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Medizin

06. Februar 2020 TRK-Fusionstumoren: Aktuelle Analyse zu Larotrectinib

Eine neue Analyse von Larotrectinib (Vitrakvi®) bei erwachsenen Patienten mit TRK-Fusionstumoren bei gastrointestinalen Tumoren ergab eine Gesamtansprechrate (ORR) von 43% (n=14; 95%-KI: 18-71). In dieser Patienten-Subgruppe lag das mediane Gesamtüberleben nach 19 Monaten Nachbeobachtung bei 33,4 Monaten (95%-KI: 2,8-36,5), das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 5,3 Monate (95%-KI: 2,2-9,0) und die mediane Zeit bis zum Ansprechen betrug 1,9 Monate (1,7-2,1) (1). Diese Daten wurden in einer Posterpräsentation auf dem Gastrointestinal Cancers Symposium 2020 der American Society of Clinical Oncology (ASCO GI) vorgestellt, das vom 23.-25. Januar in San Francisco stattfand.
Die ORR betrug bei Patienten mit Kolonkarzinom 50% (n=8) und das mediane PFS lag zwischen 1,5 und 16,7+ Monaten (1). In dieser Patientenpopulation lag bei 7 Patienten eine hohe Mikrosatelliteninstabilität (MSI-high) vor und ein Patient war Mikrosatelliten-stabil. Dies deckt sich mit der aktuellen Forschung, wonach NTRK-Genfusionen häufiger bei Kolonkarzinompatienten mit hoher Mikrosatelliteninstabilität auftreten.

„Das Ansprechen auf Larotrectinib bei Patienten mit gastrointestinalen Tumoren ist konsistent zu der außergewöhnlichen Wirksamkeit, die wir für viele verschiedene Tumorarten festgestellt haben“, so Dr. Franz Boehme, Bayer Vital. „Bei mehr als der Hälfte dieser Patientenpopulation lag ein Kolonkarzinom vor, welches in den meisten Fällen eine hohe Mikrosatelliteninstabilität aufwies, was zusätzlich bestätigt, dass NTRK-Genfusionen in dieser Subgruppe häufiger auftreten. Diese Daten und das starke Ansprechen, das wir weiterhin für Larotrectinib beobachten, sollte zu einer breiteren Akzeptanz genomischer Tests zur Identifizierung von Genmutationen führen – vor allem bei Patienten mit Kolonkarzinom mit hoher Mikrosatelliteninstabilität.“

In der Studie beobachtete unerwünschte Ereignisse (UE) vom Grad 3 oder 4 traten bei einem Patienten auf (Übelkeit). Behandlungsbedingte UE traten bei 9 Patienten auf, darunter Anämie (n=2), Gallengangsobstruktion (n=2), Hyperbilirubinämie (n=2) und Sepsis (n=2); ein Patient brach die Behandlung aufgrund einer Gelbsucht ab. Bei 2 Patienten wurde von UE von Grad 5 berichtet: In den beiden Fällen von Darmperforation (n=1) und Dünndarmobstruktion (n=1) wurde befunden, dass kein Zusammenhang mit der Behandlung mit Larotrectinib bestand (1).

„Diese Subanalyse demonstriert die vielfältige Patientenpopulation, für die zunehmende Daten aus klinischen Studien mit Larotrectinib vorliegen, in denen unabhängig vom Tumortyp eine konsistente Wirksamkeit und Sicherheit gezeigt wurde“, so Boehme. „Die wachsende Datenmenge für Larotrectinib bedeutet einen großen Fortschritt in der Präzisionsonkologie und belegt die Vorteile einer frühen Einführung zielgenauer Therapien für Patienten mit genomischen Veränderungen.“

Das Medikament ist bereits in mehreren Märkten zugelassen, unter anderem in den USA und in der EU. Larotrectinib ist für alle soliden Tumoren bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit NTRK-Genfusion zugelassen. Weitere Zulassungsanträge in anderen Regionen laufen oder sind geplant.

Quelle: Bayer

Literatur:

(1) Berlin, J; Hong, D.S.; Deeken, J et al. Efficacy and safety of larotrectinib in patients with TRK fusion gastrointestinal cancer. Gastrointestinal Cancers Symposium 2020 der American Society of Clinical Oncology. 3. Januar 2019. San Francisco, Kalifornien. Abstract 824. 


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