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Medizin
29. April 2021

Therapie des fortgeschrittenen Brustkrebs: Lebensqualität im Fokus

Wegen des signifikant verlängerten progressionsfreien und Gesamtüberlebens (PFS, OS) ist in der Behandlung des HR+/HER2- fortgeschrittenen Brustkrebs die endokrinbasierte Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor klar die Therapie der Wahl in der Erstlinie. Dies spiegelt auch die jüngst aktualisierte Empfehlung der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) mit dem bestmöglichen Empfehlungsgrad („++“) wider. Experten weisen darauf hin, wie wichtig den Patienten außer der Verbesserung der Überlebensdaten auch der Erhalt der Lebensqualität unter der Therapie ist, die durchaus ein paar Jahre dauern kann. 
Der CDK4 & 6 Inhibitor Abemaciclib ist zur Behandlung von Frauen mit HR+, HER2- lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs indiziert; wobei er in Kombination mit Fulvestrant oder einem Aromatasehemmer als initiale endokrine Therapie (ET) oder nach vorangegangener ET eingesetzt werden kann. Basis der Zulassung von Abemaciclib in der Erst- und Zweitlinie waren die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien MONARCH 2 und MONARCH 3. Bei den Patienten der MONARCH 2 Studie wurde auch der Erhalt der Lebensqualität untersucht (1). Es zeigte sich, dass die Lebensqualität unter Abemaciclib + Fulvestarnt weitestgehend erhalten bleibt, eine klinisch bedeutsame Verschlechterung gab es nur bei der Diarrhö.

Die Therapie des Mammakarzinoms entwickelt sich nicht nur ständig rasant weiter, sie wird auch immer Subgruppen- und Biomarker-spezifischer. Wichtige Neuigkeiten vom San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2020 sowie relevante neue Empfehlungen der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.v. (AGO) vom März 2021 stellten die Experten Prof. Michael Untch, Berlin, Prof. Nadia Harbeck, München,...
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ACBC-Analyse

Da die Patientinnen immer mehr einbezogen werden in die Entscheidungen bezüglich ihrer Therapie, wurde in einer ACBC-Analyse (Adaptive Choice Based Conjoint) mit Patienten, die sich in einer palliativen Therapie ihrer Brustkrebsbehandlung befanden, untersucht, was ihnen am wichtigsten war (2). Noch wichtiger als das PFS und OS war den Patientinnen in dieser Analyse der Erhalt ihrer Selbständigkeit, ihrer Mobilität und ihrer sozialen Kontakte. Unter einer Therapie mit Abemaciclib und Fulvestrant bleiben der Gesamtgesundheitsstatus und die körperliche Funktion länger stabil als unter Fulvestrant allein. Somit werden die wichtigsten Patientenpräferenzen in Bezug auf die Therapie erfüllt. „Das ist inzwischen auch im klinischen Alltag angekommen“, freut sich Dr. Norbert Marschner, Freiburg, und berichtet von ersten Ergebnissen der OPAL-Tumor-Registerplattform. Dort zeigt sich, dass inzwischen die meisten Patientinnen mit einer Therapie beginnen wollen, die die Lebensqualität lange erhält. Somit sei, so Marschner, die Chemotherapie bei diesen Patientinnen weitestgehend abgelöst und würde nur noch in weniger als 10% der Fälle durchgeführt. „Besser kann man Patientenpräferenz nicht umsetzen, als mit diesen Substanzen.“ resümiert Marschner.

Dr. Annette Junker

Quelle: Online-Pressetalk: „Therapie und Lebensqualität beim fortgeschrittenen HR+, HER2- Brustkrebs – Einblicke in die Praxis, 21.04.2021; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Kaufmann PA et al. DOI: 10.1634/theoncologist.2019-0551
(2) Reinisch M, Marschner N et al SABCS, San Antonio 2019


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