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03. Juni 2020
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TNBC: Verbesserung des PFS unter Kombinationstherapie Pembrolizumab + Chemotherapie im Vergleich zu Mono-Chemotherapie

Bei Patientinnen mit metastasierendem triple-negativem Mammakarzinom (triple-negative breast cancer, TNBC), deren Tumoren PD-L1 mit einem „Combined Positive Score“ (CPS) ≥ 10 exprimierten, führte Pembrolizumab (Keytruda®) plus Chemotherapie zu einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS). Die Kombinationstherapie senkte das Progressions- oder Sterberisiko um 35% (HR= 0,65; 95%-KI: 0,49-0,86), p= 0,0012) und verbesserte das PFS im Median auf 9,7 Monate gegenüber 5,6 Monaten unter Chemotherapie allein.
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Bei Patientinnen, deren Tumoren PD-L1 mit einem CPS ≥ 1 exprimierten, verbesserte Pembrolizumab plus Chemotherapie ebenfalls das PFS im Vergleich zur Chemotherapie allein (medianes PFS=7,6 Monate vs. 5,6 Monate; HR=0,74; 95%-KI: 0,61-0,90, p=0,0014), jedoch erreichten diese Ergebnisse keine statistische Signifikanz. Wie bereits bekanntgegeben, wird die Studie unverändert fortgesetzt, um das Gesamtüberleben (OS) zu evaluieren, welches die zweite Komponente des dualen primären Endpunktes bildet.

Das klinische Forschungsprogramm zu Pembrolizumab beim Mammakarzinom umfasst mehrere interne und externe Kooperationsstudien. Neben der KEYNOTE-355 umfassen diese beim TNBC auch die zulassungsrelevanten Studien KEYNOTE-242 und KEYNOTE-522.
 
Studiendesign und zusätzliche Daten zu KEYNOTE-355 (Abstract #1000)

KEYNOTE-355 ist eine randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie (ClinicalTrials.gov, NCT02819518) und untersucht Pembrolizumab in Kombination mit einer von 3 verschiedenen Chemotherapien im Vergleich zu Placebo mit einem der 3 Chemotherapie-Regimes zur Behandlung des lokal rezidivierenden inoperablen oder metastasierendem TNBC, welches nicht mit Chemotherapie vorbehandelt wurde. Der duale primäre Endpunkt setzt sich zusammen aus dem PFS und dem OS und wird bei Patientinnen, deren Tumoren PD-L1 exprimieren (CPS ≥ 1 und CPS ≥ 10), sowie bei allen Studienteilnehmern (ITT-Population) evaluiert. Sekundäre Endpunkte sind die objektive Ansprechrate (ORR), die Dauer des Ansprechens (DOR), die „Disease Control Rate“ (DCR) und die Sicherheit.
 
Keine neuen Sicherheitssignale

Die Sicherheit entsprach den bekannten Profilen der jeweiligen Regimes; es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet. Nebenwirkungen (TRAE) jeglichen Schweregrades traten bei 96,3% der mit Pembrolizumab plus Chemotherapie behandelten Patientinnen auf (n=562) sowie bei 95% der Patientinnen, die die Chemotherapie allein erhielten (n=281). TRAE vom Grad 3-5 wurden bei 68,1% der Patientinnen beobachtet, die Pembrolizumab plus Chemotherapie erhielten sowie bei 66,9% der mit Chemotherapie allein behandelten Patientinnen. Die häufigsten TRAE vom Grad 3-5 (aufgetreten bei ≥ 10% der Patientinnen) waren Neutropenie (29,7%), verringerte Neutrophilenzahl (17,4%) und Anämie (16,4 %) unter Pembrolizumab plus Chemotherapie bzw. Neutropenie (29,9 %), verringerte Neutrophilenzahl (20,3 %) und Anämie (14,6%) unter Chemotherapie allein. TRAE, die zum Abbruch der Behandlung führten, traten bei 18,1% der Patientinnen auf, die Pembrolizumab plus Chemotherapie erhielten, sowie bei 11,0% der Patientinnen, die eine Chemotherapie allein erhielten. In der Gruppe der Patientinnen, die mit Pembrolizumab plus Chemotherapie behandelt wurden, traten zwei therapiebedingte Todesfälle auf.
Immunvermittelte Nebenwirkungen jeglicher Schweregrade traten bei 25,6% der Patientinnen auf, die Pembrolizumab plus Chemotherapie erhielten, gegenüber 6,0% der Patientinnen, die die Chemotherapie allein erhielten. Bei den Patientinnen, die mit Pembrolizumab plus Chemotherapie behandelt wurden, war die häufigste immunvermittelte Nebenwirkung (die bei ≥ 10% der Patientinnen auftrat) Hypothyreose (15, %). Bei Patientinnen, die mit Chemotherapie allein behandelt wurden, gab es keine immunvermittelten Nebenwirkungen, die bei ≥ 10% der Patientinnen auftraten.

Quelle: MSD


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