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Medizin
10. November 2015

Effektives Therapiemanagement der Eisenüberladung für den Behandlungserfolg bei transfusionsbedürftigen MDS-Patienten entscheidend

Schlüsselfaktoren stellen insbesondere die langfristige Einnahme von Eisenchelatoren in adäquater Dosierung sowie möglichst keine Therapieunterbrechung dar. Maßnahmen zur Optimierung der Verträglichkeit und zur Sicherung einer guten Langzeitadhärenz sind daher wesentlicher Bestandteil eines erfolgreichen Managements der transfusionsbedingten Eisenüberladung. Zu diesem Fazit kam die Diskussionsrunde bei einer Meet-the-Expert-Veranstaltung mit Prof. Wolf- Karsten Hofmann, Mannheim, im Rahmen des diesjährigen DGHO-Kongresses.

Eisenüberladungen sind ein wichtiger Grund für die reduzierte Lebenserwartung transfusionsbedürftiger MDS-Patienten. Eine Eisenüberladung kann bereits nach Gabe von 20 Erythrozytenkonzentraten auftreten. Ursache ist die Wirkung von Plasmaeisen, welches nicht an das Transportprotein Ferritin gebunden ist und durch Bildung von Sauerstoffradikalen (ROS) Schäden an Organen wie Herz, Leber sowie Gehirn hervorrufen kann.

Der Einsatz von Chelatoren wie Deferasirox zur Bindung des freien Plasmaeisens hat zu einer signifikanten Verlängerung des Überlebens bei transfusionsabhängigen MDS- Patienten geführt. So weist diese Patientengruppe unter Chelationstherapie im Vergleich zu unchelierten Patienten nahezu eine Verdopplung der mittleren Überlebensdauer auf (uncheliert: 47,8 Monate, cheliert: 88 Monate). Wichtiger Marker zur Messung des Ansprechens ist der Serumferritin-Spiegel. Bei einem Anstieg dieses Wertes über 1.000 ng/ml steigt die Mortalität von transfusionsabhängigen MDS-Patienten mit jeder weiteren Erhöhung von 500 ng/ml um 30%. Eine langfristige und unterbrechungsfreie Anwendung spielt eine große Rolle: transfusionsbedürftige MDS-Patienten weisen unter einer Chelator-Therapie von über sechs Monaten im Vergleich zu Patienten mit einer kürzeren Behandlungsdauer ein verlängertes Überleben auf (100 Monate gegenüber 88 Monaten). Die Sicherung der Therapieadhärenz ist somit für eine erfolgreiche Behandlung der Eisenüberladung von zentraler Bedeutung.

Der orale Eisenchelator Deferasirox konnte bei transfusionsbedürftigen MDS-Patienten in mehreren Studien eine Verbesserung der Hämatopoese und eine Verlängerung des Überlebens erzielen. Aktuelle Daten bestätigen eine effektive Serumferritin-Senkung durch eine Deferasirox-Therapie sowie eine Reduktion des Transfusionsbedarfs. Deferasirox ist der einzige einmal täglich oral einzunehmende Eisenchelator, dessen einfache Anwendung einen wichtigen Aspekt zur Sicherung der Therapieadhärenz bedeutet. Hierzu trägt auch die Einführung der 3-Monats-Packung im Juni dieses Jahres bei, die es Patienten ermöglicht, auch während längerer Urlaubszeiten eine tägliche Einnahme zu gewährleisten.

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist eine Patienten-spezifische Dosis-Anpassung: So sollte die Therapie einschleichend mit einer Startdosis von 500 mg begonnen und diese nach Tolerierbarkeit wöchentlich um 500 mg bis zum Erreichen der Zieldosis erhöht werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist ein aktives Management bezüglich der gastrointestinalen Verträglichkeit: je nach Schweregrad sollen unterstützende Medikation, Dosismodifikationen oder ein vorübergehendes Aussetzen der Therapie vorgenommen werden.

as

Quelle: Meet-the-Expert-Presseveranstaltung "Therapieziele bei Aplastischer Anämie und Myelodysplastischen Syndromen“ anlässlich des 62. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie; Basel (Schweiz), 12. Oktober 2015


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