidbasis

Menschen mit schweren Erkrankungen müssen Zugang zu allen Behandlungsmethoden haben, die ihnen realistische Aussicht auf Heilung oder Linderung bieten, besagt das Gesetz, welches Ende Januar 2017 im Bundestag verabschiedet worden ist und die Verkehrs- und Verschreibungsfähigkeit von Cannabisarzneimitteln definiert (1). Damit können Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen bei entsprechender Indikationsstellung vom therapeutischen Nutzen der Cannabinoide profitieren. Kurz vor Inkrafttreten der Gesetzänderung ist nun auch in Deutschland Nabilon (Canemes®), das einzige vollsynthetisch hergestellte Cannabinoid in Kapselform, als Arzneimittel verfügbar.
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Canemes® wird bei Übelkeit und Erbrechen als Begleiterscheinungen einer Chemotherapie (CINV) eingesetzt (2) und ist im Nachbarland Österreich schon seit einiger Zeit auf dem Markt.

Cannabinoide in der klinischen Praxis

Patienten mit bösartigen Erkrankungen erleben aufgrund ihrer Therapie oft verschiedenste Beschwerden. Trotz einer vielfältigen Auswahl an First-Line Medikation für das Symptom-Management führt diese oft nicht zum gewünschten Erfolg (3). Für die Patienten wirkt sich das in einer stark reduzierten Lebensqualität aus, welche Einfluss auf die Therapietreue und damit auf den Erfolg der gesamten Behandlung haben kann (3). Daher finden Cannabinoide gerade auch für schwerwiegend erkrankte Schmerzpatienten zunehmend medizinische Anwendung. Ihr Einsatz zur Symptomkontrolle wird als Weiterentwicklung der therapeutischen Möglichkeiten angesehen (4).

Bei den Cannabinoiden handelt es sich um eine heterogene Stoffgruppe, zu denen Hanfcannabinoide, Cannabinoidmimetika aus anderen Pflanzen und synthetische Cannabinoide, wie Nabilon, gehören. Es gilt heute als erwiesen, dass diese bei verschiedenen Erkrankungen einen individuellen therapeutischen Nutzen besitzen (5). Ihr Einzug in die klinische Praxis ist durch das mögliche Auftreten von Nebenwirkungen und die bisherige gesetzliche Regelung beschränkt worden. Jedoch zeigte sich in einer Anzahl von Vergleichsstudien, dass die Patienten selbst die Wirksamkeit der Cannabinoid-Therapie den möglichen Nebenwirkungen vorziehen (6).

Quelle: AOP Orphan

Literatur:

(1) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Gesetzentwurf der Bundesregierung „Entwurf eines
Gesetzes zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“, Bundesanzeiger Verlag, 18. Januar 2017
(2) Fachinformation Canemes®. AOP Orphan Pharmaceuticals AG, Stand Oktober 2016
(3) Maida V: Cannabinoid-based therapies in supportive oncology. Continuing Care. Oncology Exchange 2007: Vol 6, No 2
(4) Pressemitteilung Bundesministerium für Gesundheit, 19. Januar 2017
(5) Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Fachausschuss der Bundesärztekammer, „Cannabinoide in der Medizin“, März 2015
(6) Slatkin N E, Journal of Supportive Oncology, Vol 5, N 5, Suppl 3, May 2007


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