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Medizin

28. Oktober 2019 Stellenwert von PARP-Inhibitoren in der Gynäko-Onkologie gefestigt

PARP-Inhibitoren (PARPi) standen im Mittelpunkt eines Symposiums von AstraZeneca im Rahmen der DGHO-Jahrestagung in Berlin. Experten gaben einen Überblick über aktuelle Entwicklungen beim Mamma- (MCa) und Ovarialkarzinom (OC).
MCa: BRCA-Mutationstest wichtig

Wegweisend für den Einsatz von PARPi beim metastasierten MCa mit BRCA-Mutation (BRCA+) waren die Daten der OlympiAD-Studie, in der sich durch Olaparib nach Chemotherapie das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant gegenüber einer Chemotherapie verbesserte (HR=0,58) (1). Bestätigt wurden diese Daten durch die EMBRACA-Studie mit Tolazoparib (2 ) Der PFS-Vorteil zeigte sich auch beim Hormonrezeptor-positiven (HR+) und triple-negativen MCa (TNBC) (3, 4 ) Wie Prof. Tjoung-Won Park-Simon, Hannover, erläuterte, finden sich bei etwa 6% der HR+ und 17% der TNBC-Patientinnen BRCA-Mutationen (5, 6) „Da wir für diese Patientinnen eine chemotherapiefreie Option haben, sollten wir eine Testung rechtzeitig in Erwägung ziehen“, so die Gynäkologin.

PARPi in der Primärtherapie des fortgeschrittenen OC gesetzt
Beim neu diagnostizierten fortgeschrittenen OC mit BRCA+ wurde die Wirksamkeit eines PARPi erstmals mit Olaparib in der SOLO1-Studie nachgewiesen (7 ). „SOLO1 hat den klinischen Standard verändert und dazu geführt, routinemäßig einen BRCA-Mutationstest durchzuführen,“ so Prof. Park-Simon.

Ergebnisse von drei weiteren Studien mit PARPi als Erhaltungstherapie in der Erstlinie nach Ansprechen auf eine platinhaltige Chemotherapie wurden beim ESMO präsentiert (PAOLA-1: Olaparib, PRIMA: Niraparib, VELIA: Veliparib) (8-10). Alle waren positiv in Hinblick auf ihren primären Endpunkt PFS und liefern Hinweise auf eine Effektivität auch bei BRCA-Wildtyp. Jedoch gab es auch relevante Unterschiede bei der Biomarker-Testung, den Einschlusskriterien und den Therapieschemata. Daher sorgen die Ergebnisse für Diskussionen.

„PAOLA-1 ist die einzige Studie, die den PARPi mit Bevacizumab kombiniert hat. Die Hazard Ratios für die jeweiligen Gesamtpopulationen sind in allen drei Studien ähnlich. Besonders deutlich ist der Effekt bei BRCA+. Für Patientinnen ohne homologe Rekombinationsreparaturdefizienz im Tumor wurde nur in der PRIMA-Studie ein Vorteil gezeigt,“ so das Fazit von Prof. Park-Simon.

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Astra-Zeneca-Symposium "PARP-Inhibition von einer Innovation zur Revolution: Wo stehen wir heute und morgen?", DGHO, 11.10.19, Berlin

Literatur:

(1) Robson ME et al. N Engl J Med. 2017;377(6):523-533
(2) Litton JK et al. N Engl J Med 2018;379(8):753-763
(3) Robson ME et al. J Clin Oncol. 2017;34(suppl; abstr LBA4 + presentation)
(4) Eiermann W et al. J Clin Oncol 2018;36, no. 15_suppl: 1070-1070
(5) Winter C et al. Ann Oncol. 2016;27(8):1532-8
(6) Aleskandarany M et al. Breast Cancer Res Treat. 2015;150(1):81-90
(7) Moore K et al. N Engl J Med. 2018;379(26):2495-2505


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