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Medizin
17. Juli 2013

Uniklinikum Würzburg: Zertifizierte Leistungen bei Peritonealkarzinose

Die Chirurgische Klinik I des Würzburger Universitätsklinikums ist eines von bundesweit nur vier zertifizierten "Kompetenzzentren Organgruppe Peritoneum". Für die Patienten ist dies ein Nachweis über die hohe Expertise der Klinik speziell bei der Diagnose und Behandlung bösartiger Erkrankungen des Bauchfells.

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Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat die Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäß- und Kinderchirurgie kurz Chirurgische Klinik I des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zum 1. April dieses Jahres als "Kompetenzzentrum Organgruppe Peritoneum" zertifiziert. "Die DGAV bestätigt damit unsere langjährige Erfahrung und hohe Leistungsfähigkeit speziell bei der Behandlung von Bauchfellkrebs" sagt Prof. Christoph-Thomas Germer, Direktor der Chirurgischen Klinik I und Leiter des Zentrums.

Das Bauchfell oder auch Peritoneum ist eine dünne Haut, die den Bauchraum von innen auskleidet. Sie kann von bösartigen Tumorzellen befallen werden, man spricht dann von einer Peritonealkarzinose. "Die Peritonealkarzinose ist eine sehr komplexe Krebserkrankung", weiß Prof. Jörg Pelz, der Koordinator des Würzburger Kompetenzzentrums Organgruppe Peritoneum. "Es gibt viele auslösende Krebsarten und unterschiedliche Stadien des Befalls. Genauso komplex ist die Entscheidungsfindung zur passenden Therapie." Nach seinen Beobachtungen dauert es leider viel zu oft noch zu lange, bis die Betroffenen den Weg zu einem medizinischen Zentrum finden, das kompetent diagnostizieren und aus den diversen Behandlungsoptionen die individuell richtige herausfiltern kann. "Nur die zum Beispiel am UKW praktizierte enge Zusammenarbeit von Onkologen, Nuklearmedizinern, Chirurgen, Gynäkologen und Pathologen in einem zertifizierten Tumorboard bietet die Chance auf einen nachhaltigen Behandlungserfolg", unterstreicht der Chirurg.

Die DGAV-Zertifizierung berücksichtigt auch die wissenschaftliche Leistung der untersuchten Einrichtungen. Prof. Germer: "Die Chemotherapeutika, die Bestrahlungsmöglichkeiten und die Operationstechniken entwickeln sich ständig weiter. Unsere kontinuierliche klinische und wissenschaftliche Auswertung und Hinterfragung von Therapien sowie ihren Ergebnissen haben zeitnahen Einfluss auf das Vorgehen von morgen."

Ein aktuell häufig eingesetztes Behandlungsverfahren ist die hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion (HIPEC). Nachdem chirurgisch die Tumorlast möglichst vollständig reduziert wurde, wird dazu eine chemotherapeutikahaltige Spüllösung auf etwa 42 °C erwärmt und für 30 bis 90 Minuten im Bauchraum verteilt. Das Verfahren nutzt die Tatsache, dass nach der OP wahrscheinlich noch vorhandene Tumorzellen generell empfindlicher auf Hitze reagieren als normale, nicht entartete Zellen. Ob eine solche Behandlung für sie in Frage kommt, können Betroffene bei der HIPEC-Sprechstunde der Chirurgischen Klinik I des UKW erfahren. Sie findet immer donnerstags von 9:00 bis 12:00 Uhr im Zentrum Operative Medizin (ZOM, Oberdürrbacher Str. 6) statt. Information und Anmeldung unter Tel: 09 31/2 01-3 99 99

Quelle: Universitätsklinikum Würzburg


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