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Medizin
17. Februar 2021

Studie: Posttraumatischer Stress zu Anfang der Pandemie bei Krebspatienten verbreitet

Eine Studie, die von Dr. Domenico Galetta, Bari, Italien, präsentiert wurde, zeigte, dass in Folge der COVID-19-Pandemie Symptome von posttraumatischem (PT) Disstress bei ungefähr einem Viertel der Krebspatienten vorlag (1). Galetta forderte, dass der Schutz von Krebspatienten ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Bekämpfung der Pandemie sein sollte. „Die SARS-CoV2-Pandemie hat aufgrund der Verringerung von Krankenhausaktivitäten, wie z.B. Rückgang der ambulanten Versorgung, weniger Besuchsmöglichkeiten bei Patienten, Verringerung der verfügbaren Betten und der Belastung durch klinische Tätigkeiten, Verschiebung von Krebsvorsorgeuntersuchungen und darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Verläufe von COVID-19, einen enormen Einfluss auf Krebspatienten gehabt“, beschrieb Galetta den Hintergrund der vorgestellten Studie. Ziel war es zu untersuchen, in welchem Maße Krebspatienten im Vergleich zur Normalbevölkerung Angst, Depression und posttraumatischem Stress ausgesetzt waren.
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Die 176 Studienteilnehmer füllten Fragebögen zu Angst, Depression und PT Distress aus („Hospital Anxiety and Depression Scale“: HADs und „Impact of Event Scale-Revised“: IES-r). Von den 176 Teilnehmern, die sich im April 2020 im Krankenhaus vorstellten, hatten 77 ein Lymphom, 59 ein Lungenkarzinom und 40 ein Mammakarzinom. Die Patienten waren im Mittel 57,9 Jahre alt. 55% litten unter hohem allgemeinem Disstress, 44,5% unter ausgeprägten Depressionen und 58,4% unter starken Ängsten. Zusätzlich hatten 23,7% schwere Anzeichen von PT Distress. Hiervon waren die Frauen stärker betroffen (27,3%). 70% der Patienten gaben an, dass sich ihre Sorgen während der Pandemie vergrößert haben. Dinge, vor denen sie sich am Meisten fürchteten, waren: das Risiko einer Infektion im Krankenhaus (60%), das Risiko zuhause Verwandte anzustecken (52%), das Risiko einer Therapieverzögerung (62%) und von ihren Lieben getrennt zu sein (Social Distancing 53%).

Darüber hinaus machte ihnen die Erreichbarkeit ihres Onkologen Sorgen (66%) und auch finanzielle Probleme (43%). Bei den Lungenkrebserkrankten lagen die Werte für Depression, Angst und Disstress höher als in der Gesamtpopulation der Studie. Dies führte Galetta darauf zurück, dass sich Lungenkrebspatienten für noch stärker durch COVID-19 gefährdet hielten, da die Erkrankung Lungenschäden verursachen kann. Verglichen mit 2018 war der Disstress von Lungenkrebspatienten 2020 signifikant erhöht. „In Zeiten der Coronavirus-Pandemie sollten so bald wie möglich spezielle Maßnahmen zur Förderung des psychischen Wohlbefindens von Patienten durchgeführt werden, insbesondere für Frauen und Patienten mit Lungenkrebs,“ schloss Galetta seine Präsentation.

Susanne Kammerer

Quelle: IASLC WCLC 2020

Literatur:

(1) Catino A, Bafunno D, Romito F et al.Psychological Distress in Outpatients with Lymphoma, Lung and Breast Cancer during COVID-19 pandemic, Poster Nr FP06.04


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