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Medizin

27. April 2017 Thromboembolische Komplikationen bei Polycythaemia vera vermeiden

Die Verhinderung von thromboembolischen Komplikationen wie Herzinfarkt, Apoplex und Lungenembolie ist das Hauptziel der Therapie der Polycythaemia Vera. Dazu wird – wenn Aderlass plus ASS nicht ausreichen – Hydroxyurea (HU) eingesetzt. Jeder fünfte Patient bricht die HU-Therapie jedoch wegen Nebenwirkungen ab, vor allem wegen der Hauttoxizität der Substanz.
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Die Polycythaemia Vera (PV) ist mit einer Inzidenz von 0,7 pro 100.000 Personen wie alle Myeloproliferativen Neoplasien (MPN) eine seltene Erkrankung. Der Altersgipfel liegt im 6. Lebensjahrzehnt, etwas mehr Männer als Frauen sind betroffen. Aufgrund der günstigen Prognose mit einer medianen Überlebenszeit von mehr als 18 Jahren ist die Therapie hauptsächlich auf die Prävention der Komplikationen ausgerichtet.

Arterielle und venöse Thrombosen und Thromboembolien sind für 4 von 10 Todesfällen bei PV-Patienten verantwortlich, berichtete Prof. Dr. Uwe Platzbecker, Dresden. Risikofaktoren für diese Ereignisse bei PV-Patienten sind Alter über 65, vorausgegangene Thrombosen, kardiovaskuläre Risikofaktoren und Rauchen.

Platzbecker stellte auf einem Satellitensymposium von Novartis Oncology im Rahmen des „1.GSG-MPN Studientreffen und 3rd Euregio MPN/CML Scientific Meeting 2017“ in Aachen Ergebnisse aus dem SAL-MPN-Register vor. Das im Dezember 2012 gestartete Register der Studienallianz Leukämie (SAL) hat das Ziel, die Diversität der Krankheitsmanifestationen von Patienten mit MPN sowie die korrespondierenden zytogenetischen und molekularbiologischen Veränderungen zu erfassen. Außerdem dient das Register zur Rekrutierung für klinische Studien. So wurde z.B. für die Ruxo-BEAT-Studie zur Evaluierung des Effekts des JAK-Inhibitors Ruxolitinib (Jakavi®) bei Hochrisikopatienten mit PV mit Hilfe dieses Registers rekrutiert. Auf der Basis dieser Studie wurde Ruxolitinib für PV-Patienten zugelassen, die gegenüber Hydroxyurea resistent oder intolerant sind.

Prof. Dr. Martin Griesshammer, Minden, berichtete über Erkenntnisse zur Hauttoxizität von Hydroxyurea, das zur Zytoreduktion eingesetzt wird. Fast 22% der Patienten brechen die HU-Therapie wegen verschiedener Nebenwirkungen ab, allein 18% wegen der Hauttoxizität. Wenn diese in Form von Beinulzera, aktinischen Keratosen sowie einem gehäuften Vorkommen von Plattenepithelkarzinomen der Haut erkennbar wird, dann hilft nur endgültiges Absetzen. Bei einer erneuten HU-Therapie tritt die Intoleranz sofort wieder auf. Als Risikofaktoren für die Hauttoxizität lassen sich heller Hauttyp, berufliche Exposition mit hautbelastenden Substanzen, Diabetes und Autoimmunerkrankungen identifizieren.

Dr. Barbara Voll-Peters

Quelle: Satellitensymposium „Herausforderungen bei der Therapie der Polycythaemia vera“ im Rahmen des „1. GSG-MPN Studientreffen und 3rd Euregio MPN/CML Scientific Meeting 2017“. Novartis Oncology; 5. April 2017, Aachen


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