Montag, 30. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Imnovid
Imnovid
 
Medizin

24. September 2020 Triple-negatives Mammakarzinom: Wirksamkeit von Atezolizumab im metastasierten und neoadjuvanten Setting bestätigt

Das triple-negative Mammakarzinom (TNBC) ist eine heterogene Erkrankung mit äußerst aggressiver Tumorbiologie. Die Überlebenschancen waren durch fehlende zielgerichtete Therapieoptionen deutlich schlechter als bei anderen Subtypen des Mammakarzinoms. Über Jahrzehnte gab es keine neue Therapie, die das Gesamtüberleben (OS) maßgeblich verlängern konnte. Umso bedeutsamer war die Zulassung von Atezolizumab (Tecentriq®) in Kombination mit nab-Paclitaxel als erste und bislang einzige Krebsimmuntherapie für die First-Line-Behandlung PD-L1 IC-positiver Patienten mit nicht resezierbarem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem TNBC (mTNBC) im August 2019 (1).
Anzeige:
Avastin MammaCA BC
Avastin MammaCA BC
 
Die im Rahmen der diesjährigen virtuellen Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) präsentierten Ergebnisse der finalen Analyse der Zulassungsstudie IMpassion130 bestätigen den Vorteil beim medianen OS von 7,5 Monaten (2). Darüber hinaus zeigten erste Daten der Phase-III-Studie IMpassion031, die Atezolizumab in Kombination mit Chemotherapie in der neoadjuvanten Behandlung untersucht, eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung der pathologischen Komplettremission (pCR) und zwar unabhängig vom PD-L1 IC-Status (3).

Finale Analyse bestätigt OS-Verlängerung für PD-L1 IC-positive mTNBC-Patienten

Atezolizumab ist als erste und bislang einzige Krebsimmuntherapie in Kombination mit nab-Paclitaxel für die First-Line-Behandlung von Patienten mit nicht resezierbarem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem TNBC mit positiver PD-L1 Expression auf tumorinfiltrierenden Immunzellen (IC) auf ≥ 1% der Tumorfläche (PD-L1 IC-positiv) zugelassen (1). Die Basis der Zulassung waren die Ergebnisse der Phase-III-Studie IMpassion130 (4, 5). Die finale Analyse der Studie bestätigte nun die Ergebnisse der ersten und zweiten Interimsanalyse zum OS (4, 5).

Verlängerung des OS

Die Kombination aus Atezolizumab und nab-Paclitaxel verlängerte das mediane OS bei PD-L1 IC-positiven Patienten um 7,5 Monate (25,4 vs. 17,9 Monate unter alleiniger Chemotherapie) (2). Dies entsprach einer Risikoreduktion von 33% (HR=0,67; 95%-KI: 0,53-0,86). Nach 3 Jahren waren noch 35,8% der mit Atezolizumab behandelten PD-L1 IC-positiven Patienten am Leben versus 22,2% im Vergleichsarm (95%-KI: 28,7%-42,9 % vs. 15,9%-28,5%) (2). PD-L1 IC-negative Patienten profitierten nicht von der Behandlung mit Atezolizumab plus nab-Paclitaxel (2).

IMpassion131 erreicht primären Endpunkt nicht

Präsentiert wurden darüber hinaus erste Ergebnisse der Studie IMpassion131. Die Phase-III-Studie untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Atezolizumab in Kombination mit Paclitaxel beim mTNBC. Der primäre Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben bei PD-L1 IC-positiven Patienten. Dieser Endpunkt wurde nicht erreicht (6,0 Monate im Atezolizumab-Arm vs. 5,7 Monate im Placebo-Arm; HR=0,82; 95%-KI: 0,60-1,12). Auch die Daten zum sekundären Endpunkt, dem OS, zeigten keine Überlegenheit in der PD-L1 IC-positiven Population (22,1 Monate im Atezolizumab-Arm vs. 28,3 Monate im Placebo-Arm; HR=1,12; 95%-KI: 0,76-1,65). Die Daten waren zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht reif. Das OS wird weiterhin beobachtet. Die wichtigen Daten der IMpassion131 werden Grundlage für die Planung aktueller und zukünftiger Studien zu Atezolizumab mit möglichen Kombinationspartnern beim mTNBC sein.

Klinisch bedeutsame Verbesserung der pCR beim eTNBC

Die Daten der Phase-III-Studie IMpassion031 zeigten, dass Atezolizumab plus Chemotherapie (nab-Paclitaxel; gefolgt von Doxorubicin und Cyclophosphamid) gegenüber Placebo plus Chemotherapie (nab-Paclitaxel; gefolgt von Doxorubicin und Cyclophosphamid) nicht nur in der Therapie des mTNBC, sondern auch im neoadjuvanten Setting (eTNBC) wirksam und sicher ist (3). Für den primären Endpunkt der pCR zeigte sich, dass die mit Atezolizumab behandelten Patienten von einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Verbesserung profitierten (57,6% im Atezolizumab-Arm vs. 41,1% im Placebo-Arm; p=0,0044). Dieser Vorteil bestätigte sich unabhängig vom PD-L1 IC-Status. Die Daten für das Krankheitsfreie Überleben (DFS), das Ereignisfreie Überleben (EFS) und das OS sind noch nicht reif, zeigen aber bereits einen positiven Trend (DFS: HR=0,74; 95%-KI: 0,32-1,70; EFS: HR=0,76; 95%-KI: 0,40-1,44; OS: HR=0,69; 95%-KI: 0,25-1,87). Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet (3). Die IMpassion031-Studie ist damit die zweite positive Phase-III-Studie von Roche, die die Wirksamkeit von Atezolizumab beim TNBC belegt, und die erste Studie, die den Nutzen auch beim eTNBC nachweist (2, 3).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Aktuelle Fachinformation Tecentriq®
(2) Emens LA et al. ESMO 2020. LBA16. Oral presentation
(3) Harbeck N et al. ESMO 2020. LBA11. Oral presentation
(4) Schmid P et al. Lancet Oncol 2020; 21(1):44–59
(5) Schmid P et al. N Engl J Med 2018; 379: 2108–2121


Anzeige:
Zynteglos
Zynteglos

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Triple-negatives Mammakarzinom: Wirksamkeit von Atezolizumab im metastasierten und neoadjuvanten Setting bestätigt"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab