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Medizin

11. April 2017 Update Immunonkologie beim NSCLC: Kombinationstherapie mit Checkpointinhibitoren

Pneumologen und Onkologen diskutierten in Stuttgart beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin über die Einsatzmöglichkeiten der Immuntherapie beim NSCLC in der Zweit- und auch in der Erstlinientherapie. Dr. Wilfried Eberhardt, Essen, beschrieb die Chancen der Immuntherapie bei Lungenkarzinomen so: „Wir sehen, dass wir mit der Immuntherapie vielleicht langfristige Remissionen erreichen können.“
Seit 2015 etablierten sich Checkpointinhibitoren in der Zweitlinientherapie des NSCLC, beschrieb Sylvia Gütz, Leipzig, die Entwicklung der Immuntherapie bei nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen: „Seit 2017 hat diese Therapie die Chemotherapie für besondere Patientengruppen – PD-L1-Hochexprimierer – verdrängt.“

Prof. Martin Kohlhäufl, Gerlingen, beschrieb die PD1-Checkpointinhibitoren als neuen Zweitlinien-Standard beim NSCLC. „Der Großteil der Adenokarzinom-Patienten profitiert derzeit nicht von zielgerichteten Therapien.“ Etwa 85% der Patienten tragen laut Kohlhäufl keine nachgewiesenen therapierbaren Mutationen. Die Diskussion um die Expression von PD-L1 als prädiktiven Marker für die Therapieentscheidung bleibt weiter offen. Kohlhäufl betonte, dass in den Studien mit Nivolumab, z.B. in der Studie CheckMate 057 (Nivolumab versus Docetaxel) auch PD-L1-negative Patienten profitieren (1). In Subgruppenanalysen dieser Studie hatte sich auch gezeigt, dass das Ansprechen auf die Immuntherapie keine Frage des Alters ist: „Jüngere und Ältere profitieren“, erläuterte Kohlhäufl (2).

Prof. Frank Griesinger, Oldenburg, beschrieb den Therapiealltag in der Pneumologie: „Wir haben die Immuntherapie als 5. Säule der Therapie bei Lungenkarzinomen.“ In der Firstline sei es wichtig, die Patienten nach dem Ansprechen in Studien nach PD-L1 zu stratifizieren. Aber auch die Ergebnisse der Firstline-Studie Checkmate 026 (Nivolumab versus Platin-Doublette) unterstreichen laut Griesinger den Stellenwert der Immuntherapie gegenüber der Kombinations-Chemotherapie. „Bei fast 70% der Patienten ist die Immuntherapie genauso wirksam, aber weniger toxisch“ (3).

CTLA4-PD-1-Kombinationstherapie

PD Dr. Niels Reimuth, Gauting, erläuterte die Möglichkeiten der kombinierten Checkpointblockade aus beiden Wirkmechanismen der Immuntherapie: In der Phase-I-Studie CheckMate 012 wurde die Firstline-Kombination aus Nivolumab ± Ipilimumab in verschiedenen Regimes untersucht. Die erstmal beim ASCO 2016 präsentierten Daten wurden auch stratifiziert nach der PD-L1-Expression der Patienten analysiert (4). Reimuth fasste die Ergebnisse zusammen: „In jeder Gruppe hat die Kombination bessere Ansprechraten gezeigt. Es gibt Hinweise, dass diese Kombination effektiver und verträglicher sein kann.“

Martina Freyer

Quelle: Satellitensymposium „Ein neues Zeitalter mit der Kombination von CTLA-4- und PD-1-Checkpoint-Inhibitoren?“, DGP-Kongress (58. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.), 24. März 2017, Stuttgart, Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Brahmer J et al. N Engl J Med 2015; 373:123-135
(2) Peters S et al, Abstract =A03.05, Oral presentation, WCLC, Wien 2016
(3) Socinski M et al. Abstract LBA7_PR, ESMO, Kopenhagen 2016
(4) Hellmann MD et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 3001)


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