Mittwoch, 14. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Prevymis
Prevymis
Medizin
09. März 2016

Transkriptionsfaktor Gfi1 beeinflusst die Prognose bei AML

Wie entsteht und verläuft die Akute Myeloische Leukämie (AML), die durch erbgutgeschädigte Knochenmarkzellen verursacht wird? Wissenschaftler konzentrierten sich auf den Transkriptionsfaktor Gfi1 und schlagen je nach dessen Expressionslevel Histon-Deacetylase-Inhibitoren bzw. Histon-Acetyltransferase-Inhibitoren als Therapieansätze vor. Die Arbeit wurde jetzt in LEUKEMIA vorgestellt (1).

Anzeige:
Kyprolis

Die AML betrifft in zwei Drittel der Fälle Menschen jenseits der 60. Mit rund drei Patienten jährlich auf rund 100.000 Einwohner handelt es sich um eine seltene Erkrankung. Das Knochenmark produziert bei einer AML nur noch unreife weiße Blutkörperchen. Zwar gelingt es heute bereits, viele der Patienten zu heilen. Dennoch ist AML nicht gleich AML. Denn bestimmte Betroffene weisen eine deutlich bessere Prognose auf als andere. Im Fokus steht dabei ein bestimmtes Protein, der Transkriptionsfaktor Gfi1.

In einer ersten Studie hatten Judith Hönes und Dr. Lacramioara Botezatu aus der Arbeitsgruppe von Dr. Cyrus Khandanpour aus der Klinik für Hämatologie (Leitung Prof. Dr. Ulrich Dührsen) im Westdeutschen Tumorzentrum am UK Essen und seine Kollegen untersucht, wie unterschiedliche Expressionslevel des Transkriptionsfaktors Gfi1 die Entstehung und das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen. Dabei konnten sie nachweisen, dass eine geringere Ausprägung des Faktors die Entstehung der AML befördert und die Prognose ihres Verlaufes verschlechtert. Ohne Gfi1 entwickeln sich die Leukämien anders, gehen zurück oder heilen sogar ganz ohne den Einsatz einer Chemotherapie vollständig aus.

Histon-Deacetylase-Inhibitoren bei hoher Gfi1-Expression

Hier scheint der entscheidende Schlüssel zu liegen: Die Wissenschaftler untersuchten daraufhin neue Therapieansätze speziell für Patienten mit einem erhöhten Transkriptionsfaktor Gfi1. Einzelne Betroffene werden bereits experimentell mit Histon-Deacetylase-Inhibitoren behandelt. Dieses Vorgehen eignet sich jedoch nicht für die 15% der Patienten mit geringer Gfi1-Expression. Für sie wäre therapeutisch gesehen das genaue Gegenteil sinnvoll, also eine Behandlung mit Histon-Acetyltransferase-Inhibitoren. Dieser Ansatz soll nun zunächst weiterhin im Mausmodell untersucht werden.

Die Studie wurde ermöglicht durch die Deutsche Krebshilfe (Max-Eder-Programm).

Quelle: Universitätsklinikum Essen

Literatur:

(1) Hönes JM, Botezatu L, Helness A et al. GFI1 as a novel prognostic and therapeutic factor for AML/MDS. Leukemia accepted article preview 5 February 2016; doi: 10.1038/leu.2016.11.
http://www.nature.com/leu/journal/vaop/naam/abs/leu201611a.html  


Das könnte Sie auch interessieren
Kehlkopfentfernung – und wie geht es weiter?
Kehlkopfentfernung+%E2%80%93+und+wie+geht+es+weiter%3F
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Nicht mehr mit der eigenen Stimme sprechen zu können, ist für gesunde Menschen schwer vorstellbar. Wenn jedoch der Kehlkopf infolge einer Tumorerkrankung entfernt werden muss, wird das schnell zur Realität. Simone Kornburger, Case Managerin der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), hat einen interdisziplinären Patientenleitfaden entwickelt, der die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Transkriptionsfaktor Gfi1 beeinflusst die Prognose bei AML"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.