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Medizin

11. Oktober 2019 Therapie mit Atezolizumab in Kombination mit Platin-haltiger Chemotherapie erstmals auch beim Urothelkarzinom bestätigt

Mit der auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Barcelona vorgestellten Studie IMvigor130 wurden nun erstmals positive Daten aus einer Phase-III-Studie mit einem Krebsimmuntherapeutikum in Kombination mit Platin-haltiger Chemotherapie (Gemcitabin plus Cisplatin oder Carboplatin) beim fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom in der First-Line vorgestellt (1). Hinsichtlich des ko-primären Endpunktes progressionsfreies Überleben (PFS) war die Kombination aus Tecentriq®▼(Atezolizumab) und Chemotherapie der alleinigen Chemotherapie statistisch signifikant überlegen. In der Interimsanalyse für das Gesamtüberleben (OS) konnte ein positiver Trend beobachtet werden (1).
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Die multizentrische, randomisierte Phase-III-Studie IMvigor130 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombination aus Atezolizumab mit einer Platin-basierten Chemotherapie (PBC) gegenüber platinhaltiger Chemotherapie allein bei Patienten (n=1.213) mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (mUC). Im Verlauf der Studie wurde die Studie um einen Atezolizumab-Monotherapiearm erweitert. Die nach einem medianen Follow-up von 11,8 Monaten beim ESMO präsentierten Daten zeigen, dass die First-Line-Kombination von Atezolizumab mit PBC im Vergleich zu alleiniger Chemotherapie hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens signifikant überlegen war: So lag das PFS unter Tecentriq in Kombination mit PBC bei median 8,2 Monaten gegenüber 6,3 Monaten unter alleiniger Chemotherapie-Behandlung (HR=0,82; 95%-KI: 0,70-0,96; p=0,007). In dieser ersten Analyse wurde ebenfalls ein vielversprechender Trend bezüglich des Gesamtüberlebens für den Atezolizumab-Kombinationsarm beobachtet (mOS: 16,0 Monate vs. 13,4 Monate unter Behandlung mit PBC; HR=0,83; 95%-KI: 0,69-1,00; p=0,027) (1). Das Gesamtüberleben wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut analysiert werden.

Interessant war auch die explorative Auswertung für Tecentriq in der Monotherapie. Hier wurde ein Patientenkollektiv analysiert, das sowohl Cisplatin-geeignete als auch Cisplatin-ungeeignete Patienten beinhaltet: Das mediane OS betrug für die Intention-to-treat (ITT)-Population 15,7 Monate vs. 13,1 Monate unter PBC-Behandlung (HR=1,02; 95%-KI: 0,83-1,24). Für Patienten mit einer PD-L1-Expression ≥ 5% wurde das mOS unter der Monotherapie noch nicht erreicht, unter Chemotherapie betrug das mOS 17,8 Monate (HR=0,68; 95%-KI: 0,43-1,08) (1). Die Studie bestätigt insgesamt das bekannte Sicherheitsprofil von Tecentriq – unter der Zugabe von Tecentriq zu Platin-haltiger Chemotherapie wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert (1). Heute ist Tecentriq bereits als Monotherapie sowohl als First-Line-Therapie für Cisplatin-ungeeignete Patienten mit einer PD-L1-Expression ≥ 5% auf Immunzellen im Tumor als auch nach vorheriger platinhaltiger Chemotherapie indiziert (2).

Darüber hinaus wurden auf dem ESMO 2019 weitere Daten zu Tecentriq beim Urothelkarzinom vorgestellt: Ein Update der IMvigor211-Studie (medianes Follow-up: 34,3 Monate) konnte zeigen, dass unter Atezolizumab auch nach > 30 Monaten fast eine Verdopplung der Überlebensrate erreicht werden konnte (18% vs. 10% unter Chemotherapie).3  Das Gesamtüberleben für Patienten unter Atezolizumab war weiterhin numerisch länger als unter der Behandlung mit Chemotherapie (8,6 vs. 8,0 Monate; HR=0,82; 95 %-KI: 0,71-0,94).

Ebenso wurden Daten einer Post-Hoc-Subgruppenanalyse der Phase-IIIb-Studie SAUL präsentiert: Für das Patientenkollektiv mit stabiler Autoimmunkrankheit (AID; n=35) konnte gezeigt werden, dass das Sicherheitsprofil akzeptabel ist: 26% behandlungsbezogene UEs vom Grad 3-4 traten bei Patienten mit AID vs. 12% bei Patienten ohne AID auf. Bei AID-Patienten gab es keine relevante Erhöhung der behandlungsassoziierten Todesfälle (0% vs. 1%) oder der Abbruchrate (9% vs. 6%) im Vergleich zur Gesamtpopulation. Auch wenn bei der Behandlung von AID-Patienten Vorsicht geboten ist, kann eine Atezolizumab-Therapie in Erwägung gezogen werden: Das mOS war in beiden Gruppen vergleichbar (mOS: 8,0 vs. 8,6 Monate bei Nicht-AID-Patienten). Die 12-Monats-OS-Rate war 31% bei AID-Patienten vs. 42% in der Gesamtpopulation. Die Krankheitskontrollrate lag bei AID-Patienten mit 51% vs. 39% sogar etwas höher. Das bedeutet, dass jeder zweite Patient mit AID von der Behandlung mit Tecentriq® profitiert hat (4).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Grande et al., ESMO 2019, LBA14_PR
(2) Fachinformation Tecentriq®, aktueller Stand
(3) Van der Heijden et al., ESMO 2019, Poster 918
(4) Loriot et al., ESMO 2019, Poster 922


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