Dienstag, 1. Dezember 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Vargatef
Vargatef
Medizin

07. Juni 2017 Update der KEYNOTE-024-Studie: Anhaltender Überlebensvorteil unter Erstlinientherapie mit Pembrolizumab für Patienten metastasiertem NSCLC und hoher PD-L1-Expression

In die KEYNOTE-024 Studie wurden Patienten mit metastasierendem NSCLC mit und ohne Plattenepithel-Histologie eingeschlossen, deren Tumoren eine hohe PD-L1-Expression (TPS≥ 50%) aufwiesen. Der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) erzielte bei dieser Patientenpopulation eine 50%ige Risikoreduktion der Krankheitsprogression oder Mortalität und eine 40%ige Reduktion des Mortalitätsrisikos im Vergleich zum aktuellen Standard mit einer Platin-basierten Kombinationschemotherapie (1). Aktualisierte Überlebensdaten der Studie, die Dr. Julia R. Brahmer, Baltimore/MD, USA, beim 53. ASCO-Meeting in Chicago/IL, USA, vorstellte, unterstrichen erneut das Potenzial von Pembrolizumab  für die Erstlinienbehandlung von Patienten mit metastasiertem NSCLC, deren Tumore hohe Level an PD-L1 exprimieren (2). Erstmals wurden zudem, wie von der Europäischen Zulassungsbehörde EMA gefordert,  sogenannte PFS2-Daten vorgestellt, die das progressionsfreie Überleben der Patienten über die Erst- und Zweitlinientherapie erfassen.
In die KEYNOTE-024 Studie, die die Grundlage für die EU-Zulassung von KEYTRUDA® in der Erstlinienbehandlung von Patienten  mit metastasierendem NSCLC und hoher Tumor-PD-L1-Expression (TPS ≥ 50%) bildete, wurden 305 zuvor unbehandelte Patienten mit metastasierendem NSCLC und TPS ≥ 50% eingeschlossen. Die Patienten erhielten je nach Randomisierung entweder eine Fixdosis von 200 mg Pembrolizumab alle 3 Wochen (n=154) oder 4-6 Zyklen einer Platin-haltigen Chemotherapie, die vom Studienarzt aus 5 Chemotherapie-Regimen ausgewählt wurde (n=151): Carboplatin oder Cisplatin plus Pemetrexed, Carboplatin oder Cisplatin plus Gemcitabin oder Carboplatin plus Paclitaxel. Bei Patienten ohne Plattenepithel-Histologie war eine Pemetrexed-Erhaltungstherapie zulässig. Patienten, die per Randomisierung der Kontrollgruppe der Studie zugeordnet waren, hatten bei Krankheitsprogression die Möglichkeit, in den Pembrolizumab-Arm zu wechseln.

Der primäre Endpunkt war das PFS; sekundäre Endpunkte waren OS, ORR und Sicherheit. Nun wurden auch die Daten des klinischen Endpunkts PFS1 evaluiert, der die Erst- und Zweitlinientherapie der Patienten umfasst.

Wie Brahmer berichtete, ergab die aktualisierte Analyse des Gesamtüberlebens bei einer medianen Follow-up-Zeit von 19,1 Monaten (Spanne: 14,3-27,7 Monate) erneut einen signifikanten und klinisch relevanten Überlebensvorteil zugunsten der Immuntherapie. In der Pembrolizumab-Gruppe war das mediane OS (Kaplan-Meier-Schätzung) noch nicht erreicht, unter der Chemotherapie betrug es 14,5 Monate (HR 0,63; p<0,003). Brahmer wies darauf hin, dass der Überlebensvorteil erreicht wurde, obwohl 60% der Patienten nach erfolgloser Erstlinien-Chemotherapie in die Immuntherapie-Gruppe gewechselt hatten. 46 Patienten der Immuntherapie-Gruppe standen immer noch unter der Behandlung, dagegen nur 1 Patient in der Chemotherapiegruppe.

Im Rahmen der PFS2-Analyse zeigte sich, dass Patienten, die initial in die Immuntherapie-Gruppe randomisiert worden waren und anschließend als Zweitlinienbehandlung eine Platin-basierte Chemotherapie erhalten hatten, ein um 46% reduziertes Risiko für Progression im Vergleich zu den Patienten aufwiesen, die zuerst eine Chemotherapie erhalten hatten (HR, 0,54 (95% KI 0,40-0,72); p<0,001) Das mediane PFS2 betrug für die initial mit Pembrolizumab behandelten Patienten 18,3 Monate gegenüber 8,4 Monaten unter initialer Chemotherapie.”Das PFS2 war für die Patienten des Pembrolizumab-Arms gegenüber dem Chemotherapie-Arm substanziell verbessert”, betonte Brahmer.

Brahmer resümierte, dass die aktualisierten Überlebensdaten der KEYNOTE-024-Studie erneut das Potenzial von Pembrolizumab  für die Erstlinienbehandlung von Patienten mit metastasiertem NSCLC zeigen, deren Tumore hohe Level an PD-L1 exprimieren (2). Zudem hätten die aktuellen Analysen ergeben, dass die Patienten ein besseres Überleben haben, wenn die Behandlung in der Erstlinie mit Pembrolizumab begonnen wird.
Red.

Quelle: ASCO 2017

Literatur:

(1) Reck M et al. Pembrolizumab versus Chemotherapy for PD-L1-Positive Non-Small-Cell Lung Cancer. N Engl J Med. 2016 Nov 10;375(19):1823-1833.
(2) Brahmer J et al. Progression after the next line of therapy (PFS2) and updated OS among patients (pts) with advanced NSCLC and PD-L1 tumor proportion score (TPS) ≥50% enrolled in KEYNOTE-024.  J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 9000)
(3) Brahmer J. Vortrag im Rahmen der Session Non small lung cancer (NSCLC) ASCO 2017, 6. Juni 2017


Anzeige:
Hämophilie

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Update der KEYNOTE-024-Studie: Anhaltender Überlebensvorteil unter Erstlinientherapie mit Pembrolizumab für Patienten metastasiertem NSCLC und hoher PD-L1-Expression"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab