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Medizin
AGO State-of-the-Art-Meeting und SABCS 17. April 2021
Seite 1/7

Therapie des Mammakarzinoms: Biomarker- und Subgruppen-spezifisch

Die Therapie des Mammakarzinoms entwickelt sich nicht nur ständig rasant weiter, sie wird auch immer Subgruppen- und Biomarker-spezifischer. Wichtige Neuigkeiten vom San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2020 sowie relevante neue Empfehlungen der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.v. (AGO) vom März 2021 stellten die Experten Prof. Michael Untch, Berlin, Prof. Nadia Harbeck, München, Prof. Sherko Kümmel, Essen und PD Dr. Rachel Würstlein, München beim virtuellen Fachpresse-Workshop der POMME-med GmbH vor.
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Am 27. Februar stellten die 48 Mitglieder der AGO-Kommission Mamma beim jährlichen State-of-the-Art-Meeting – in diesem Jahr erstmal virtuell – die aktuellen Empfehlungen vor. Neue Marker, neue Testungen, Deeskalationsstrategien, neue Substanzen und neue Therapiealgorithmen – um nur einige Schlagworte der umfangreichen neuen Empfehlungen zu nennen, die Prof. Michael Untch, Berlin, auszugsweise präsentierte. Die neuen AGO-Empfehlungen stehen seit dem 21.03.2021 hier zur Verfügung.

4 Prognosetests verfügbar

Zur Prognoseeinschätzung beim frühen Mammakarzinom werden von der AGO alle Genexpressionsprofile für den klinischen Alltag empfohlen. In Deutschland sind 4 Assays verfügbar: Oncotype DX Breast Recurrence Score®, EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna®. „Alle diese Multigensignaturen werden bei der adjuvanten Therapieentscheidung beim nodal negativen Karzinom von den Kassen bezahlt“, kommentierte Untch und betonte: „Aber auch beim Einsatz der Assays bleibt die Berücksichtigung aller klinisch-pathologischen Faktoren weiterhin wichtig“. Wie Prof. Kümmel ergänzte, sind im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) die Kosten auch bei nodal positiven (N1) Patientinnen abrechenbar, was laut Kümmel der Datenlage entspricht.

PIK3CA, BRCA, PD-L1 – im Alltag auf therapierelevante Biomarker testen

Ein Muss beim metastasierten Mammakarzinom: Die Testung der PD-L1-Expression beim metastasierten TNBC sowie die Testung auf eine Keimbahnmutation in den Genen BRCA1 bzw. BRCA2 und eine Mutation im PIK3CA-Gen bei metastasierten HER2-negativen Tumoren. Untch sprach in diesem Zusammenhang von einer „Reflextestung“ auf diese therapierelevanten Biomarker, deren Testung mit einem ++ empfohlen wird. Im Rahmen von kontrollierten Programmen sollte auf weitere Mutationen getestet werden.

Deeskalation bei Axilla-Operation und Radiotherapie

Operativ sei eine De-Eskalation der axillären Operation anzustreben. Auf die Entfernung von Sentinel-Lymphknoten vor der neoadjuvanten Behandlung sollte verzichtet werden, stattdessen sollte bei Einsatz einer neoadjuvanten Chemotherapie (NACT) der sonographisch oder palpatorisch suspekte Lymphknoten bioptisch gesichert und markiert werden. „Ist der bioptisch gesicherte und sind die Wächter-Lymphknoten nach der NACT negativ, ist keine weitere Axilla-Intervention notwendig“, so Untch. Bei Mikrometastasen bzw. isolierten Tumorzellen (ITC) in der „targeted axillary dissection“ (TAD) nach NACT wird eine Axilladissektion empfohlen, um weitere metastastisch befallene Lymphknoten zu identifizieren. Für die Deeskalation der Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation wird die Hypofraktionierung der Strahlentherapie nun mit einem ++ empfohlen. Untch: „Die Patientin kann so in 3 statt 6 Wochen durch die Strahlentherapie kommen.“
 
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