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Medizin

07. Juli 2017 Tumortherapiefelder – Eine innovative Therapie gegen das Glioblastom

In der traditionellen Behandlung des Glioblastoms haben sich in den letzten Jahren wenige Neuerungen ergeben. TTFields – elektrische Wechselfelder niedriger Intensität und intermediärer Frequenz – in Kombination mit Temozolomid (TMZ) sind eine neuartige zugelassene Behandlungsmethode für diese Indikation. Es hat sich gezeigt, dass diese Kombinationstherapie sowohl das Gesamtüberleben verlängert, als auch die Zeit, in der das Tumorwachstum nicht voranschreitet.
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Das Glioblastom ist der häufigste primäre, maligne Hirntumor. In der Regel unterziehen sich die Erkrankten einer Operation, bei der so viel Tumorgewebe wie möglich entfernt wird, gefolgt von Radiochemotherapie mit dem Wirkstoff Temozolomid (TMZ). Im Falle eines Rezidivs gibt es keine eigentliche Standardtherapie. Es kann beispielsweise ein weiteres Mal operiert oder eine erneute  Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt werden. Optune ist sowohl für das neudiagnostizierte als auch für das rezidivierende Glioblastom zugelassen.

Klinische Studie weist Effektivität von Optune nach

In einer aktuellen klinischen Studie (EF-14 Studie) zeigte sich, dass die Kombination aus Optune und dem Chemotherapeutikum Temozolomid (TMZ) das Leben der Erkrankten signifikant verlängert. Diese Daten zur Langzeit-Überlebensanalyse wurden am diesjährigen Kongress der „American Association for Cancer Research“ (AACR 2017) präsentiert.

Die Studienteilnehmer – 695 neudiagnostizierte Glioblastom-Patienten nach Radiochemotherapie mit Temozolomid (TMZ) – erhielten entweder TMZ in Kombination mit Optune (466 Teilnehmer) oder TMZ als Monotherapie (229 Teilnehmer). Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (Progression-free Survival, PFS). Dieser Zeitraum verlängerte sich im Median von 4,0 Monate auf 6,7 Monate. Sekundärer Endpunkt war das mediane Gesamtüberleben (Overall Survival, OS). Es verlängerte sich um fast 5 Monate (von 16,0 auf 20,9 Monate). Darüber hinaus ergaben sich in der Optune + TMZ Gruppe signifikant verbesserte 1- bis 5-Jahres-Überlebensraten gegenüber der TMZ Gruppe.

Die neuartige Therapie wurde vor 17 Jahren vom israelischen Physiologie- und Biophysik-Professor Yoram Palti entwickelt. Palti gründete im Jahr 2000 das Unternehmen Novocure, um dieser Therapie zum Durchbruch zu verhelfen. Optune basiert auf lokal applizierten elektrischen Wechselfeldern niedriger Intensität und intermediärer Frequenz, sogenannten Tumortherapiefeldern. Über die Keramik-Gel-Pads, den Transducer Arrays, die direkt auf der Kopfhaut platziert werden, werden die TTFields an den Tumor im Gehirn abgegeben. Um die elektrischen Felder zu erzeugen, trägt der Erkrankte ein kleines, batteriebetriebenes Gerät in einer Tasche mit sich. Optune wirkt unter anderem auf den Spindelapparat der Tumorzellen. Dieser ist für die Zellteilung und für die gleichmäßige Verteilung des Erbgutes auf beide Tochterzellen verantwortlich.  Die Tumortherapiefelder stören die Ausbildung des Spindelapparates in den Tumorzellen; dies kann in den Tochterzellen unter anderem zu ungleichmäßigen Chromosomenzahlen, Zellteilungsstillstand oder Apoptose führen.

Optune erhält die Lebensqualität

Abgesehen von möglichen Hautirritationen unter den Transducer Arrays, die sich in der Regel gut und einfach behandeln lassen, hat die Optune Therapie selbst keine signifikanten Nebenwirkungen. So hilft sie längeres Überleben zu ermöglichen, ohne die Erkrankten mit zusätzlichen Nebenwirkungen zu belasten. Anwender berichten, dass Optune ihnen erlaubt, die Lebensqualität aufrecht zu erhalten. Sie bleiben trotz der Therapie mobil und können wertvolle Zeit mit ihren Angehörigen und Freunden verbringen, oder ihren Hobbies nachgehen.

„Wir können zwar die Krankheit heute noch nicht heilen, aber wir können das Leben der Menschen, die an einem Glioblastom leiden, deutlich verlängern und dabei die Lebensqualität erhalten“, sagt Dr. med. Adrian Kinzel, Medical Director EMEA von Novocure.

Quelle: Novocure


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