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Medizin

22. Dezember 2020 Stellungnahme zu den schweren allergischen Reaktionen nach COVID-19-Impfung mit BNT162b2 in UK

Am 09. Dezember 2020 informierte die britische Arzneimittelbehörde über schwere allergische Reaktionen bei zwei Mitarbeitern des englischen Gesundheitssystems nach der Verabreichung des Impfstoffs BNT162b2 gegen COVID-19. Die englische Fachinformation (SmPC) für den Impfstoff BNT162b2 beinhaltet auch bereits den Hinweis auf eine Kontraindikation für die Verwendung bei Personen, die eine allergische Reaktion auf den Impfstoff oder einen der Bestandteile des Impfstoffs gezeigt haben.
Eine Durchstechflasche (0,45 ml) enthält 5 Dosen à 30 μg hochgereinigter, einzelsträngiger, 5'-gekappter mRNA (BNT162b2-RNA), die durch zellfreie In-vitro-Transkription an einer geeigneten DNA-Vorlage hergestellt wird und für das virale Spike (S)-Protein von SARS-CoV-2 kodiert. Diese mRNA ist in Lipid-Nanopartikel eingebettet. mRNA wird schnell durch Ribonukleasen abgebaut, leicht von mononukleären Phagozyten aufgenommen und kann aufgrund ihrer negativen elektrischen Ladung und ihres hohen Molekulargewichts Zellmembranen nur schlecht durchdringen. Daher benötigt mRNA für den Einsatz als Impfstoff eine schützende Hülle. Im BioNTech-Impfstoff werden hierfür Lipid-basierte Nanopartikel (LNP) als nicht-virale Vektoren verwendet, die kationische Lipide enthalten, die die polyanionische mRNA mit ihren tertiären oder quaternären Aminen umhüllen, ergänzt durch zwitterionische Lipide, die Phospholipide der Zellmembran nachahmen, sowie Cholesterin, das die Lipid-Doppelschicht des Nanopartikels stabilisiert. Schließlich ermöglichen Polyethylenglykol (PEG)-modifizierte Lipide den Aufbau eine Hydrathülle und erhöhen so die Löslichkeit der LNPs. PEG oder Makrogol ist eine Polyetherverbindung, die häufig als Zusatzstoff in Kosmetika, Pharmazeutika und auch in Lebensmitteln verwendet wird. Allergische Reaktionen auf PEG werden wahrscheinlich zu selten diagnostiziert, so dass PEG auch als „verstecktes“ Allergen gilt.

Lesen Sie hier die komplette Stellungnahme der deutschen allergologischen Gesellschaften AeDA, DGAKI, GPA.

Quelle: AeDA, DGAKI, GPA


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